Mein Waschtrockner hat meine Lebensqualität gerettet

Es gibt viele technische Errungenschaften auf dieser Welt. Selbstfahrende Autos. Künstliche Intelligenz. Roboter, die Operationen durchführen. Raumfahrt. Alles beeindruckend.

Aber mal ehrlich: Wer braucht ein selbstfahrendes Auto? Ich nicht. Ich hätte viel lieber eine selbstputzende Wohnung. Eine Wohnung, die morgens aussieht wie nach einem Bombeneinschlag und abends geschniegelt und geschniegelt auf mich wartet. Die Betten sind gemacht. Der Staub ist verschwunden. Die Küche glänzt. Und im besten Fall steht das Essen schon auf dem Tisch.

Ja, man wird ja wohl noch träumen dürfen.

Stattdessen komme ich nach Hause und werde von der Realität begrüßt. Die Wäsche wartet. Die Küche wartet. Der Staubsauger wartet. Und irgendwo wartet garantiert noch eine Aufgabe, von der ich bis eben gar nichts wusste.

Ich bin fest davon überzeugt, dass Haushalt täglich mindestens anderthalb Stunden Lebenszeit verschlingt. Mindestens. Vielleicht gibt es dazu wissenschaftliche Studien. Falls nicht, sollte dringend jemand welche erstellen. Ich stelle mich freiwillig als Testperson zur Verfügung. Wobei ich wahrscheinlich während der Studie einschlafen würde. Nicht weil sie langweilig wäre. Sondern weil die Wechseljahre müde machen.

Irgendwann kam ich deshalb zu einer wichtigen Erkenntnis. Ich muss meine Lebensqualität zurückerobern. Man muss sich ja nicht jeden Kampf freiwillig aussuchen. Und wenn Hitzewallungen, Brainfog, Arbeit, Haushalt und Wäschebergen gemeinsam gegen mich antreten, dann darf ich mir auch Verstärkung holen.

Also fuhr ich zu Media Markt. Fest entschlossen, mein Leben zu verändern. Gut. Vielleicht nicht mein ganzes Leben. Aber zumindest den Teil mit dem Wäscheständer. Nach langer Recherche stand fest: Ein Waschtrockner musste her. Der Verkäufer war wirklich nett und beriet mich ausführlich. Irgendwann sagte er: „Ich kläre nur kurz etwas wegen der Lieferung.“ Und verschwand.

Und so saß ich da. Mitten in der Haushaltsgeräte-Abteilung. Die Klimaanlage lief. Zumindest behauptete sie das. Mein Gesicht hatte dazu eine andere Meinung. Während normale Menschen wahrscheinlich angenehm temperiert durch den Laden schlenderten, produzierte mein Körper bereits ausreichend Feuchtigkeit für ein kleines Biotop. Ich saß also da. Leicht glänzend. Wartend. Und offenbar strahlte ich dabei eine Autorität aus, die mir selbst bis heute unbekannt war.

Denn plötzlich kam eine Frau auf mich zu. Nennen wir sie Ingrid. Ich finde, sie sah aus wie eine Ingrid. Sie schaute mich an und sagte: „Entschuldigung, ich möchte eine Waschmaschine kaufen.“ Ich schaute sie an. Sie schaute mich an. Für einen kurzen Moment waren wir beide verwirrt. Am liebsten hätte ich gesagt: „Ja Ingrid. Ich auch. Und jetzt gehört der Verkäufer mir.“ Aber ich bin erwachsen. Meistens.

Also entschied ich mich für die höfliche Variante und erklärte ihr, dass ich leider keine Mitarbeiterin bin. Sie entschuldigte sich. Ich entschuldigte mich gefühlt ebenfalls. Und wir gingen beide wieder unserer Wege. Zwei Frauen. Ein Ziel. Eine Waschmaschine. Wahrscheinlich war sie genauso kurz davor, ihre Lebensqualität zurückzugewinnen wie ich.

Und dann war es endlich soweit. Mein Waschtrockner zog ein. Und ich sage es ganz ehrlich: Das war eine der besten Entscheidungen der letzten Jahre. Ja. Ich weiß. Andere Menschen kaufen sich Sportwagen. Ich freue mich über Haushaltsgeräte. Willkommen in meinem Alter.

Früher bedeutete Wäsche waschen: Waschmaschine an. Warten. Wäsche ausräumen. Wäsche aufhängen. Warten. Wäsche abhängen. Zusammenlegen. Wegbringen. Ein Projekt mit mehreren Etappen. Fast wie eine Expedition.

Heute? Ich werfe die Wäsche hinein. Drücke auf einen Knopf. Und irgendwann kommt sie trocken wieder heraus. Das ist Magie. Anders kann ich es nicht erklären. Natürlich muss ich sie noch zusammenlegen. Man kann schließlich nicht alles haben.

Aber allein die Tatsache, dass ich keinen Wäscheständer mehr durch die Wohnung schiebe wie einen schlecht gelaunten Einkaufswagen, macht mich glücklich. Und genau da musste ich über etwas nachdenken. Vielleicht geht es in den Wechseljahren gar nicht immer darum, stärker zu werden. Vielleicht geht es manchmal darum, es sich leichter zu machen. Nicht alles allein zu stemmen. Nicht ständig perfekt sein zu wollen. Nicht jeden Berg zu Fuß zu erklimmen, wenn daneben ein Aufzug steht.

Vielleicht dürfen wir Lösungen nutzen. Vielleicht dürfen wir Energie sparen. Für die Dinge, die wirklich wichtig sind. Für unsere Familien. Für unsere Freunde. Für uns selbst. Oder einfach für einen ruhigen Abend auf dem Sofa. Ohne schlechtes Gewissen. Denn diese anderthalb Stunden am Tag bekomme ich nicht zurück. Aber ich kann entscheiden, wie ich die Zeit nutze, die mir bleibt.

Und ganz ehrlich? Wenn ein Haushaltsgerät dafür sorgt, dass ich entspannter bin, dann ist das für mich keine Ausgabe. Dann ist das Selbstfürsorge.

