Jugendliche heute, warum man Tomatensoße nicht mit einem Herz ausschöpft

Ein neuer Artikel darf entstehen.
Und glaubt mir, das war mit Abstand das Lustigste, was ich diese Woche erlebt habe. Also wirklich. Ich musste erst lachen. Dann nachdenken. Dann wieder lachen.
Aber bevor ich euch erzähle, warum meine Erziehung offenbar irgendwo zwischen Holzlöffel und WLAN verloren gegangen ist, reisen wir erst einmal zurück.


Zurück in die 90er.
Damals, als Handys ungefähr so groß waren wie ein Ziegelstein, TikTok noch nicht einmal als Buchstabenkombination existierte und Google nicht unsere zweite Mutter war.
Meine Eltern waren beide arbeiten. Also war nach der Schule nicht „Netflix und Chillen“ angesagt, sondern eher „Spülbecken und Schrubber“.
Ich habe abgewaschen.
Gefegt.
Gesaugt.
Wäsche gewaschen.
Kochen gelernt.


Und wenn irgendwo Unkraut wuchs, durfte ich das selbstverständlich auch entfernen.
Wobei… „durfte“ ist vielleicht das falsche Wort.
Ich habe damals übrigens versucht, mich beim Unkrautzupfen absichtlich ein bisschen dumm anzustellen. Vielleicht würde ich ja irgendwann nicht mehr gefragt werden.
Hat nicht funktioniert.
Bis heute hasse ich Unkraut.
Ich mag Blumen.
Geschnitten.
In einer Vase.
Da sehen sie hübsch aus und ich muss nichts dafür tun.
Aber Unkraut…
Ich würde wahrscheinlich jeder Pflanze einen neuen Namen geben, nur damit ich sie nicht zupfen muss.
„Nein, das ist kein Löwenzahn. Das ist seltenes Bodengrün.“
Vielleicht kann man daraus ja auch Butter machen.
Das wäre für mich definitiv die angenehmere Lösung.
Jedenfalls konnte ich schon früh eine Waschmaschine bedienen.
Ich wusste, wie man Kartoffeln schält.


Und, haltet euch fest, ich konnte einen Kochlöffel von einer Suppenkelle unterscheiden.
Ja.
Das war damals tatsächlich möglich.
Und genau hier beginnt die Geschichte, die mein Weltbild gestern kurz erschüttert hat.
Ich hatte Nudeln mit Tomatensoße gekocht.
Ganz klassisch.
So wie früher.
Mit angebratenen Würstchen.
Ich liebe dieses Essen bis heute.
Und mein Exemplar glücklicherweise auch.
Beim Kochen benutze ich am liebsten einen Holzlöffel.
Nicht irgendeinen.
Meiner hat in der Mitte ein ausgestanztes Herz.
Sieht wunderschön aus.
Romantisch.
Fast schon dekorativ.


Nachdem alles fertig war, sagte ich ganz entspannt:
„Du kannst dir schon mal etwas auf den Teller machen.“
Sie nickte.
Ich beobachtete sie nur so nebenbei.
Die Nudeln…
Kein Problem.
Die landeten problemlos auf dem Teller.
Und dann…
Dann griff sie nach dem Holzlöffel.
Mit dem Herz.
Und versuchte allen Ernstes, damit die Tomatensoße aus dem Topf zu schöpfen.
Mit einem Löffel.
Der ein Loch in der Mitte hat.
In Herzform.
Ich stand daneben.
Mein Mund war offen.
Und das kommt wirklich selten vor.
Wer mich kennt, weiß, dass ich grundsätzlich immer etwas zu sagen habe.
Aber in diesem Moment…
Nichts.
Mein Gehirn machte kurz Feierabend.
Ich schaute sie an.
Sie schaute den Löffel an.
Dann wieder in den Topf.
Dann wieder den Löffel.
Und irgendwann merkte sie selbst, warum das nicht funktionieren wollte.
Wir mussten beide so lachen.
Und ganz ehrlich?
Das war einer dieser Momente, die man nie wieder vergisst.


Aber nachdem ich mich wieder eingekriegt hatte, musste ich über etwas nachdenken.
Wie unterschiedlich unsere Kindheit eigentlich war.
Wir mussten vieles einfach können.
Nicht, weil wir besonders talentiert waren.
Sondern weil es selbstverständlich war.
Heute wächst eine Generation auf, die innerhalb von zehn Sekunden erklären kann, wie man ein Handy zurücksetzt, ein Video schneidet oder einen Filter benutzt.
Aber ein Holzlöffel mit Herz…
…ist plötzlich eine Suppenkelle.
Vielleicht liegt es gar nicht an den Kindern.
Vielleicht leben sie einfach in einer anderen Welt.
Wenn TikTok etwas nicht erklärt hat, existiert es gefühlt nicht.
Und wenn Mama etwas erklärt…
…ist das meistens schon beim ersten Satz wieder vergessen.
„Ja, Mama.“
Drei Sekunden später:
„Mama?“
Manchmal habe ich das Gefühl, unsere Generation hat gelernt, Probleme selbst zu lösen.
Die heutige Generation googelt erst einmal.
Oder fragt ChatGPT.
Oder Mama.
In genau dieser Reihenfolge.


Und trotzdem…
Ich möchte gar nicht tauschen.
Denn zwischen all den kleinen Missgeschicken entstehen genau diese Geschichten, über die wir Jahre später noch lachen.
Und ganz ehrlich…
Seit gestern weiß ich:
Ein Herz kann vieles.
Aber Tomatensoße schöpfen gehört definitiv nicht dazu.

Und wenn irgendwo ein kleiner Wichtel gerade versucht, Tomatensoße mit einem Holzlöffel voller Herzlöcher auf seinen Teller zu schöpfen, dann sitzt wahrscheinlich ein anderer Wichtel daneben, schüttelt lachend den Kopf und sagt:

„Manche Lektionen muss man eben selbst lernen. Sonst hätten wir doch später nichts zu lachen.“

Die Stille Gefahr der Einsamkeit

Neulich hörte ich einen Podcast.

Ja, das kommt tatsächlich vor. Manchmal bekommt mein Gehirn auch etwas anderes zu hören als die Frage, wo mein Exemplar schon wieder meine Haarbürste versteckt hat.

Darin ging es um einen Begriff, den wahrscheinlich die wenigsten außerhalb der Pflege kennen:

Deprivationsprophylaxe.

