Wer entscheidet eigentlich, wann wir loslassen müssen

Meine Tochter ist auf Klassenfahrt gefahren. Und für uns beide war es unglaublich schwer. Nicht nur für mich als Mutter. Sondern auch für sie. Denn wenn ich ehrlich bin, glaube ich: Wir wollten uns beide nicht lösen. Und vielleicht klingt das für manche Menschen komisch. Vielleicht denken manche sofort: „Mit zwölf muss man das doch können.“ Aber genau dort beginnt für mich die eigentliche Frage: Wer entscheidet eigentlich, wann ein Kind bereit sein muss? Und noch wichtiger: Wer entscheidet, wann eine Mutter loslassen soll?

Zwischen groß sein und noch klein sein

Meine Tochter ist in einem Alter, das irgendwie kompliziert ist. Auf der einen Seite ist sie ein Teenager. Sie entwickelt ihren eigenen Charakter. Ihre eigenen Interessen. Ihre eigene Meinung. Und manchmal wirkt sie plötzlich unglaublich groß. Aber nur dann, wenn sie die Sicherheit hat, dass ich da bin. Dass sie jederzeit zurückkommen kann. Dass ich im Hintergrund bleibe. Und genau dort wird mir immer wieder klar: Kinder werden nicht plötzlich groß. Sie wachsen langsam. Mit Mut. Mit Unsicherheit. Mit kleinen Schritten. Und manchmal eben auch mit Tränen.

Früher war alles anders… oder vielleicht auch nicht?

Ich habe darüber nachgedacht, wie das früher eigentlich war. Früher gab es keine Handys. Keine ständigen Nachrichten. Kaum Telefone. Wenn wir auf Klassenfahrt waren, waren wir weg. Einfach weg. Und ehrlich? Ich fand meine Klasse damals furchtbar. Ich hatte überhaupt keine Lust auf Klassenfahrt. Am Ende musste ich einfach das Beste daraus machen. Und wenn ich heute daran zurückdenke, dann sind die Erinnerungen an die Einzelheiten längst verblasst. Was mich ehrlich gesagt nicht besonders traurig macht. Denn nicht jede Erfahrung wird automatisch zu einer wunderschönen Erinnerung.

Nicht jedes Kind empfindet gleich

Damals gab es natürlich auch Kinder, die froh waren, von zuhause wegzukommen. Die Freiheit wollten. Abenteuer. Abstand. Und die gibt es heute auch noch. Und weißt du was? Das ist völlig okay. Denn jedes Kind ist anders. Jede Persönlichkeit ist anders. Und genau das vergessen wir als Gesellschaft manchmal.

Warum muss Selbstständigkeit immer gleich aussehen?

Heute wird unglaublich viel davon gesprochen, dass Kinder selbstständig werden müssen. Früh. Schnell. Eigenständig. Und natürlich verstehe ich den Gedanken dahinter. Kinder sollen lernen: Verantwortung zu übernehmen. Entscheidungen zu treffen, eigene Erfahrungen zu machen. Aber warum wird oft so getan, als gäbe es dafür nur einen einzigen richtigen Weg? Warum wird Nähe manchmal fast bewertet, als wäre sie etwas Schlechtes?

Unsere Vorstellungen von Nähe sind kulturell geprägt

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich: Viele unserer Vorstellungen darüber, wie viel Nähe „richtig“ ist, kommen gar nicht aus der Natur, sondern aus unserer Gesellschaft. In vielen westlichen Ländern lernen Eltern sehr früh: Kinder sollen alleine schlafen, möglichst schnell unabhängig werden, sich früh ablösen, „nicht zu sehr verwöhnt“ werden. Und oft wird Eltern vermittelt, dass zu viel Nähe problematisch sein könnte. Aber schaut man in andere Kulturen, sieht man plötzlich: Dort wird Nähe oft völlig anders gelebt. In vielen afrikanischen Ländern, asiatischen Kulturen oder auch bei indigenen Gemeinschaften werden Kinder deutlich länger getragen, schlafen näher bei ihren Bezugspersonen und sind viel stärker in den Alltag der Erwachsenen eingebunden. Babys werden dort oft nicht sofort abgelegt, sondern über Stunden am Körper getragen. Nicht, weil man dort „moderner“ oder „besser“ erzieht. Sondern weil Nähe dort selbstverständlich ist. Und genau das hat mich nachdenklich gemacht. Denn vielleicht ist das, was wir heute oft als „zu anhänglich“ bezeichnen, biologisch eigentlich etwas völlig Natürliches.