Während du vielleicht gerade vor einem Wäscheberg stehst und überlegst, ob er sich von allein zusammenlegt, sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel auf einem warmen Handtuch aus dem Waschtrockner, schaukelt mit den Beinen und flüstert:

„Manchmal sind es nicht die großen Veränderungen, die unser Leben leichter machen. Manchmal reicht es schon, wenn die Wäsche trocken aus der Maschine kommt und wir ein kleines Stück Zeit für uns zurückbekommen.“

Schön das du hier bist 🩶

Closed Burger: der Burger, der sich lieber einmummelt

An heißen Tagen greifen viele zu Salat, Melone oder kalten Snacks. Ich dagegen gehöre zur Fraktion: Abends muss es etwas Warmes sein! Und genau dafür ist dieser Closed Burger perfekt.
Als ich den viralen Trend zum ersten Mal gesehen habe, war mein erster Gedanke: „Ein Burger im Teigmantel? Das kann doch nur gut werden!“ Also wurde kurzerhand der Pizzateig aus dem Kühlschrank geholt, die Burger-Patties vorbereitet und losgelegt.


Das Ergebnis? Ein saftiger Burger mit geschmolzenem Käse, würziger Sauce, knackigen Gurken und leckeren Zwiebeln, komplett umhüllt von goldbraun gebackenem Teig. Quasi die gemütliche Kuscheldecke unter den Burgern.
Das Beste daran: Während draußen die Temperaturen verrücktspielen, kann man sich abends trotzdem etwas Warmes gönnen, ohne stundenlang in der Küche zu stehen. Einfach vorbereiten, in den Ofen schieben und gespannt warten, bis der Duft durch die Wohnung zieht.
Und seien wir ehrlich: Ein normaler Burger ist lecker. Aber ein Burger, der sich komplett versteckt und erst beim Anschneiden sein Innenleben zeigt? Das hat schon etwas Besonderes. Der überraschte Blick beim ersten Anschnitt ist garantiert!


Mein Fazit: Der Closed Burger hat definitiv einen festen Platz in meinem Rezept-Repertoire bekommen. Knusprig außen, saftig innen und einfach mega lecker. Da bleibt am Ende meist nur eine Frage offen:
Mache ich morgen wieder einen?

Wenn der Kühlschrank sagt: „Mehr hab ich nicht!“ 😜

Kennt ihr das? Man öffnet den Kühlschrank voller Hoffnung auf ein kulinarisches Wunderwerk und findet… eine Zucchini, eine Paprika, ein paar Eier und Käse. Kurz überlegt man, ob das schon als Mahlzeit oder eher als traurige Gemüse-WG zählt.


Aber genau aus solchen Situationen entstehen manchmal die besten Rezepte!
Aus meiner spontanen „Was-ist-denn-noch-da?-Challenge“ sind knusprige Zucchini-Paprika-Rösti aus der Heißluftfritteuse entstanden. Low Carb, proteinreich, sättigend und perfekt für die Arbeit am nächsten Tag. Und das Beste: Sie schmecken so gut, dass selbst die Kollegen neidisch auf die Lunchbox schielen könnten.


Wer jetzt wissen möchte, wie aus einer Zucchini, einer Paprika und ein paar Eiern ein echtes Mittagspausen-Highlight wird, findet das Rezept direkt oben im Bild.


Warnung: Kann dazu führen, dass man künftig absichtlich „nichts mehr im Haus hat“, nur um sie wieder zu machen.

Endlich Ferien! Oder: Warum sich beim Thema Schule seit den 90ern erstaunlich wenig verändert hat

In zwei Wochen sind Ferien und Gestern fiel dieser eine Satz. Der Satz, der zuverlässig das Ende eines Schuljahres ankündigt. Mein Exemplar stand vor mir und sagte: „Wir müssen morgen unsere Bücher abgeben.“

Für mich bedeutete das sofort: Na hoffentlich sehen die Bücher noch aus wie Bücher und nicht wie Überlebende eines Naturkatastrophengebiets.

Für mein Exemplar bedeutete es etwas ganz anderes. Nämlich: „Endlich vorbei.“Endlich bald  Ferien.

Endlich ausschlafen.Endlich keine Klassenarbeiten. Endlich keine Hausaufgaben. Und vor allem: „Endlich muss ich meine Klassenkameraden eine Weile nicht mehr sehen.“

Ich musste lachen. Nicht weil ich es nicht ernst nehme. Sondern weil ich in ihrem Alter exakt das Gleiche gedacht habe.

Schule in den 90ern

Wenn ich an meine eigene Schulzeit zurückdenke, dann erinnere ich mich erstaunlich wenig an den Unterricht.

Ich weiß noch, dass ich oft dachte: „Wofür brauche ich das eigentlich später?“ Eine Frage, die vermutlich jede Generation seit der Erfindung der Schule stellt. Ich erinnere mich an langweilige Stunden. An Fächer, die mich überhaupt nicht interessiert haben. An Lehrer, die großartig waren. Und an Lehrer, bei denen man bereits beim Betreten des Klassenraums wusste, dass das heute wieder ein sehr langer Tag wird.

Und natürlich erinnere ich mich an Mitschüler. Manche waren toll. Andere waren der Grund dafür, dass man sich morgens freiwillig eine Grippe gewünscht hat. Eigentlich also alles wie heute.

Was sich verändert hat

Und trotzdem beobachte ich als Mutter heute etwas, das mich manchmal wirklich nachdenklich macht. Das Schulsystem scheint für viele Kinder kaum noch Ruhe zu haben.

Lehrer wechseln ständig und damit meine ich in einem Schuljahr. In einem Jahr 3 Englischlehrer. Unterricht fällt aus. Vertretungsstunden werden zur Normalität, und dafür gibt es die perfekte Lösung: Apps. Inzwischen haben wir 2 Apps die den Unterricht koordinieren sollen. Da sieht man Ende keiner mehr durch. Jeder vermittelt Inhalte anders. Jeder hat seine eigene Methode. Jeder erklärt anders. Und irgendwo dazwischen sitzt mein Exemplar und versucht herauszufinden, wie sie das alles verstehen soll.