Allein dieses Wort klingt schon so kompliziert, dass man erst einmal tief Luft holen muss.

Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr wurde mir bewusst, dass wir über dieses Thema eigentlich viel zu selten sprechen.

Dabei betrifft es irgendwann fast jede Familie.


Ich arbeite in der Pflege.

Und ich erlebe Dinge, die Außenstehende oft gar nicht sehen.

Ich habe Frauen erlebt, die anderen Frauen plötzlich an den Po gefasst haben.

Nicht, weil sie Grenzen überschreiten wollten.

Sondern weil eine Demenz das Gehirn verändert hat.

Ich habe Männer erlebt, die Pflegekräften oder Mitbewohnerinnen ungefragt an die Brust gefasst haben.

Auch sie waren dement.

Für Außenstehende wirkt so etwas oft befremdlich.

Für uns Pflegekräfte bedeutet es, professionell zu handeln, Grenzen zu schützen und gleichzeitig zu verstehen, dass Krankheit das Verhalten eines Menschen verändern kann.

Und dann gibt es diese ganz stillen Momente. Momente, die mich jedes Mal berühren. Zwei alte Menschen, die sich gefunden haben. Sie sitzen Hand in Hand auf einer Bank. Sie kuscheln. Sie geben sich einen Kuss. Manchmal schlafen sie sogar gemeinsam in einem Bett ein. Nicht, weil jemand sie dazu drängt. Sondern weil beide das möchten. Und weißt du was? Ich finde das wunderschön. Denn meistens geht es gar nicht um Sexualität.

Es geht um Nähe. Um Wärme. Um Geborgenheit. Um das Gefühl, noch ein Mensch zu sein. Noch gesehen zu werden. Noch gemocht zu werden. Denn genau das wünschen wir uns doch alle.

Das passiert alles ganz oft weil sie Einsam sind und jeder auf seine Art und Weise Nähe sucht. Nicht jeder kann es einfach so ausdrücken.


Während ich den Podcast hörte, kamen plötzlich ganz andere Gedanken.

Ich musste an den Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI denken. Er soll nächstes Jahr ausgetauscht werden gegen das Sozialraumbudget.

Viele kennen ihn wahrscheinlich nur als irgendeine Leistung der Pflegeversicherung.

Für mich bedeutet er etwas ganz anderes. Er bedeutet Zeit. Gespräche. Gemeinsame Spaziergänge. Spielen. Lachen. Einfach da sein.

Vor allem ermöglicht er vielen pflegebedürftigen Menschen, in ihrer gewohnten Umgebung bleiben zu können, anstatt jeden Tag eine Tagespflege besuchen zu müssen.

Gerade Menschen im betreuten Wohnen oder in der ambulanten Pflege profitieren davon.

Sie bleiben dort, wo ihre Erinnerungen wohnen. Wo ihre Bilder an der Wand hängen. Wo jede Tasse ihren Platz hat. Wo sich Zuhause eben nach Zuhause anfühlt.


Und dann stellte ich mir plötzlich eine Frage.

Was passiert eigentlich, wenn dieser Entlastungsbetrag irgendwann verändert wird oder in seiner bisherigen Form wegfallen sollte?

Ich weiß, dass darüber gesprochen wird und sich vieles noch entwickeln wird. Aber allein dieser Gedanke hat mich beschäftigt. Wer übernimmt dann diese Zeit? Natürlich wäre es schön, wenn Angehörige das könnten. Aber das Leben sieht oft anders aus.

Viele Kinder pflegebedürftiger Menschen arbeiten Vollzeit. Andere wohnen hunderte Kilometer entfernt. Manche Angehörige sind selbst schon siebzig oder achtzig Jahre alt. Nicht weil sie ihre Eltern nicht lieben. Sondern weil sie schlicht an ihre Grenzen kommen.


Besonders denke ich dabei an Menschen mit Demenz. Eine Demenz bedeutet nicht nur Vergesslichkeit. Diese Menschen brauchen Orientierung. Verlässlichkeit. Rituale. Gespräche. Jemanden, der mit ihnen spazieren geht. Fotos anschaut. Spielt. Einfach Zeit schenkt.

Denn genau das ist Deprivationsprophylaxe.

Nicht Beschäftigung, damit der Tag schneller vorbeigeht. Sondern Vorbeugung gegen Einsamkeit.

Vorbeugung gegen sozialen Rückzug. Vorbeugung dagegen, dass ein Mensch immer stiller wird und sich irgendwann aus seiner eigenen Welt zurückzieht. Wir wissen heute, dass Einsamkeit krank machen kann. Nicht nur die Seele. Auch den Körper. Menschen, die regelmäßig soziale Kontakte haben, bleiben häufig länger aktiv. Sie lachen mehr. Sie sprechen mehr. Sie bewegen sich mehr. Sie fühlen sich als Teil dieser Welt.


Ich glaube manchmal, wir unterschätzen völlig, wie wichtig Zeit ist. Wir messen Blutdruck. Wir kontrollieren Medikamente. Wir wechseln Verbände. Alles wichtig. Aber wer misst eigentlich, wie lange ein Mensch heute gelacht hat? Wer misst, wie oft er heute berührt wurde? Wie oft ihn jemand gefragt hat:

„Wie geht es Ihnen eigentlich?“


Pflege besteht nicht nur aus medizinischer Versorgung. Pflege besteht aus Beziehung. Aus Zuhören. Aus gemeinsamen Erinnerungen. Aus einem Spaziergang. Aus einem Kaffee. Aus einem Menschen, der sich Zeit nimmt.

Und manchmal ist genau diese Zeit die beste Medizin, die wir einem anderen Menschen schenken können.

Deshalb wünsche ich mir, dass wir über dieses Thema sprechen. Nicht, um politisch zu diskutieren. Sondern um den Menschen dahinter nicht zu vergessen. Denn irgendwann wünschen wir uns wahrscheinlich alle dasselbe. Nicht das größte Haus. Nicht das neueste Auto. Sondern jemanden, der sich zu uns setzt, unsere Hand hält und fragt:

„Wie war eigentlich dein Tag?“


Und während irgendwo ein kleiner Wichtel auf einer Bank im Garten einer Pflegeeinrichtung sitzt, die Beine baumeln lässt und zwei Bewohnern beim Lachen zusieht, flüstert er ganz leise:

„Zeit ist das Wertvollste, was wir einem Menschen schenken können. Denn wer sich gesehen, gehört und berührt fühlt, ist niemals wirklich allein.“

Schön das du hier bist 🩶

Ein Thema, über das kaum jemand spricht.