Kinder sind auf Nähe ausgelegt

Menschenbabys kommen unfassbar unreif auf die Welt. Sie können sich emotional noch gar nicht alleine regulieren. Sie brauchen: Nähe, Berührung, Sicherheit, Verbindung. Und viele Forscher sagen heute: Selbstständigkeit entsteht oft nicht durch Distanz, sondern zuerst durch sichere Bindung. Ein Kind, das weiß: „Ich darf zurückkommen.“ wird oft mutiger als ein Kind, das ständig das Gefühl hat, funktionieren zu müssen.

Vielleicht gab es deshalb früher weniger Druck

Wenn man sich traditionelle Gemeinschaften anschaut, fällt etwas auf: Dort müssen Kinder oft gar nicht so früh emotional unabhängig wirken. Sie wachsen langsam hinein. Mit vielen Menschen um sich herum. Mit Körperkontakt. Mit Nähe. Natürlich bedeutet das nicht, dass dort alles perfekt ist. Auch dort gibt es überforderte Eltern, schwierige Kinder oder Tränen. Aber oft wird Weinen anders gesehen.Nicht als etwas, das ein Kind „lernen“ muss auszuhalten. Sondern als Zeichen eines Bedürfnisses. Und ehrlich? Manchmal frage ich mich, ob wir in unserer westlichen Gesellschaft vergessen haben, wie sehr Menschen eigentlich Verbindung brauchen.

Was, wenn wir beide das gar nicht wollen?

Und genau dort kommt meine eigentliche Frage: Was, wenn wir das beide gerade gar nicht wollen? Was, wenn ich sage: Dafür hast du noch genug Zeit. Du musst doch mit zwölf noch nicht komplett alleine klarkommen. Du darfst doch noch Kind sein. Und ich darf doch noch deine Sicherheit sein. Oder nicht?

Wer schreibt diese Regeln eigentlich?

Manchmal frage ich mich wirklich: Wer gibt diese Regeln eigentlich vor? Ab wann ein Kind:„groß genug“, „selbstständig genug“, „reif genug“ sein soll. Ist das wirklich das Kind selbst? Oder eher die Gesellschaft? Denn oft habe ich das Gefühl: Nähe wird schnell kritisch gesehen. Vor allem dann, wenn Kinder älter werden. Als müsste man sich automatisch emotional voneinander lösen. Aber warum eigentlich?

Bindung ist doch nichts Schlechtes

Wir haben eine unglaublich starke Verbindung. Schon immer. Und daran hat sich nie etwas geändert. Natürlich streiten wir manchmal. Natürlich diskutieren wir. Natürlich entwickelt sie ihren eigenen Kopf. Aber trotzdem spüre ich: Diese Verbindung bleibt. Und ehrlich? Ich bin dankbar dafür.Denn nicht jede enge Bindung bedeutet Abhängigkeit. Manchmal bedeutet sie einfach: Vertrauen. Sicherheit. Ankommen.

Die stille Wohnung

Als sie weg war, wurde die Wohnung plötzlich still. Zu still. Und ich glaube, viele Eltern kennen dieses Gefühl. Man läuft durch die Räume und merkt: Etwas fehlt. Nicht laut. Nicht dramatisch. Aber spürbar. Ihr Lachen. Ihre Stimme. Die kleinen Gespräche zwischendurch. Plötzlich ist da Ruhe. Und manchmal fühlt sich Ruhe eben nicht friedlich an. Sondern leer.