Manchmal habe ich das Gefühl, die Kinder müssen nicht nur den Stoff lernen. Sie müssen zusätzlich lernen, wie jeder einzelne Lehrer diesen Stoff erklärt. Das ist ungefähr so, als würde man jede Woche die Sprache wechseln. Nicht komplett. Aber gerade genug, um alle zu verwirren.

Die Sache mit den Hausaufgaben

Ein Punkt überrascht mich besonders. Es gibt kaum noch Hausaufgaben. Jetzt weiß ich, dass viele Kinder diesen Satz vermutlich feiern. Mein Exemplar vermutlich auch. Aber ich sehe das tatsächlich zwiespältig. Denn Hausaufgaben waren früher nicht nur eine Strafe für ein erfülltes Kinderleben. Sie hatten auch einen Sinn. Man konnte Inhalte wiederholen. Festigen. Üben. Fehler machen. Nochmal probieren. Heute scheint vieles direkt im Unterricht passieren zu müssen.

Das Problem ist nur: Nicht jedes Kind lernt gleich schnell. Nicht jedes Kind versteht alles sofort. Und manchmal braucht ein Gehirn einfach etwas mehr Zeit.

Das eigentliche Problem

Was mich aber am meisten beschäftigt, sind gar nicht die Noten. Es ist der Druck. Kinder stehen heute unter einem enormen Leistungsdruck. Sie vergleichen sich ständig. Mit Mitschülern. Mit sozialen Medien. Mit Erwartungen. Mit Dingen, die sie oft gar nicht beeinflussen können. Dabei vergessen wir manchmal etwas ganz Wichtiges.

Kinder sind keine Maschinen. Sie sind Menschen. Sie dürfen Fehler machen. Sie dürfen schlechte Tage haben. Sie dürfen Dinge nicht sofort verstehen. Und sie dürfen auch einmal scheitern. Denn genau daraus lernen sie.

Ferien sind manchmal wichtiger als Zeugnisse

Mein Exemplar hat dieses Schuljahr geschafft. Mit guten und weniger guten Momenten. Mit Erfolgen. Mit Frust. Mit Lernen. Mit Zweifeln. Und jetzt freut sie sich auf die Ferien. Und weißt du was?.Das darf sie.

Vielleicht sind Ferien sogar wichtiger als manche Note. Weil Kinder Zeit brauchen. Zeit zum Durchatmen. Zeit zum Kindsein. Zeit zum Ausschlafen. Zeit für Abenteuer. Zeit für Eis. Zeit für Langeweile. Denn genau in dieser Langeweile entstehen oft die schönsten Erinnerungen.

Was ich meinem Exemplar wünsche

Ich wünsche ihr keine perfekten Noten. Ich wünsche ihr Neugier. Mut. Selbstvertrauen. Und die Fähigkeit zu erkennen, dass eine Zahl auf einem Zeugnis niemals ihren Wert bestimmt. Denn sie ist so viel mehr als jede Note. Und das gilt übrigens für jedes Kind.

Während irgendwo Eltern heimlich aufatmen, weil sie sechs Wochen lang keine Brotdosen schmieren müssen, und Kinder bereits gedanklich im Freibad liegen, sitzt ein kleiner Wichtel auf einem abgegebenen Mathebuch, schaukelt mit den Füßen und flüstert:


„Nicht jede Rechnung im Leben muss richtig sein. Aber Ferien sind immer eine gute Idee. Also sammle Sonnenstrahlen, iss Eis und denke nicht zu oft an die Schule. Dafür ist später noch genug Zeit.“

Schön das du hier bist 🩶

Mein einfacher Protein-Tag in den Wechseljahren

Ich möchte keine Diät machen.

Ich möchte keine Mahlzeiten durch Shakes ersetzen.

Ich möchte mich einfach leichter, satter und energiegeladener fühlen.

Deshalb versuche ich aktuell, mehr Eiweiß in meinen Alltag einzubauen – ohne Stress, ohne Kalorienzählen und ohne auf das gemeinsame Abendessen mit meiner Tochter zu verzichten.

4:00 Uhr – Frühstück vor der Arbeit

Da ich sehr früh aufstehe, bereite ich mein Frühstück bereits am Vorabend vor.

Heute gibt es selbstgemachte Proteinbrötchen aus der Heißluftfritteuse.

Zutaten

  • 150 g Magerquark oder Skyr
  • 1 Ei
  • 60 g gemahlene Haferflocken
  • 20 g More Protein Sahne
  • 1 TL Backpulver
  • Prise Salz

Zubereitung

  1. Alle Zutaten verrühren.
  2. Den Teig 2–3 Minuten quellen lassen.
  3. 2–3 Brötchen formen.
  4. Bei 180 °C für 10–12 Minuten in der Heißluftfritteuse backen.

Dazu gibt es zwei Kaffee.

Die Brötchen schmecken hervorragend mit:

  • körnigem Frischkäse
  • Camembert
  • Marmelade
  • oder einfach pur

Auf der Arbeit

Nach dem Frühstück gibt es zunächst einen Matcha-Tee. Jetzt im Sommer genieße ich ihn auch gerne kalt mit More ICE Matcha Latte Protein, leicht zubereitet mit Wasser und Hafermilch.

So starte ich entspannt in den Arbeitstag.

10:00 Uhr – Meine Frühstückspause

Hier achte ich darauf, Eiweiß mit frischem Gemüse zu kombinieren.

Herzhafte Eier-Gemüse-Muffins

Zutaten für 2 große Muffins

  • 2 Eier
  • ¼ Paprika
  • ¼ kleine Zucchini
  • ½ Möhre
  • 1 kleine Kartoffel
  • 20–30 g Streukäse
  • 2–3 Scheiben Salami
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Gemüse vorbereiten.
  2. Eier verquirlen.
  3. Käse, Salami und Gemüse unterrühren.
  4. Würzen.
  5. In Muffinförmchen füllen.
  6. Bei 180 °C für 12–15 Minuten in der Heißluftfritteuse backen.