Es gibt Momente in meinem Beruf, die sieht niemand.
Nicht die Angehörigen. Nicht die Menschen draußen. Und ehrlich gesagt sprechen auch wir Pflegekräfte nur selten darüber.
Dabei gehört es zum Leben.
Ich habe Frauen erlebt, die anderen Frauen plötzlich an den Po gefasst haben. Nicht, weil sie Grenzen überschreiten wollten. Sondern weil eine Demenz das Gehirn verändert hat und vieles nicht mehr so funktioniert wie früher.
Ich habe Männer erlebt, die Pflegekräften oder Mitbewohnerinnen ungefragt an die Brust gefasst haben. Auch sie waren dement. Für Außenstehende wirkt das oft schockierend. Für uns ist es eine Situation, mit der wir professionell umgehen müssen. Wir wissen, dass Krankheit Verhalten verändern kann – trotzdem müssen wir die Grenzen aller Beteiligten schützen.
Und dann gibt es die anderen Momente.
Die stillen.
Die schönen.


Zwei alte Menschen, die sich gefunden haben.
Sie sitzen stundenlang nebeneinander.
Halten Händchen.
Kuscheln.
Manchmal kriechen sie gemeinsam ins Bett.
Vielleicht küssen sie sich.
Vielleicht schlafen sie einfach Arm in Arm ein.
Und weißt du was?
Beide möchten das.
Und genau das ist das Entscheidende.
Als Pflegekraft steht man manchmal daneben und denkt sich im ersten Moment: „Na, das hätte ich jetzt auch nicht erwartet.“
Aber dann schaut man genauer hin.
Und plötzlich sieht man nicht mehr zwei Pflegebedürftige.
Man sieht zwei Menschen.
Menschen, die Nähe brauchen.
Denn genau darum geht es.
Nicht immer um Sex.
Sondern oft einfach darum, berührt zu werden.
Eine Hand zu halten.
Eine Umarmung zu bekommen.
Zu spüren, dass da jemand ist.
Dass man trotz Krankheit noch gesehen wird.
Noch geliebt werden kann.
Noch lebt.
Und genau deshalb möchte ich heute über ein Thema sprechen, über das kaum jemand nachdenkt.


Sexualität in Pflegeeinrichtungen.
Allein dieses Wort bringt viele Menschen zum Schmunzeln oder sorgt für betretenes Schweigen.
Denn irgendwie glauben wir, dass Sexualität mit einem bestimmten Alter einfach verschwindet.
Als würde sie mit dem Renteneintritt ihre Koffer packen und sagen: „So, ich bin dann mal weg.“
Tut sie aber nicht.
Der Körper verändert sich.
Krankheiten kommen dazu.
Manchmal funktionieren Arme oder Beine nicht mehr.
Manchmal verhindert ein Schlaganfall jede Bewegung.
Manchmal nimmt eine Erkrankung die Sprache.
Aber Wünsche?
Bedürfnisse?
Das Gefühl nach Nähe?
Das bleibt oft bestehen.
Ich erinnere mich an Gespräche mit einer Ergotherapeutin, die mich selbst noch einmal zum Nachdenken gebracht haben.
Sie erzählte mir von Menschen, die körperlich kaum noch etwas können.
Aber deren Kopf genau weiß, was ihnen fehlt.
Nicht unbedingt Geschlechtsverkehr.
Sondern Nähe.
Berührung.
Zärtlichkeit.


Einige Bewohner verlieren ihren Ehepartner und leben noch viele Jahre allein.
Andere kommen schon mit vierzig oder fünfzig Jahren nach einem schweren Unfall oder einer neurologischen Erkrankung in eine Einrichtung.
Stell dir einmal vor, du bist Mitte vierzig.
Plötzlich verändert ein Schicksal dein ganzes Leben.
Du bist auf Hilfe angewiesen.
Junge Pflegekräfte versorgen dich täglich.
Dein Körper funktioniert nicht mehr so, wie du es gewohnt warst.
Aber dein Gehirn?
Deine Gefühle?
Deine Sehnsucht?
Die sind noch da.
Wie frustrierend muss das sein?
Und genau deshalb gibt es etwas, von dem die meisten Menschen gar nichts wissen.


Es gibt Sexualbegleiterinnen und Sexualbegleiter.
Menschen, die speziell dafür ausgebildet sind, pflegebedürftigen Menschen respektvoll, achtsam und professionell Nähe zu ermöglichen – immer freiwillig und immer entsprechend der Wünsche der betroffenen Person. Diese Leistungen müssen in der Regel selbst bezahlt werden und gehören nicht zum Leistungskatalog der Pflegeversicherung.
Viele reagieren überrascht, wenn sie das hören.
Andere lehnen es sofort ab.
Aber wenn man genauer darüber nachdenkt, geht es um etwas sehr Menschliches.
Um Würde.
Um Selbstbestimmung.
Und um das Recht, auch mit einer Krankheit noch Bedürfnisse haben zu dürfen.
Natürlich gibt es Grenzen.
Nicht jeder Mensch möchte Nähe.
Nicht jeder Bewohner hat Lust.
Viele Medikamente verändern das sexuelle Empfinden.
Manche Erkrankungen nehmen jede Form von Verlangen.


Und manchmal sorgt eine Demenz dafür, dass Menschen ihre Impulse nicht mehr kontrollieren können. Dann müssen Pflegekräfte eingreifen, Grenzen setzen und alle Beteiligten schützen.
Aber genauso wichtig ist es, die Menschen ernst zu nehmen, die sich freiwillig füreinander entscheiden.
Die sich gegenseitig Halt geben.
Denn Liebe fragt nicht nach dem Alter.
Und Einsamkeit leider auch nicht.
Ich glaube, wir vergessen manchmal, dass unter all den Diagnosen, Rollstühlen und Medikamenten immer noch ein Mensch sitzt.
Ein Mensch, der geliebt hat.
Der geküsst hat.
Der Kinder bekommen hat.
Der gelacht hat.
Der Sehnsucht kennt.
Krankheit löscht diese Erinnerungen nicht einfach aus.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis.
Pflege bedeutet nicht nur Medikamente verteilen oder Verbände wechseln.
Pflege bedeutet auch, den Menschen hinter der Krankheit zu sehen.
Mit all seinen Gefühlen.
Mit all seinen Bedürfnissen.
Mit all seiner Würde.
Und wenn irgendwo in einer Pflegeeinrichtung zwei alte Menschen Händchen haltend auf einer Bank sitzen, dann sehe ich keine zwei Bewohner.
Ich sehe zwei Herzen, die sich gefunden haben.
Und ganz ehrlich?
Das gehört zu den schönsten Momenten meines Berufs.