Das schlechte Gewissen von Eltern

Und dann beginnt oft dieses gesellschaftliche Denken. Man fragt sich: Bin ich zu emotional? Mache ich es ihr zu schwer? Muss ich mehr loslassen? Muss ich cooler damit umgehen? Aber warum eigentlich? Warum dürfen Eltern nicht ehrlich sagen: Ich vermisse mein Kind. Warum wird emotionale Nähe oft so bewertet, als wäre sie automatisch falsch?

Kinder brauchen Sicherheit

Ich glaube, viele vergessen: Selbstständigkeit entsteht oft erst durch Sicherheit. Nicht durch Druck. Nicht durch emotionales Wegstoßen. Sondern dadurch, dass Kinder wissen: Egal wie weit ich gehe, ich habe einen sicheren Ort. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum manche Kinder mutiger werden können als andere. Weil sie wissen: Da ist jemand. Immer.

Die Angst vor dem Alleinsein

Ich glaube außerdem, dass Klassenfahrten oft mehr auslösen als nur „ein paar Tage weg sein“. Für manche Kinder bedeutet es: fremde Umgebung, fremde Regeln, Unsicherheit, Schlafen ohne Zuhause, keine gewohnte Nähe. Und für sensible Kinder kann das unglaublich viel sein. Das bedeutet nicht, dass sie schwach sind. Es bedeutet nur: Dass sie intensiver fühlen.

Nicht jede Erfahrung muss schön sein

Was ich außerdem wichtig finde:

Nicht jede Erfahrung im Leben muss automatisch toll sein. Manchmal wird so getan, als müsste jede Klassenfahrt: unvergesslich, wunderschön, prägend, lustig sein. Aber ehrlich? Manche Kinder fühlen sich dort einfach unwohl. Und das darf auch okay sein. Nicht jede Erinnerung muss magisch werden.

Früher mussten wir einfach funktionieren

Wenn ich an meine eigene Schulzeit denke, dann gab es oft dieses: „Da musst du jetzt durch.“ Keine große Diskussion. Keine emotionale Begleitung. Keine Frage: Wie geht es dir damit? Heute reden wir mehr. Und das finde ich eigentlich gut. Denn Gefühle verschwinden nicht einfach, nur weil man sie ignoriert.

Loslassen bedeutet vielleicht etwas ganz anderes

Vielleicht habe ich lange gedacht, Loslassen bedeutet: emotional Abstand schaffen. Aber inzwischen glaube ich: Das stimmt gar nicht. Vielleicht bedeutet Loslassen eher: Vertrauen. Zu wissen: mein Kind entwickelt sich, mein Kind wächst, mein Kind sammelt Erfahrungen. Und trotzdem bleibt unsere Verbindung bestehen.

Liebe verändert sich, sie verschwindet nicht

Kinder werden älter. Das ist normal. Aber Liebe verschwindet dadurch doch nicht. Nähe auch nicht. Vielleicht verändert sie sich nur. Vielleicht wird sie leiser. Erwachsener. Anders. Aber sie bleibt.

Was passiert, wenn wir ständig zu früh loslassen wollen?

Manchmal frage ich mich: Entsteht nicht oft genau dadurch Leid? Wenn Kinder zu früh stark sein sollen. Zu früh funktionieren sollen. Zu früh unabhängig wirken sollen. Vielleicht brauchen manche Kinder einfach länger. Und vielleicht ist genau das völlig okay.

Unsere eigene Geschwindigkeit

Ich glaube, jede Familie hat ihre eigene Geschwindigkeit. Ihre eigene Dynamik. Ihre eigene Form von Nähe. Und vielleicht müssen wir aufhören, ständig alles miteinander zu vergleichen. Denn nicht jede starke Bindung ist problematisch. Manchmal ist sie einfach: Liebe.

Und jetzt du

Wie war das bei dir früher? Hast du Klassenfahrten geliebt? Oder gehasst? Warst du froh, weg zu sein? Oder wolltest du eigentlich lieber zuhause bleiben? Und wie gehst du heute mit Nähe um? Fällt dir Loslassen leicht? Oder fragst du dich manchmal auch: Warum muss eigentlich immer alles so schnell gehen?