Dazu esse ich:

🥣 Skyr mit Chunky Flavour

🥒 Gurkenscheiben

🍎 etwas Obst nach Wahl

Diese Kombination liefert Eiweiß, Energie, schmeckt lecker und macht lange satt.

Für den kleinen Hunger zwischendurch

Wenn ich nachmittags Hunger bekomme, greife ich zu einem Proteinriegel.

Nicht weil ich muss.

Sondern weil es praktisch ist und mich bis zum Abendessen überbrückt.

Abends

Abends wird ganz normal gegessen.

Gemeinsam mit meiner Tochter.

Das ist mir wichtig.

Ich möchte keine Extra-Mahlzeiten kochen und nicht auf Familienzeit verzichten.

Ob Pasta, Kartoffeln, Auflauf oder ein anderes warmes Gericht – alles hat seinen Platz.

Mein Fazit

Für mich geht es nicht darum, perfekt zu essen.

Es geht darum, mich wohlzufühlen.

Mehr Eiweiß, etwas Vorbereitung und einfache Rezepte aus der Heißluftfritteuse helfen mir dabei.

Ich habe mehr Energie, bin länger satt und kann meinen Alltag entspannter meistern.

Und das ganz ohne Diätstress.

Schön das du hier bist 🩶

Ihr müsst euch das nicht sagen lassen

Heute Morgen saß mein Exemplar vor mir und sagte, dass sie Bauchschmerzen hat.
Als Mutter weiß man irgendwann, dass Bauchschmerzen nicht immer aus dem Bauch kommen.
Manchmal kommen sie aus dem Kopf.
Manchmal aus dem Herzen.
Und manchmal aus Worten.
Worten, die andere Menschen in den Mund nehmen und die dort vielleicht niemals hätten hineingehören sollen.
Sie wollte nicht in die Schule.
Nicht wegen einer Klassenarbeit.
Nicht wegen schlechter Noten.
Sondern wegen der Jungs.
Wegen der Dinge, die manche Jungs zu den Mädchen sagen.
Worte, die ich selbst nicht einmal gerne ausschreibe.
Schimpfwörter.
Beleidigungen.
Abwertungen.
Und Worte, die kein Mädchen über sich hören sollte.
Natürlich weiß ich als Erwachsene, dass diese Jungen oft selbst unsicher sind.
Dass sie Grenzen austesten.
Dass sie dazugehören wollen.
Dass sie manchmal Dinge sagen, deren Bedeutung sie selbst nicht einmal vollständig verstehen.
Aber weißt du was?
Das macht die Worte nicht weniger verletzend.
Denn auf der anderen Seite sitzt ein Mädchen.
Ein Mädchen, das gerade erst herausfindet, wer es eigentlich ist.
Ein Mädchen, das morgens vor dem Spiegel steht und sich fragt, ob die Haare heute sitzen.
Ob die Pickel auffallen.
Ob die Hose komisch aussieht.
Ob die anderen sie mögen.
Und dann kommt jemand daher und wirft Worte nach ihr, als wären sie bedeutungslos.
Sind sie aber nicht.
Worte haben Gewicht.
Vor allem in einem Alter, in dem man sich selbst noch sucht.
Ich würde meinem Exemplar gerne all das ersparen.
Wirklich.
Ich würde ihr gerne meine Lebenserfahrung in die Schultasche packen.
Zwischen Matheheft und Brotdose.
Damit sie jederzeit darauf zurückgreifen kann.
Aber so funktioniert das Leben leider nicht.
Zwischen ihr und mir liegen Jahrzehnte.
Erfahrungen.
Fehler.
Enttäuschungen.
Und Erkenntnisse.
Erkenntnisse, die man oft erst bekommt, wenn man älter wird.
Eine davon lautet:
Du musst dir nicht alles gefallen lassen.
Nicht heute.
Nicht morgen.
Und nicht irgendwann.
Vor allem nicht von Menschen, die gar nicht wissen, wer du wirklich bist.
Und deshalb möchte ich heute etwas zu den Mädchen sagen.
Zu meinem Exemplar.
Und zu allen anderen Mädchen da draußen.
Wenn ein Junge dich beleidigt, macht dich das nicht zu dem, was er sagt.
Wenn jemand versucht, dich klein zu machen, wirst du dadurch nicht kleiner.
Wenn jemand deinen Wert nicht erkennt, verliert nicht du deinen Wert.
Sondern er zeigt nur, dass er ihn nicht sehen kann.
Und ganz ehrlich?
Ihr müsst euch das nicht sagen lassen.
Nicht von Jungs, die es nicht einmal wert sind, dass ihr euch in zehn Jahren noch an ihren Namen erinnert.
Nicht von Jungs, die heute laut sind und morgen keine Rolle mehr in eurem Leben spielen.
Nicht von Menschen, die ihre eigene Unsicherheit auf andere werfen wie Konfetti.
Denn die Wahrheit ist:
Die meisten dieser Menschen werden irgendwann verblassen.
Die Erinnerungen an sie werden verblassen.
Ihre Meinung wird verblassen.
Ihr Name wird verblassen.
Aber ihr bleibt.
Ihr lebt mit euch selbst euer ganzes Leben.
Deshalb ist eure eigene Meinung über euch so viel wichtiger als die irgendeines Jungen auf einem Schulhof.
Ich weiß, dass das schwer ist.
Ich weiß, dass man mit dreizehn nicht einfach beschließt, sich nichts mehr zu Herzen zu nehmen.
Das konnte ich damals auch nicht.
Wir alle wollten dazugehören.
Wir alle wollten gemocht werden.
Wir alle haben Dinge geglaubt, die andere über uns gesagt haben.
Aber wenn ich heute zurückblicke, dann weiß ich etwas ganz sicher:
Keiner der Menschen, die mich damals verletzt haben, bestimmt heute mein Leben.
Keiner.
Und die meisten könnte ich wahrscheinlich nicht einmal mehr auf der Straße erkennen.
Deshalb wünsche ich meinem Exemplar etwas anderes.
Nicht, dass sie niemals verletzt wird.
Das kann ich ihr leider nicht versprechen.
Ich wünsche ihr, dass sie lernt, ihren eigenen Wert zu kennen.
Dass sie lernt, sich selbst zu vertrauen.
Und dass sie eines Tages erkennt, dass die Meinung der falschen Menschen niemals wichtiger sein darf als die eigene.