Und während irgendwo ein kleiner Wichtel auf der Fensterbank einer Pflegeeinrichtung sitzt, leise lächelt und den Bewohnern beim Kartenspielen zusieht, flüstert er:
„Würde bedeutet nicht nur, gut gepflegt zu werden. Würde bedeutet auch, gesehen zu werden, mit allem, was einen Menschen ausmacht.“


Schön, dass du hier bist 🩶

Die verschwundene Haarbürste und andere Prüfungen der Mutterschaft

Heute Morgen begann mein Tag mit einer sehr einfachen Aufgabe. Ich wollte mir die Haare bürsten. Mehr nicht. Kein Weltfrieden. Keine Steuererklärung. Keine große Lebensentscheidung. Einfach nur Haare bürsten.

Aber wie das Leben mit einem pubertierenden Exemplar nun einmal so ist, wurde aus dieser einfachen Aufgabe eine Suchmission. Meine Haarbürste war weg. Wieder mal. Und natürlich wusste ich sofort, wo sie ist. Bei meinem Exemplar. Wo auch sonst?

Es gibt in diesem Haushalt offenbar ein geheimes Gesetz, das besagt: Alles, was Mama regelmäßig braucht, darf ungefragt ausgeliehen und anschließend an einem unbekannten Ort abgelegt werden. Also stand ich da. Morgens. Im Badezimmer. Noch nicht richtig wach. Schon leicht genervt. Schwitzend.

Und mein Kopf versuchte zu verstehen, warum ich mich bereits vor dem zweiten Kaffee wie ein Pfadfinder auf Spurensuche fühlen musste. Nur leider ohne Abzeichen. Dabei hätte ich eins verdient.

„Haarbürste gefunden unter erschwerten Bedingungen.“

Das wäre doch mal ein schönes Abzeichen. Vielleicht mit kleinen Glitzersteinchen. Damit es wenigstens zu den Schminkschubladen meines Exemplars passt. Ich versuche wirklich, ein gutes Vorbild zu sein. Ich räume meine Sachen weg. Ich lege Dinge dorthin zurück, wo sie hingehören. Ich lasse nicht alles einfach fallen, sobald mein Körper eine andere Richtung einschlägt.

Aber mein Exemplar lebt offenbar nach einem anderen System. Einem System, das ich nicht verstehe. Vielleicht ist es Kunst. Vielleicht ist es Pubertät. Vielleicht ist es beides. Überall, wo Platz ist, bleibt etwas liegen. Und manchmal sogar dort, wo eigentlich gar kein Platz ist.

Teller im Kinderzimmer? Warum? Hat sie dort jemanden, den sie heimlich füttert? Lebt unter dem Bett ein kleiner Mitbewohner? Oder sammelt sie Geschirr für schlechte Zeiten? Ich weiß es nicht. Ich frage auch nicht mehr. Weil ich Angst vor der Antwort habe.

Dann diese Wäscheberge. Wirklich. Manchmal sieht es aus, als würde sie für eine Gebirgsausbildung trainieren. Vielleicht möchte sie lernen, wie man einen Berg besteigt. Vielleicht übt sie für den Mount Everest. Nur eben mit Hoodies, Socken und Hosen.

Und irgendwo dazwischen liegt dann meine Haarbürste. Natürlich nicht sichtbar. Nein. Das wäre zu einfach. Man muss sie suchen. Zwischen Kissen. Unter Decken. Neben einem halb leeren Glas. Unter einem Shirt, das angeblich noch sauber ist. Wobei ich mich inzwischen frage, woran man das in diesem Zimmer überhaupt erkennt.

Und dann stehst du morgens im Badezimmer. Die Hitze überkommt dich schon allein von der Routine. Zähneputzen, Gesicht waschen, Haare machen. Eigentlich überschaubar. Aber in den Wechseljahren kann selbst diese kleine Morgenroutine körperlich wirken wie ein Halbmarathon in der Sahara. Und genau in diesem Moment fehlt die Haarbürste. Da kann sich vermutlich jeder vorstellen, wie sich meine innere Gelassenheit verabschiedet. Leise. Aber endgültig.

Ich überlege inzwischen ernsthaft, das WLAN-Passwort zu ändern. Nicht in irgendeinen komplizierten Zahlencode. Sondern in:

„Räum-dein-Zimmer-auf.“

Vielleicht klappt es dann. Vielleicht tippt sie es oft genug ein und irgendwann bleibt es hängen. Man darf ja noch hoffen.

Natürlich weiß ich, dass Pubertät nicht einfach ist. Für die Kinder nicht. Und für die Eltern auch nicht. Sie suchen sich selbst. Wir suchen unsere Haarbürsten. Jeder hat sein eigenes Thema. Und wahrscheinlich muss man manchmal unterscheiden, worüber man wirklich diskutieren möchte.

Ist ein Teller im Zimmer nervig? Ja. Ist es lebensbedrohlich? Noch nicht. Kommt darauf an, wie lange er dort steht. Ist die Haarbürste weg? Ja. Macht mich das wahnsinnig? Ebenfalls ja. Aber vielleicht gehört genau das dazu. Zu diesem seltsamen Abschnitt zwischen Kindsein und Erwachsenwerden. Sie lernen Verantwortung. Langsam. Sehr langsam. In einem Tempo, das für mein Nervensystem kaum messbar ist. Und ich lerne Geduld. Auch langsam. Manchmal sehr widerwillig.

Vielleicht ist das Zusammenleben mit einem Teenager genau das: Ein tägliches Training in Gelassenheit. Mit Hindernissen. Mit verschwundenen Bürsten. Mit Wäschebergen. Mit Tellern an Orten, an denen kein Teller jemals sein sollte. Und mit der Hoffnung, dass irgendwann alles wieder auftaucht. Die Haarbürste. Die Ordnung. Und vielleicht auch ein bisschen Vernunft. Bis dahin mache ich morgens weiter meine Suchrunden. Wie ein Pfadfinder. Nur ohne Abzeichen. Aber mit Kaffee.