Vielleicht müssen wir gar nicht alles so machen wie „man es eben macht“

Vielleicht dürfen Kinder länger Kind sein. Vielleicht dürfen Eltern emotional bleiben. Vielleicht dürfen Bindungen stark sein. Und vielleicht müssen wir gar nicht immer sofort loslassen, nur weil die Gesellschaft es irgendwann erwartet. Vielleicht dürfen wir unseren eigenen Weg finden. In unserem eigenen Tempo.

Und während du vielleicht gerade darüber nachdenkst, welche Menschen dir Sicherheit geben oder wie schwer Loslassen manchmal sein kann, sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel ganz leise am Rand deiner Gedanken, schaut dich ruhig an und flüstert:

„Vielleicht bedeutet Liebe nicht, jemanden früh loszulassen, sondern ihm immer das Gefühl zu geben, einen sicheren Platz im Herzen zu haben.“

Schön das du hier bist 🩶

Mutter-Kind-Kur Warum du dir vorher wirklich Gedanken machen solltest

Ich möchte meine Erfahrungen mit dir teilen.
Nicht um dir Angst zu machen. Nicht um Mutter-Kind-Kuren schlecht zu reden. Sondern damit du vielleicht besser vorbereitet bist als ich damals.

Denn ich glaube, viele Mütter fahren mit einer bestimmten Vorstellung dorthin. Mit Hoffnung. Mit Erwartungen. Mit dem Wunsch, endlich mal Luft holen zu können. Und manchmal kommt dann alles ganz anders.

Warum ich die Kur gemacht habe

2018 war es bei mir soweit. Meine Tochter war damals fünf Jahre alt und ich entschied mich für eine Mutter-Kind-Kur. Ich hatte mehrere Gründe dafür.

Zum einen hatte ich starke Rückenschmerzen durch meinen Beruf. Ich arbeitete in der Pflege und mein Körper war irgendwann einfach dauerhaft verspannt. Ich stellte mir vor:  Physiotherapie. Ruhe. Vielleicht Massagen.  Einfach mal durchatmen.

Der zweite Grund war meine Tochter. Ich wollte Zeit mit ihr. Nicht Alltagszeit. Nicht zwischen Haushalt, Arbeit und Müdigkeit. Sondern echte Zeit. Denn durch meinen Job fehlte uns diese gemeinsame Ruhe oft, da ich damals noch im Schichtdienst arbeitete. Und es war damals nicht leicht mit ihr. Sie hat viel geweint, war sehr sensibel und ich dachte: Vielleicht tut uns diese Zeit zusammen einfach gut.

Dazu kam noch, dass sie seit ihrem zweiten Lebensjahr ständig spastische Bronchitis hatte. Also entschieden wir uns für die Nordsee. Genauer gesagt: Langeoog. Nordsee, frische Luft, Ruhe, Meer… das klang perfekt. Ich hatte vorher sogar bei einem Beratungsgespräch und konnte Wünsche angeben. Deshalb freute ich mich wirklich darauf. Tja… so kam es leider nicht.

Die Anreise und der erste Gedanke ans Umkehren

Wir entschieden uns damals für die Anreise mit der Deutschen Bahn. Und ehrlich? Danach war ich geheilt. Nie wieder.

Die Züge hatten ständig Verspätung. Dadurch verpassten wir Anschlusszüge und standen mit einem fünfjährigen Kind und großen Koffern irgendwo fest. Es war purer Stress.

Und genau dort begann eigentlich schon das Problem. Denn eine Mutter-Kind-Kur beginnt nicht erst in der Einrichtung. Sie beginnt schon bei deiner Anreise. Und wenn du bereits völlig erschöpft dort ankommst, startet alles unter ganz anderen Voraussetzungen.

Zum Glück lernten wir unterwegs andere Mütter kennen, die ähnliche Probleme hatten. Für die nächsten drei Wochen wurden daraus tatsächlich so eine Art „Leidensgenossen- Freundschaften“. Und das war wichtig.Denn manchmal helfen Menschen, die genau im selben Chaos sitzen wie du selbst.