Und während du vielleicht gerade selbst ein Mädchen bist, das an sich zweifelt, oder eine Mutter, die ihr Kind stark machen möchte, sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel auf einer Schulbank, baumelt mit den Beinen und flüstert:


„Die Menschen, die wirklich wichtig werden in deinem Leben, werden dich niemals klein machen, damit sie größer wirken. Und die Menschen, die das tun, sind oft nicht einmal die Mühe wert, sich ihren Namen zu merken.“

Schön, dass du hier bist 🩶

Das Protein Gemüsebrot, das auch mit Hitzewallung gelingt

Für alle Frauen, die morgens um 4 Uhr aufstehen, mittags funktionieren müssen und abends trotzdem noch wissen wollen, wo sie ihre Autoschlüssel hingelegt haben.


Zutaten
Findest du oben auf dem Bild. Du kannst auch anderes Proteinpulver nehmen, so wie es dein Geschmack hergibt.


Was die Wechseljahre dazu sagen:
▫️Hitzewallung: „Brauchen wir wirklich Brot?“


▫️Nachmittagstief: „Ja. Und zwar sofort.“

Zubereitung

Möhren raspeln.
Lauchzwiebeln schneiden. Quark und Eier verrühren. Haferflocken und den ganzen Rest unterheben.
Alles zusammenrühren.


Wichtig: Nicht wundern.
Der Teig sieht aus, als hätte ein Kaninchen und ein Bodybuilder gemeinsam gekocht.
In die Silikonform geben.


25–30 Minuten in die Heißluftfritteuse bei 160 Grad.


Während das Brot backt
✔️ Küche aufräumen
✔️ Kaffee trinken
✔️ Kurz vergessen, warum man eigentlich in die Küche gekommen ist
Ergebnis
Ein Brot, das:
✅ satt macht
✅ Eiweiß liefert
✅ morgens um 4 Uhr keinen Stress verursacht, wenn man es einen Tag vorher zubereitet
✅ länger durchhält als manche Motivation am Montag

Stephanie testet…
⭐⭐⭐⭐⭐
Protein-Gemüsebrot
Schwierigkeitsgrad:
Auch machbar mit einer Gehirnzelle vor dem ersten Kaffee.
Familientest:
Tochter hat gefragt, ob noch welches da ist.
Wechseljahre-Test:
Kein Heißhunger bis zum Mittag.
Küchenchaos-Faktor:
3 von 10 Möhrenraspeln.

Viel Spass beim nachbacken🧑‍🍳

Ernährung in den Wechseljahren oder warum ich Essen mehr liebe als Sport

Ich liebe Essen. Wirklich. Ich liebe Essen eindeutig mehr als Menschen. Zumindest an manchen Tagen. Vor allem dann, wenn Menschen anstrengend sind und Essen nicht zurückredet. Essen diskutiert nicht. Essen hinterfragt meine Entscheidungen nicht. Essen rollt nicht mit den Augen, wenn ich zum dritten Mal dieselbe Geschichte erzähle. Essen ist einfach da. Zuverlässig. Verständnisvoll. Und meistens sehr lecker.

Sport hingegen… Nun ja. Sport und ich führen seit Jahren eine sehr komplizierte Beziehung. Genauer gesagt führt der Sport die Beziehung. Und ich versuche ihm aus dem Weg zu gehen. Natürlich weiß ich, dass Bewegung wichtig ist. Natürlich weiß ich, dass man etwas für seinen Körper tun sollte. Aber wenn ich die Wahl habe zwischen einer Stunde auf dem Crosstrainer und einem gemütlichen Abend auf dem Sofa mit einer Tasse Tee, dann gewinnt der Tee. Jedes Mal. Mit großem Abstand.

Nun sind die Wechseljahre allerdings äußerst kreativ, wenn es darum geht, uns auf neue Ideen zu bringen. Plötzlich funktioniert der Körper anders. Dinge, die früher problemlos liefen, laufen plötzlich überhaupt nicht mehr. Der Stoffwechsel macht sein eigenes Ding. Die Energie schwankt. Und die Waage scheint nachts heimlich neue Zahlen zu würfeln.

Irgendwann kam deshalb auch bei mir der Punkt, an dem ich dachte: Vielleicht sollte ich mir meine Ernährung einmal genauer anschauen und meine Ernährung umstellen. Und ich meine damit nicht den klassischen Wechsel vom Kühlschrank zum Stubentisch. Das beherrsche ich bereits auf olympischem Niveau. Nein. Ich meine wirklich Ernährung.

Also setzte ich mich hin. Soweit mein Urteilsvermögen das zuließ. Und begann nach Lösungen zu suchen. Dabei bin ich auf die Marke More gestoßen. Keine Werbung. Einfach meine persönliche Erfahrung.

Das Lustige ist, dass ich mit solchen Produkten früher immer meine Schwierigkeiten hatte. Diese typischen Shakes. Pulver. Getränke. Alles, was man anrühren muss. Das Problem war nicht einmal die Idee dahinter. Das Problem war der Geschmack. Oder eher mein Gesichtsausdruck beim Trinken. Denn viele dieser Produkte schmeckten für mich ungefähr so attraktiv wie Tapetenkleister. Und wer mich kennt, weiß: Ich esse gerne. Ich kaue gerne. Ich möchte das Gefühl haben, wirklich etwas gegessen zu haben. Ein Shake ersetzt für mich kein Essen. Ein Shake macht mich nicht glücklich. Und unglücklich möchte ich in den Wechseljahren nun wirklich nicht auch noch sein.