Und während irgendwo eine Mutter morgens schwitzend im Badezimmer steht und ihre Haarbürste sucht, sitzt ein kleiner Wichtel auf einem Wäscheberg im Teenagerzimmer, hält triumphierend eine Bürste in die Luft und flüstert:

„Manchmal ist Pubertät nicht nur eine Phase für die Kinder. Manchmal ist sie auch ein Geduldstraining für die Eltern. Und wer morgens trotz Hitzewallung, verschwundener Haarbürste und Tellerfund im Kinderzimmer noch halbwegs freundlich bleibt, hat eigentlich längst ein Abzeichen verdient.“

Schön das du hier bist 🩶

Mein Waschtrockner hat meine Lebensqualität gerettet

Es gibt viele technische Errungenschaften auf dieser Welt. Selbstfahrende Autos. Künstliche Intelligenz. Roboter, die Operationen durchführen. Raumfahrt. Alles beeindruckend.

Aber mal ehrlich: Wer braucht ein selbstfahrendes Auto? Ich nicht. Ich hätte viel lieber eine selbstputzende Wohnung. Eine Wohnung, die morgens aussieht wie nach einem Bombeneinschlag und abends geschniegelt und geschniegelt auf mich wartet. Die Betten sind gemacht. Der Staub ist verschwunden. Die Küche glänzt. Und im besten Fall steht das Essen schon auf dem Tisch.

Ja, man wird ja wohl noch träumen dürfen.

Stattdessen komme ich nach Hause und werde von der Realität begrüßt. Die Wäsche wartet. Die Küche wartet. Der Staubsauger wartet. Und irgendwo wartet garantiert noch eine Aufgabe, von der ich bis eben gar nichts wusste.

Ich bin fest davon überzeugt, dass Haushalt täglich mindestens anderthalb Stunden Lebenszeit verschlingt. Mindestens. Vielleicht gibt es dazu wissenschaftliche Studien. Falls nicht, sollte dringend jemand welche erstellen. Ich stelle mich freiwillig als Testperson zur Verfügung. Wobei ich wahrscheinlich während der Studie einschlafen würde. Nicht weil sie langweilig wäre. Sondern weil die Wechseljahre müde machen.

Irgendwann kam ich deshalb zu einer wichtigen Erkenntnis. Ich muss meine Lebensqualität zurückerobern. Man muss sich ja nicht jeden Kampf freiwillig aussuchen. Und wenn Hitzewallungen, Brainfog, Arbeit, Haushalt und Wäschebergen gemeinsam gegen mich antreten, dann darf ich mir auch Verstärkung holen.

Also fuhr ich zu Media Markt. Fest entschlossen, mein Leben zu verändern. Gut. Vielleicht nicht mein ganzes Leben. Aber zumindest den Teil mit dem Wäscheständer. Nach langer Recherche stand fest: Ein Waschtrockner musste her. Der Verkäufer war wirklich nett und beriet mich ausführlich. Irgendwann sagte er: „Ich kläre nur kurz etwas wegen der Lieferung.“ Und verschwand.

Und so saß ich da. Mitten in der Haushaltsgeräte-Abteilung. Die Klimaanlage lief. Zumindest behauptete sie das. Mein Gesicht hatte dazu eine andere Meinung. Während normale Menschen wahrscheinlich angenehm temperiert durch den Laden schlenderten, produzierte mein Körper bereits ausreichend Feuchtigkeit für ein kleines Biotop. Ich saß also da. Leicht glänzend. Wartend. Und offenbar strahlte ich dabei eine Autorität aus, die mir selbst bis heute unbekannt war.

Denn plötzlich kam eine Frau auf mich zu. Nennen wir sie Ingrid. Ich finde, sie sah aus wie eine Ingrid. Sie schaute mich an und sagte: „Entschuldigung, ich möchte eine Waschmaschine kaufen.“ Ich schaute sie an. Sie schaute mich an. Für einen kurzen Moment waren wir beide verwirrt. Am liebsten hätte ich gesagt: „Ja Ingrid. Ich auch. Und jetzt gehört der Verkäufer mir.“ Aber ich bin erwachsen. Meistens.

Also entschied ich mich für die höfliche Variante und erklärte ihr, dass ich leider keine Mitarbeiterin bin. Sie entschuldigte sich. Ich entschuldigte mich gefühlt ebenfalls. Und wir gingen beide wieder unserer Wege. Zwei Frauen. Ein Ziel. Eine Waschmaschine. Wahrscheinlich war sie genauso kurz davor, ihre Lebensqualität zurückzugewinnen wie ich.

Und dann war es endlich soweit. Mein Waschtrockner zog ein. Und ich sage es ganz ehrlich: Das war eine der besten Entscheidungen der letzten Jahre. Ja. Ich weiß. Andere Menschen kaufen sich Sportwagen. Ich freue mich über Haushaltsgeräte. Willkommen in meinem Alter.

Früher bedeutete Wäsche waschen: Waschmaschine an. Warten. Wäsche ausräumen. Wäsche aufhängen. Warten. Wäsche abhängen. Zusammenlegen. Wegbringen. Ein Projekt mit mehreren Etappen. Fast wie eine Expedition.

Heute? Ich werfe die Wäsche hinein. Drücke auf einen Knopf. Und irgendwann kommt sie trocken wieder heraus. Das ist Magie. Anders kann ich es nicht erklären. Natürlich muss ich sie noch zusammenlegen. Man kann schließlich nicht alles haben.

Aber allein die Tatsache, dass ich keinen Wäscheständer mehr durch die Wohnung schiebe wie einen schlecht gelaunten Einkaufswagen, macht mich glücklich. Und genau da musste ich über etwas nachdenken. Vielleicht geht es in den Wechseljahren gar nicht immer darum, stärker zu werden. Vielleicht geht es manchmal darum, es sich leichter zu machen. Nicht alles allein zu stemmen. Nicht ständig perfekt sein zu wollen. Nicht jeden Berg zu Fuß zu erklimmen, wenn daneben ein Aufzug steht.

Vielleicht dürfen wir Lösungen nutzen. Vielleicht dürfen wir Energie sparen. Für die Dinge, die wirklich wichtig sind. Für unsere Familien. Für unsere Freunde. Für uns selbst. Oder einfach für einen ruhigen Abend auf dem Sofa. Ohne schlechtes Gewissen. Denn diese anderthalb Stunden am Tag bekomme ich nicht zurück. Aber ich kann entscheiden, wie ich die Zeit nutze, die mir bleibt.