Die Realität der Kur

Am ersten Abend kamen wir an, sahen den wunderschönen Sonnenuntergang und gingen schlafen. Ich dachte: Morgen beginnt unsere kleine Auszeit. Am nächsten Tag bekamen wir die Pläne für die erste Woche. Und dort passierte etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte.

Meine Tochter sollte den ganzen Tag in den Kindergarten. Und ich? Ich sollte zu Pflichtvorträgen. Ich weiß noch genau, wie ich dort saß und einfach nur geweint habe. Und meine Tochter weinte auch.

Am liebsten hätte ich sofort meine Sachen gepackt und wäre nach Hause gefahren. Aber da war ein Problem: Ich saß auf einer Insel fest. Angewiesen auf die Deutsche Bahn. Also blieb ich.

Am nächsten Morgen brachte ich mein weinendes Kind in die Betreuung und ging selbst heulend weiter zu den Vorträgen. Und das Schlimmste war: Ich fühlte mich überhaupt nicht verstanden. Von den Therapeuten kam wenig Verständnis dafür, dass ich eigentlich etwas ganz anderes gebraucht hätte. Ich brauchte keine Erziehungstipps. Ich brauchte keine Gruppenvorträge. Ich brauchte Zeit mit meinem Kind. Und Ruhe.

Was viele vorher wissen sollten

Vielleicht liegt genau dort das eigentliche Problem. Viele Mütter fahren in eine Kur, ohne sich vorher wirklich zu fragen:

Fahre ich wirklich für mich?
Bin ich bereit, mich auf fremde Menschen einzulassen?
Möchte ich Ruhe oder Austausch?
Kann ich mit festen Strukturen umgehen?
Möchte ich Anwendungen oder eigentlich nur schlafen?
Was brauche ich wirklich, um Kraft zu tanken?

Denn manchmal merkt man erst dort: Eine Kur löst nicht automatisch alles. Und genau das hätte ich damals vorher verstehen müssen. Ich hatte zwar Wünsche. Aber kein klares Bild davon, was ich wirklich brauchte.

Nordic Walking am Strand und mein persönlicher Albtraum

Dann kam noch das Thema Sport. Nordic Walking am Strand. Vielleicht lieben manche Menschen das. Ich nicht. Gott, ich hasse Sport.

Ich wollte nicht in Gruppen laufen. Ich wollte keine Verpflichtungen. Ich wollte keine festen Programme. Ich wollte einfach: meine Ruhe. Und ich glaube, genau dort merkte ich: Die Kur passte nicht zu mir. Nicht grundsätzlich schlecht. Aber falsch für meine Bedürfnisse.

Das Frühstück und der Moment, in dem mir alles zu viel wurde

Was mich zusätzlich unglaublich belastet hat, war das Frühstück. Für viele klingt das wahrscheinlich total unwichtig. Aber für mich ist Frühstück etwas Heiliges. Ich liebe Ruhe am Morgen. Keine Hektik. Kein Chaos. Einfach ankommen. Und dort liefen morgens ungefähr sechzig Kinder herum. Mit Essen in der Hand. Laut. Chaotisch.

Und ich merkte plötzlich: Das überfordert mich total. Vor allem dann, wenn man selbst eher einen ruhigen Erziehungsstil lebt und plötzlich auf völlig andere Strukturen trifft. Das soll keine Kritik an anderen Eltern sein.

Aber manchmal prallen einfach unterschiedliche Lebensweisen aufeinander. Und genau das kann unglaublich anstrengend werden.

Schuldgefühle und Erwartungen

Ich glaube außerdem, dass viele Mütter mit unglaublich hohen Erwartungen in eine Kur fahren. Man steht ständig unter Druck. Man funktioniert. Man organisiert. Man kümmert sich um alles und jeden.

Und dann kommt plötzlich diese Vorstellung: „Dort wird endlich alles besser.“ Aber wenn die Kur sich dann nicht heilend oder perfekt anfühlt, entstehen oft Schuldgefühle. Man denkt vielleicht:

Warum kann ich das nicht genießen?

Warum entspanne ich mich nicht?

Warum belastet mich das so?

Bin ich undankbar?