Deshalb begann ich, meinen eigenen Weg zu suchen. Meinen eigenen Ernährungsplan. Ohne Verbote. Ohne Hungern. Ohne das Gefühl, ständig auf etwas verzichten zu müssen. Denn genau da liegt für mich der wichtigste Punkt. Eine Ernährungsumstellung muss zum Leben passen. Nicht umgekehrt. Was bringt mir der perfekte Ernährungsplan, wenn ich ihn nach drei Tagen hasse? Was bringt mir eine Diät, wenn ich dabei dauerhaft schlechte Laune habe? Davon hat niemand etwas. Weder ich. Noch mein Umfeld. Und glaubt mir:

Eine Frau in den Wechseljahren mit Hunger sollte man grundsätzlich nicht provozieren.

Für mich war deshalb schnell klar: Das gemeinsame Abendessen mit meinem Exemplar bleibt. Punkt. Das ist unsere Zeit. Unsere wichtigste Mahlzeit. Dort wird geredet. Gelacht. Diskutiert. Manchmal auch verhandelt. Und genau deshalb wollte ich daran nichts verändern.

Also habe ich angefangen, die anderen Mahlzeiten anzupassen. Mehr Eiweiß. Mehr Proteine. Mehr Lebensmittel, die lange satt machen. Mehr Dinge, die meinem Körper guttun. Und tatsächlich bietet More dafür viele Möglichkeiten. Vor allem für Menschen wie mich, die lieber essen als trinken.

Mein Exemplar zieht übrigens erstaunlich gut mit. Manche Produkte mag sie sogar selbst. Das macht die Sache natürlich deutlich einfacher. Wobei Jugendliche ohnehin faszinierende Wesen sind. Manchmal verweigern sie Gemüse mit der Leidenschaft eines Freiheitskämpfers. Und am nächsten Tag essen sie freiwillig proteinreiche Snacks. Verstehen muss man das nicht. Man muss es einfach akzeptieren.

Was ich aber wirklich gelernt habe: Die Wechseljahre sind kein Wettkampf. Es geht nicht darum, möglichst schnell möglichst viel abzunehmen. Es geht nicht darum, perfekt zu essen. Es geht auch nicht darum, sich jeden Genuss zu verbieten. Es geht darum, sich wohlzufühlen. Im eigenen Körper. Im eigenen Alltag. Im eigenen Leben.

Und manchmal bedeutet das eben auch, einen proteinreichen Frühstücksquark zu essen und abends trotzdem gemeinsam mit seinem Kind eine warme Mahlzeit zu genießen. Manchmal bedeutet Gesundheit nicht Verzicht. Sondern Balance. Deshalb möchte ich euch in den nächsten Wochen und Monaten gerne mitnehmen. Auf meine ganz persönliche Reise. Durch Rezepte. Durch Erfahrungen. Durch kleine Erfolge. Und vermutlich auch durch einige lustige Fehlversuche. Denn nicht jedes Rezept wird ein Meisterwerk werden. Manches wird wahrscheinlich aussehen wie ein biologisches Experiment. Aber genau das gehört dazu. Am Ende geht es nicht darum, perfekt zu sein. Sondern darum, Wege zu finden, die zu uns passen. Denn Ernährung sollte uns stärken. Nicht stressen.

Und während du vielleicht gerade darüber nachdenkst, welche kleinen Veränderungen deinem Körper guttun würden, sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel auf einer Heißluftfritteuse, knabbert zufrieden an einem proteinreichen Snack und flüstert:

„Vielleicht bedeutet gesund leben nicht, auf alles zu verzichten, was du liebst. Vielleicht bedeutet es einfach, besser auf das zu hören, was dein Körper gerade braucht. Und manchmal braucht er eben Eiweiß. Manchmal Ruhe. Und manchmal einfach ein gemeinsames Abendessen mit den Menschen, die wir lieben.“

Schön, dass du hier bist. 🩶

Die kleine Maus in der Eistruhe

Eigentlich wollte ich nur eine Eistruhe kaufen.
Eine kleine.
Eine wirklich kleine.
Zumindest hatte ich mir das so vorgestellt.
Nun muss man dazu sagen, dass meine Fähigkeiten in den Bereichen Größenverhältnisse, Maßeinschätzung und räumliches Vorstellungsvermögen ungefähr auf dem Niveau eines leicht verwirrten Goldfisches liegen.
Auf Etsy sah die Truhe jedenfalls wunderbar klein aus.
Perfekt für meinen selbstgebauten Marktplatz.
Also bestellt.
Voller Vorfreude.
Und wie das Leben manchmal so spielt, kam sie an und war ungefähr dreimal größer als erwartet.
Vielleicht auch viermal.
Ich habe nicht nachgemessen.
Das hätte ohnehin nichts geändert.
Da stand sie nun. Groß. Rot.


Und definitiv zu groß für den Platz, für den sie eigentlich gedacht war.
Normale Menschen hätten wahrscheinlich gedacht:
„Mist. Falsch bestellt.“
Ich hingegen schaute die Truhe an und dachte:
„Da könnte jemand drin wohnen.“
So entstehen wahrscheinlich Geschichten.
Oder Wichtelwohnungen.
Oder Mäusewohnungen.
Die Grenzen sind fließend.
Also holte ich meinen Dremel hervor.
Wenn man einen Dremel in der Hand hält, wird man automatisch kreativ. Oder gefährlich. Manchmal beides gleichzeitig.


Ich bohrte ein Loch hinein. Dann noch eins.
Und plötzlich entstand eine Idee. Eine kleine Wohnung. Mit einer Tür. Mit einer Leiter.
Mit Möbeln aus Eisstielen.
Und natürlich mit einem Bewohner.
Eine kleine Maus zog ein.
Später bekam sie sogar einen Mitbewohner.
Denn wer möchte schon alleine in einer Eistruhe wohnen?