Und ganz ehrlich? Wenn ein Haushaltsgerät dafür sorgt, dass ich entspannter bin, dann ist das für mich keine Ausgabe. Dann ist das Selbstfürsorge.

Während du vielleicht gerade vor einem Wäscheberg stehst und überlegst, ob er sich von allein zusammenlegt, sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel auf einem warmen Handtuch aus dem Waschtrockner, schaukelt mit den Beinen und flüstert:

„Manchmal sind es nicht die großen Veränderungen, die unser Leben leichter machen. Manchmal reicht es schon, wenn die Wäsche trocken aus der Maschine kommt und wir ein kleines Stück Zeit für uns zurückbekommen.“

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Closed Burger: der Burger, der sich lieber einmummelt

An heißen Tagen greifen viele zu Salat, Melone oder kalten Snacks. Ich dagegen gehöre zur Fraktion: Abends muss es etwas Warmes sein! Und genau dafür ist dieser Closed Burger perfekt.
Als ich den viralen Trend zum ersten Mal gesehen habe, war mein erster Gedanke: „Ein Burger im Teigmantel? Das kann doch nur gut werden!“ Also wurde kurzerhand der Pizzateig aus dem Kühlschrank geholt, die Burger-Patties vorbereitet und losgelegt.


Das Ergebnis? Ein saftiger Burger mit geschmolzenem Käse, würziger Sauce, knackigen Gurken und leckeren Zwiebeln, komplett umhüllt von goldbraun gebackenem Teig. Quasi die gemütliche Kuscheldecke unter den Burgern.
Das Beste daran: Während draußen die Temperaturen verrücktspielen, kann man sich abends trotzdem etwas Warmes gönnen, ohne stundenlang in der Küche zu stehen. Einfach vorbereiten, in den Ofen schieben und gespannt warten, bis der Duft durch die Wohnung zieht.
Und seien wir ehrlich: Ein normaler Burger ist lecker. Aber ein Burger, der sich komplett versteckt und erst beim Anschneiden sein Innenleben zeigt? Das hat schon etwas Besonderes. Der überraschte Blick beim ersten Anschnitt ist garantiert!


Mein Fazit: Der Closed Burger hat definitiv einen festen Platz in meinem Rezept-Repertoire bekommen. Knusprig außen, saftig innen und einfach mega lecker. Da bleibt am Ende meist nur eine Frage offen:
Mache ich morgen wieder einen?

Wenn der Kühlschrank sagt: „Mehr hab ich nicht!“ 😜

Kennt ihr das? Man öffnet den Kühlschrank voller Hoffnung auf ein kulinarisches Wunderwerk und findet… eine Zucchini, eine Paprika, ein paar Eier und Käse. Kurz überlegt man, ob das schon als Mahlzeit oder eher als traurige Gemüse-WG zählt.


Aber genau aus solchen Situationen entstehen manchmal die besten Rezepte!
Aus meiner spontanen „Was-ist-denn-noch-da?-Challenge“ sind knusprige Zucchini-Paprika-Rösti aus der Heißluftfritteuse entstanden. Low Carb, proteinreich, sättigend und perfekt für die Arbeit am nächsten Tag. Und das Beste: Sie schmecken so gut, dass selbst die Kollegen neidisch auf die Lunchbox schielen könnten.


Wer jetzt wissen möchte, wie aus einer Zucchini, einer Paprika und ein paar Eiern ein echtes Mittagspausen-Highlight wird, findet das Rezept direkt oben im Bild.


Warnung: Kann dazu führen, dass man künftig absichtlich „nichts mehr im Haus hat“, nur um sie wieder zu machen.

Endlich Ferien! Oder: Warum sich beim Thema Schule seit den 90ern erstaunlich wenig verändert hat

In zwei Wochen sind Ferien und Gestern fiel dieser eine Satz. Der Satz, der zuverlässig das Ende eines Schuljahres ankündigt. Mein Exemplar stand vor mir und sagte: „Wir müssen morgen unsere Bücher abgeben.“

Für mich bedeutete das sofort: Na hoffentlich sehen die Bücher noch aus wie Bücher und nicht wie Überlebende eines Naturkatastrophengebiets.

Für mein Exemplar bedeutete es etwas ganz anderes. Nämlich: „Endlich vorbei.“Endlich bald  Ferien.

Endlich ausschlafen.Endlich keine Klassenarbeiten. Endlich keine Hausaufgaben. Und vor allem: „Endlich muss ich meine Klassenkameraden eine Weile nicht mehr sehen.“

Ich musste lachen. Nicht weil ich es nicht ernst nehme. Sondern weil ich in ihrem Alter exakt das Gleiche gedacht habe.

Schule in den 90ern

Wenn ich an meine eigene Schulzeit zurückdenke, dann erinnere ich mich erstaunlich wenig an den Unterricht.

Ich weiß noch, dass ich oft dachte: „Wofür brauche ich das eigentlich später?“ Eine Frage, die vermutlich jede Generation seit der Erfindung der Schule stellt. Ich erinnere mich an langweilige Stunden. An Fächer, die mich überhaupt nicht interessiert haben. An Lehrer, die großartig waren. Und an Lehrer, bei denen man bereits beim Betreten des Klassenraums wusste, dass das heute wieder ein sehr langer Tag wird.

Und natürlich erinnere ich mich an Mitschüler. Manche waren toll. Andere waren der Grund dafür, dass man sich morgens freiwillig eine Grippe gewünscht hat. Eigentlich also alles wie heute.

Was sich verändert hat

Und trotzdem beobachte ich als Mutter heute etwas, das mich manchmal wirklich nachdenklich macht. Das Schulsystem scheint für viele Kinder kaum noch Ruhe zu haben.

Lehrer wechseln ständig und damit meine ich in einem Schuljahr. In einem Jahr 3 Englischlehrer. Unterricht fällt aus. Vertretungsstunden werden zur Normalität, und dafür gibt es die perfekte Lösung: Apps. Inzwischen haben wir 2 Apps die den Unterricht koordinieren sollen. Da sieht man Ende keiner mehr durch. Jeder vermittelt Inhalte anders. Jeder hat seine eigene Methode. Jeder erklärt anders. Und irgendwo dazwischen sitzt mein Exemplar und versucht herauszufinden, wie sie das alles verstehen soll.

Manchmal habe ich das Gefühl, die Kinder müssen nicht nur den Stoff lernen. Sie müssen zusätzlich lernen, wie jeder einzelne Lehrer diesen Stoff erklärt. Das ist ungefähr so, als würde man jede Woche die Sprache wechseln. Nicht komplett. Aber gerade genug, um alle zu verwirren.

Die Sache mit den Hausaufgaben

Ein Punkt überrascht mich besonders. Es gibt kaum noch Hausaufgaben. Jetzt weiß ich, dass viele Kinder diesen Satz vermutlich feiern. Mein Exemplar vermutlich auch. Aber ich sehe das tatsächlich zwiespältig. Denn Hausaufgaben waren früher nicht nur eine Strafe für ein erfülltes Kinderleben. Sie hatten auch einen Sinn. Man konnte Inhalte wiederholen. Festigen. Üben. Fehler machen. Nochmal probieren. Heute scheint vieles direkt im Unterricht passieren zu müssen.

Das Problem ist nur: Nicht jedes Kind lernt gleich schnell. Nicht jedes Kind versteht alles sofort. Und manchmal braucht ein Gehirn einfach etwas mehr Zeit.

Das eigentliche Problem

Was mich aber am meisten beschäftigt, sind gar nicht die Noten. Es ist der Druck. Kinder stehen heute unter einem enormen Leistungsdruck. Sie vergleichen sich ständig. Mit Mitschülern. Mit sozialen Medien. Mit Erwartungen. Mit Dingen, die sie oft gar nicht beeinflussen können. Dabei vergessen wir manchmal etwas ganz Wichtiges.

Kinder sind keine Maschinen. Sie sind Menschen. Sie dürfen Fehler machen. Sie dürfen schlechte Tage haben. Sie dürfen Dinge nicht sofort verstehen. Und sie dürfen auch einmal scheitern. Denn genau daraus lernen sie.

Ferien sind manchmal wichtiger als Zeugnisse

Mein Exemplar hat dieses Schuljahr geschafft. Mit guten und weniger guten Momenten. Mit Erfolgen. Mit Frust. Mit Lernen. Mit Zweifeln. Und jetzt freut sie sich auf die Ferien. Und weißt du was?.Das darf sie.

Vielleicht sind Ferien sogar wichtiger als manche Note. Weil Kinder Zeit brauchen. Zeit zum Durchatmen. Zeit zum Kindsein. Zeit zum Ausschlafen. Zeit für Abenteuer. Zeit für Eis. Zeit für Langeweile. Denn genau in dieser Langeweile entstehen oft die schönsten Erinnerungen.

Was ich meinem Exemplar wünsche

Ich wünsche ihr keine perfekten Noten. Ich wünsche ihr Neugier. Mut. Selbstvertrauen. Und die Fähigkeit zu erkennen, dass eine Zahl auf einem Zeugnis niemals ihren Wert bestimmt. Denn sie ist so viel mehr als jede Note. Und das gilt übrigens für jedes Kind.

Während irgendwo Eltern heimlich aufatmen, weil sie sechs Wochen lang keine Brotdosen schmieren müssen, und Kinder bereits gedanklich im Freibad liegen, sitzt ein kleiner Wichtel auf einem abgegebenen Mathebuch, schaukelt mit den Füßen und flüstert:


„Nicht jede Rechnung im Leben muss richtig sein. Aber Ferien sind immer eine gute Idee. Also sammle Sonnenstrahlen, iss Eis und denke nicht zu oft an die Schule. Dafür ist später noch genug Zeit.“

Schön das du hier bist 🩶

Mein einfacher Protein-Tag in den Wechseljahren

Ich möchte keine Diät machen.

Ich möchte keine Mahlzeiten durch Shakes ersetzen.

Ich möchte mich einfach leichter, satter und energiegeladener fühlen.

Deshalb versuche ich aktuell, mehr Eiweiß in meinen Alltag einzubauen – ohne Stress, ohne Kalorienzählen und ohne auf das gemeinsame Abendessen mit meiner Tochter zu verzichten.

4:00 Uhr – Frühstück vor der Arbeit

Da ich sehr früh aufstehe, bereite ich mein Frühstück bereits am Vorabend vor.

Heute gibt es selbstgemachte Proteinbrötchen aus der Heißluftfritteuse.

Zutaten

  • 150 g Magerquark oder Skyr
  • 1 Ei
  • 60 g gemahlene Haferflocken
  • 20 g More Protein Sahne
  • 1 TL Backpulver
  • Prise Salz

Zubereitung

  1. Alle Zutaten verrühren.
  2. Den Teig 2–3 Minuten quellen lassen.
  3. 2–3 Brötchen formen.
  4. Bei 180 °C für 10–12 Minuten in der Heißluftfritteuse backen.

Dazu gibt es zwei Kaffee.

Die Brötchen schmecken hervorragend mit:

  • körnigem Frischkäse
  • Camembert
  • Marmelade
  • oder einfach pur

Auf der Arbeit

Nach dem Frühstück gibt es zunächst einen Matcha-Tee. Jetzt im Sommer genieße ich ihn auch gerne kalt mit More ICE Matcha Latte Protein, leicht zubereitet mit Wasser und Hafermilch.

So starte ich entspannt in den Arbeitstag.

10:00 Uhr – Meine Frühstückspause

Hier achte ich darauf, Eiweiß mit frischem Gemüse zu kombinieren.

Herzhafte Eier-Gemüse-Muffins

Zutaten für 2 große Muffins

  • 2 Eier
  • ¼ Paprika
  • ¼ kleine Zucchini
  • ½ Möhre
  • 1 kleine Kartoffel
  • 20–30 g Streukäse
  • 2–3 Scheiben Salami
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Gemüse vorbereiten.
  2. Eier verquirlen.
  3. Käse, Salami und Gemüse unterrühren.
  4. Würzen.
  5. In Muffinförmchen füllen.
  6. Bei 180 °C für 12–15 Minuten in der Heißluftfritteuse backen.

Dazu esse ich:

🥣 Skyr mit Chunky Flavour

🥒 Gurkenscheiben

🍎 etwas Obst nach Wahl

Diese Kombination liefert Eiweiß, Energie, schmeckt lecker und macht lange satt.

Für den kleinen Hunger zwischendurch

Wenn ich nachmittags Hunger bekomme, greife ich zu einem Proteinriegel.

Nicht weil ich muss.

Sondern weil es praktisch ist und mich bis zum Abendessen überbrückt.