So wurde aus einer viel zu großen Eistruhe eine kleine Geschichte.
Oder zumindest der Anfang einer.
Denn die eigentliche Geschichte muss ich erst noch schreiben.
Aber manchmal beginnt eine Geschichte lange bevor das erste Wort auf Papier landet.
Manchmal beginnt sie mit einer Idee.
Oder mit einer Eistruhe, die viel zu groß geliefert wurde.
Während ich die kleine Wohnung baute, passierte etwas Merkwürdiges.
Etwas, das mir oft passiert, wenn ich bastle.
Erinnerungen kamen zurück.
Nicht laut.
Nicht aufdringlich.
Eher wie alte Freunde, die plötzlich vor der Tür stehen.


Und alles begann mit Eis.
Denn ich bin Mitte der Achtziger geboren.
Also noch in der DDR.
Und damals gab es etwas, das für mich zu den schönsten Kindheitserinnerungen gehört:
Softeis.
Dieses wunderbar cremige Softeis.
Für uns war das etwas Besonderes.
Nicht etwas, das man jeden Tag bekam.
Sondern etwas, worauf man sich freute.
In unserer Stadt gab es eine kleine Eisdiele.
Die gibt es übrigens heute noch.
Und dort bekam man dieses Softeis.
Ich nahm immer Streusel dazu.
Natürlich.
Denn Streusel machten aus Eis etwas Magisches.
Zumindest für Kinder.
Eigentlich wahrscheinlich auch heute noch.
Wenn ich die Augen schließe, sehe ich mich noch dort stehen.
Mit klebrigen Fingern.
Viel zu glücklich.
Und fest davon überzeugt, dass es nichts Besseres auf der Welt geben kann.


Dann kam die Wende. Und da zogen wir aufs Dorf. Dort wartete eine ganz andere Eiserinnerung auf mich. Der Eiswagen. Jeden Samstag. Pünktlich. Zuverlässig. Fast schon wie ein Naturgesetz. Und das Beste war:
Man hörte ihn schon lange bevor man ihn sah.
Irgendwo am Anfang des Dorfes erklang die Melodie.
Und sofort wusste jedes Kind: Jetzt geht es los.
Innerhalb weniger Sekunden setzte im gesamten Dorf hektische Betriebsamkeit ein.
Kinder rannten los. Türen flogen auf.
Eltern wurden gesucht.
Und überall hörte man dieselbe Frage:
„Kann ich fünfzig Pfennig haben?“
Es war völlig egal, was man gerade gemacht hatte.
Hausaufgaben?
Unwichtig.
Fernsehen?
Unwichtig.
Spielen?
Unwichtig.
Der Eiswagen hatte oberste Priorität.
Und dann stand man an der Straße.
Mit seinem Geldstück fest in der Hand.
Und hoffte, dass noch genug Eis da war.
Heute würde man wahrscheinlich von einem Event sprechen.
Für uns war es einfach Samstag.
Die Sorten waren überschaubar.
Vanille.
Schoko.
Erdbeere.
Engelblau.
Mehr brauchte kein Mensch.
Zumindest kein Kind.
Und trotzdem schmeckte jede Kugel nach Sommer.
Nach Freiheit.
Nach Ferien.
Nach Kindheit.


Später kamen dann diese Eistruhen.
Die großen von Langnese. Mit den bunten Bildern.
Und natürlich mit dieser Werbung.
„Like ice in the sunshine…“
Sobald die Werbung im Fernsehen lief, hatte man automatisch Lust auf Eis.
Völlig egal, ob draußen dreißig Grad waren oder Regen gegen die Scheiben prasselte. Man wollte Eis. Sofort.
Und wenn wir schon bei Erinnerungen sind:
Da war auch noch Eis am Stiel.
Diesen Film haben wir geschaut.
Obwohl wir eigentlich noch viel zu jung dafür waren. Zumindest offiziell.
Inoffiziell gehörte das wahrscheinlich zur Jugendkultur. Man verstand die Hälfte nicht.
Aber man schaute ihn trotzdem. So wie alle anderen auch.
Wenn ich heute darüber nachdenke, merke ich, dass Eis für viele Menschen viel mehr ist als nur eine kalte Süßigkeit.
Eis ist Erinnerung.
Eis ist Kindheit.
Eis ist Sommer.
Eis ist Familie.
Eis ist dieses Gefühl, wenn man für einen kurzen Moment alles um sich herum vergisst.
Vielleicht lieben wir Eis deshalb so sehr.
Nicht wegen der Kalorien.
Nicht wegen der Schokolade.
Nicht wegen der Waffel.
Sondern wegen der Erinnerungen.
Weil in jeder Kugel ein kleines Stück Vergangenheit steckt.
Und weil manche Geschmäcker uns direkt zurück in eine Zeit bringen können, die längst vergangen ist.
Eine Zeit, die nie wieder genauso zurückkommen wird.
Und vielleicht macht genau das sie so wertvoll.

Übrigens habe ich meine Liebe zu Eis offenbar erfolgreich vererbt.
Mein Exemplar liebt Eis mindestens genauso sehr wie ich.
Vielleicht sogar mehr.
Und wehe, die Truhe ist leer.
Dann kann ich mir wirklich eine Pfeife anstecken.
Das wird sofort bemerkt.
Schneller als jede schlechte Schulnote.
Schneller als jede verschwundene Haarbürste.
Schneller als jede vergessene Brotdose.
Eis besitzt offenbar einen ganz besonderen Stellenwert.
Genetisch bedingt, vermute ich.
Anders kann ich es mir nicht erklären.
Und so steht nun diese kleine Eistruhe bei mir.
Mit einer Maus darin.
Mit einer kleinen Wohnung.
Mit einer Geschichte, die noch geschrieben werden möchte.
Und mit ganz vielen Erinnerungen, die sie bereits jetzt in sich trägt.
Vielleicht ist das das Schönste am Älterwerden.
Dass plötzlich die kleinsten Dinge Erinnerungen wecken können.
Eine Melodie.
Ein Geruch.
Ein Geschmack.
Oder eine viel zu große Eistruhe.