Abends

Abends wird ganz normal gegessen.

Gemeinsam mit meiner Tochter.

Das ist mir wichtig.

Ich möchte keine Extra-Mahlzeiten kochen und nicht auf Familienzeit verzichten.

Ob Pasta, Kartoffeln, Auflauf oder ein anderes warmes Gericht – alles hat seinen Platz.

Mein Fazit

Für mich geht es nicht darum, perfekt zu essen.

Es geht darum, mich wohlzufühlen.

Mehr Eiweiß, etwas Vorbereitung und einfache Rezepte aus der Heißluftfritteuse helfen mir dabei.

Ich habe mehr Energie, bin länger satt und kann meinen Alltag entspannter meistern.

Und das ganz ohne Diätstress.

Schön das du hier bist 🩶

Ihr müsst euch das nicht sagen lassen

Heute Morgen saß mein Exemplar vor mir und sagte, dass sie Bauchschmerzen hat.
Als Mutter weiß man irgendwann, dass Bauchschmerzen nicht immer aus dem Bauch kommen.
Manchmal kommen sie aus dem Kopf.
Manchmal aus dem Herzen.
Und manchmal aus Worten.
Worten, die andere Menschen in den Mund nehmen und die dort vielleicht niemals hätten hineingehören sollen.
Sie wollte nicht in die Schule.
Nicht wegen einer Klassenarbeit.
Nicht wegen schlechter Noten.
Sondern wegen der Jungs.
Wegen der Dinge, die manche Jungs zu den Mädchen sagen.
Worte, die ich selbst nicht einmal gerne ausschreibe.
Schimpfwörter.
Beleidigungen.
Abwertungen.
Und Worte, die kein Mädchen über sich hören sollte.
Natürlich weiß ich als Erwachsene, dass diese Jungen oft selbst unsicher sind.
Dass sie Grenzen austesten.
Dass sie dazugehören wollen.
Dass sie manchmal Dinge sagen, deren Bedeutung sie selbst nicht einmal vollständig verstehen.
Aber weißt du was?
Das macht die Worte nicht weniger verletzend.
Denn auf der anderen Seite sitzt ein Mädchen.
Ein Mädchen, das gerade erst herausfindet, wer es eigentlich ist.
Ein Mädchen, das morgens vor dem Spiegel steht und sich fragt, ob die Haare heute sitzen.
Ob die Pickel auffallen.
Ob die Hose komisch aussieht.
Ob die anderen sie mögen.
Und dann kommt jemand daher und wirft Worte nach ihr, als wären sie bedeutungslos.
Sind sie aber nicht.
Worte haben Gewicht.
Vor allem in einem Alter, in dem man sich selbst noch sucht.
Ich würde meinem Exemplar gerne all das ersparen.
Wirklich.
Ich würde ihr gerne meine Lebenserfahrung in die Schultasche packen.
Zwischen Matheheft und Brotdose.
Damit sie jederzeit darauf zurückgreifen kann.
Aber so funktioniert das Leben leider nicht.
Zwischen ihr und mir liegen Jahrzehnte.
Erfahrungen.
Fehler.
Enttäuschungen.
Und Erkenntnisse.
Erkenntnisse, die man oft erst bekommt, wenn man älter wird.
Eine davon lautet:
Du musst dir nicht alles gefallen lassen.
Nicht heute.
Nicht morgen.
Und nicht irgendwann.
Vor allem nicht von Menschen, die gar nicht wissen, wer du wirklich bist.
Und deshalb möchte ich heute etwas zu den Mädchen sagen.
Zu meinem Exemplar.
Und zu allen anderen Mädchen da draußen.
Wenn ein Junge dich beleidigt, macht dich das nicht zu dem, was er sagt.
Wenn jemand versucht, dich klein zu machen, wirst du dadurch nicht kleiner.
Wenn jemand deinen Wert nicht erkennt, verliert nicht du deinen Wert.
Sondern er zeigt nur, dass er ihn nicht sehen kann.
Und ganz ehrlich?
Ihr müsst euch das nicht sagen lassen.
Nicht von Jungs, die es nicht einmal wert sind, dass ihr euch in zehn Jahren noch an ihren Namen erinnert.
Nicht von Jungs, die heute laut sind und morgen keine Rolle mehr in eurem Leben spielen.
Nicht von Menschen, die ihre eigene Unsicherheit auf andere werfen wie Konfetti.
Denn die Wahrheit ist:
Die meisten dieser Menschen werden irgendwann verblassen.
Die Erinnerungen an sie werden verblassen.
Ihre Meinung wird verblassen.
Ihr Name wird verblassen.
Aber ihr bleibt.
Ihr lebt mit euch selbst euer ganzes Leben.
Deshalb ist eure eigene Meinung über euch so viel wichtiger als die irgendeines Jungen auf einem Schulhof.
Ich weiß, dass das schwer ist.
Ich weiß, dass man mit dreizehn nicht einfach beschließt, sich nichts mehr zu Herzen zu nehmen.
Das konnte ich damals auch nicht.
Wir alle wollten dazugehören.
Wir alle wollten gemocht werden.
Wir alle haben Dinge geglaubt, die andere über uns gesagt haben.
Aber wenn ich heute zurückblicke, dann weiß ich etwas ganz sicher:
Keiner der Menschen, die mich damals verletzt haben, bestimmt heute mein Leben.
Keiner.
Und die meisten könnte ich wahrscheinlich nicht einmal mehr auf der Straße erkennen.
Deshalb wünsche ich meinem Exemplar etwas anderes.
Nicht, dass sie niemals verletzt wird.
Das kann ich ihr leider nicht versprechen.
Ich wünsche ihr, dass sie lernt, ihren eigenen Wert zu kennen.
Dass sie lernt, sich selbst zu vertrauen.
Und dass sie eines Tages erkennt, dass die Meinung der falschen Menschen niemals wichtiger sein darf als die eigene.


Und während du vielleicht gerade selbst ein Mädchen bist, das an sich zweifelt, oder eine Mutter, die ihr Kind stark machen möchte, sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel auf einer Schulbank, baumelt mit den Beinen und flüstert:


„Die Menschen, die wirklich wichtig werden in deinem Leben, werden dich niemals klein machen, damit sie größer wirken. Und die Menschen, die das tun, sind oft nicht einmal die Mühe wert, sich ihren Namen zu merken.“

Schön, dass du hier bist 🩶