Und während irgendwo eine kleine Maus ihre neue Wohnung in einer Eistruhe einrichtet, sitzt ein kleiner Wichtel auf dem Deckel, schleckt genüsslich an einer Kugel Engelblau und flüstert:

„Manche Erinnerungen schmelzen nie. Sie verstecken sich nur eine Weile und warten darauf, von einem Lied, einem Duft oder einer viel zu großen Eistruhe wieder geweckt zu werden.“

Schön, dass du hier bist 🩶

Was würde ich meinem 20-jährigen Ich sagen?

Was würdest du deinem 20-jährigen Ich gern sagen?

Heute bin ich über die Frage gestolpert und ich finde sie toll.

Was würdest du deinem 20-jährigen Ich sagen?

Und ganz ehrlich?

Mein erstes Bedürfnis war, mich hinzusetzen, mein 20-jähriges Ich liebevoll an den Schultern zu packen und zu sagen: „Mädchen, entspann dich mal.“

Wirklich. Entspann dich.

Denn wenn ich heute an mich mit zwanzig denke, sehe ich einen Menschen, der ständig auf der Suche war.

Auf der Suche nach Antworten. Auf der Suche nach Liebe. Auf der Suche nach Freundschaften. Auf der Suche nach dem perfekten Platz im Leben. Und vor allem auf der Suche nach Zugehörigkeit.

Mit zwanzig wollte ich unbedingt dazugehören. Ich wollte Menschen finden, die bleiben. Eine beste Freundin. Einen Seelenpartner. Menschen, die mich verstehen. Und wenn ich ehrlich bin, hätte ich damals wahrscheinlich so ziemlich jeden genommen, der freundlich gelächelt hat. Nicht weil ich verzweifelt war. Sondern weil ich glaubte, dass Glück irgendwo außerhalb von mir auf mich wartet.

Heute weiß ich: Das tut es nicht.

Mit zwanzig war ich außerdem fest davon überzeugt, dass meine Meinung die richtige ist. Nicht eine mögliche Meinung. Nicht eine interessante Sichtweise. Nein. Die richtige. Punkt. Diskussion beendet. Ich hatte zu allem eine Meinung. Und meistens auch direkt die passende Erklärung dazu. Rückblickend betrachtet war ich wahrscheinlich anstrengend. Sehr anstrengend. Wahrscheinlich hätte ich mit meinem heutigen Ich keine fünf Minuten diskutieren können, ohne dass eine von uns genervt den Raum verlassen hätte.

Heute ist das anders. Heute finde ich andere Meinungen spannend. Nicht weil ich meine eigene verloren habe. Sondern weil ich verstanden habe, dass die Welt nicht nur aus Schwarz und Weiß besteht. Menschen haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Unterschiedliche Geschichten erlebt. Unterschiedliche Wege hinter sich. Und genau deshalb kommen sie manchmal zu völlig anderen Ergebnissen. Das finde ich inzwischen faszinierend.

Mit zwanzig wollte ich Recht haben. Heute möchte ich verstehen. Das ist ein großer Unterschied.

Wenn ich meinem jüngeren Ich noch etwas sagen dürfte, dann wahrscheinlich auch das: „Hör auf, ständig perfekt sein zu wollen.“ Denn auch das hat mich lange begleitet. Ich wollte alles richtig machen. Die richtigen Menschen kennenlernen. Die richtigen Entscheidungen treffen. Die richtigen Wege gehen. Bloß keinen Fehler machen. Heute kann ich darüber nur schmunzeln.

Denn die meisten Dinge, die mich wirklich weitergebracht haben, entstanden aus Situationen, die überhaupt nicht perfekt waren. Manche meiner größten Lektionen kamen durch Fehler. Manche meiner wichtigsten Erkenntnisse durch Enttäuschungen. Und einige meiner schönsten Erinnerungen entstanden genau dann, wenn überhaupt nichts nach Plan lief.

Mit zwanzig dachte ich außerdem, dass viele Menschen um mich herum automatisch bedeuten, dass ich glücklich bin. Heute weiß ich, dass das nicht stimmt. Ich verbringe gerne Zeit mit Menschen. Aber ich verbringe auch gerne Zeit mit mir selbst. Und das hätte mein 20-jähriges Ich wahrscheinlich überhaupt nicht verstanden. Damals bedeutete Alleinsein für mich oft Einsamkeit. Heute bedeutet Alleinsein manchmal Frieden. Ruhe. Durchatmen. Keine Erwartungen. Keine Verpflichtungen. Einfach ich. Und weißt du was? Das ist völlig in Ordnung.

Vielleicht würde ich meinem 20-jährigen Ich am Ende nur einen einzigen Satz mitgeben: „Du musst nicht überall dazugehören.“

Denn ich glaube, genau das hat sich im Laufe meines Lebens am stärksten verändert. Früher wollte ich dazugehören. Heute möchte ich einfach ich selbst sein. Früher wollte ich, dass andere mich mögen. Heute ist mir wichtiger, dass ich mich selbst mag. Früher habe ich viel Energie darauf verwendet, Erwartungen zu erfüllen. Heute investiere ich meine Energie lieber in Dinge, die mich glücklich machen. Und ganz ehrlich? Das fühlt sich deutlich leichter an.

Und während irgendwo mein 20-jähriges Ich wahrscheinlich gerade wieder versucht, die Welt zu retten, den perfekten Menschen zu finden und allen ihre Meinung zu erklären, sitzt ein kleiner Wichtel auf ihrer Schulter, schaukelt mit den Beinen und flüstert:

„Du musst nicht alles wissen. Du musst nicht perfekt sein. Du musst nicht überall dazugehören. Das Leben wird dir vieles zeigen, manches beibringen und einiges wieder nehmen. Aber am Ende wirst du feststellen, dass die wichtigste Person, bei der du ankommen musst, immer du selbst bist.“

Schön, dass du hier bist. 🩶