Aber weißt du was?

Das ist völlig menschlich. Nicht jede Form von Erholung passt zu jedem Menschen. Und nur weil etwas offiziell „gut“ sein soll, bedeutet das nicht automatisch, dass es zu deiner Persönlichkeit passt.

Mein persönlicher Blick heute

Wenn ich heute zurückblicke, dann stelle ich mir selbst einige Fragen.

Wie habe ich mir die Kur eigentlich vorgestellt?
Was hätte ich wirklich gebraucht?
Was habe ich dort gefühlt?
Was war wirklich schwierig?
Warum hat es vielleicht nicht zu mir gepasst?
Und was würde ich heute anders machen?

Und die wichtigste Antwort ist wahrscheinlich: Ich hätte vorher ehrlicher zu mir selbst sein müssen. Denn ich brauchte damals keine durchgetakteten Tage. Ich brauchte keine Gruppenaktivitäten. Ich brauchte keine ständigen Termine. Ich brauchte: Ruhe. Nähe. Zeit mit meinem Kind. Und Abstand vom Alltag. Und das ist ein großer Unterschied.

Die schönen Momente

Trotz allem gab es vier Dinge, die wunderschön waren. Und die möchte ich dir unbedingt erzählen. Denn die Kur war nicht nur schlecht. Das Meer war wunderschön. Ich konnte meiner Tochter Ebbe und Flut erklären und zeigen. Wir machten eine Wattwanderung mit und genossen sie sehr.

Das war einer dieser Momente, die bleiben. Dann organisierte die Einrichtung eine Schiffsfahrt auf der Nordsee. Wir sahen Robben in freier Wildbahn. Und wir durften Seesterne auf die Hand nehmen. Das war wirklich magisch.

Außerdem wurde die spastische Bronchitis meiner Tochter deutlich besser. Und auch wenn sie heute teilweise herausgewachsen ist, glaube ich schon, dass die Nordseeluft damals geholfen hat.

Was die Kur trotzdem verändert hat

Und dann gab es noch etwas Wichtiges. Abends hatten wir Zeit. Richtige Zeit. Und genau dort begann ich nachzudenken. Über mein Leben. Über meinen Beruf. Über meine Belastung.

Und ein halbes Jahr später wechselte ich tatsächlich den Job. Ein Schritt, der mir gesundheitlich unglaublich gut tat. Vielleicht war genau das am Ende das eigentliche Ergebnis dieser Kur. Nicht die Anwendungen. Nicht die Vorträge. Sondern die Erkenntnis: So kann es beruflich nicht weitergehen.

Meine wichtigste Botschaft an dich

Wenn du eine Mutter-Kind-Kur machen möchtest, dann bitte ich dich wirklich:

Lies Bewertungen.
Informiere dich genau.
Frag nach Abläufen.
Überlege ehrlich, was du brauchst.

Denn jede Mutter: ist anders belastet, braucht etwas anderes, hat andere Kinder, andere Grenzen, andere Wünsche. Nicht jede Kur passt zu jedem Menschen. Und das ist völlig okay. Du bist nicht undankbar, wenn etwas nicht zu dir passt. Manchmal braucht man: Ruhe statt Gruppen. Nähe statt Betreuung. Zeit statt Vorträge. Verständnis statt Programme. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis: Nicht jede Erholung sieht gleich aus.

Und während du vielleicht gerade darüber nachdenkst, was du wirklich brauchst, sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel ganz leise am Rand deiner Gedanken, schaut dich ruhig an und flüstert:

„Manchmal beginnt echte Erholung erst dort, wo du ehrlich erkennst, was deiner Seele wirklich guttut.“

Schön das du hier bist 🩶

Glücklich sein inmitten von unzähligen Ratgebern

Glücklich sein. Ist das wirklich so schwer? Oder haben wir einfach vergessen, wie es funktioniert? Wenn ich heute durch Buchhandlungen gehe oder durch Social Media scrolle, dann habe ich manchmal das Gefühl, dass die ganze Welt nach Glück sucht. Überall sehe ich: Ratgeber, Podcasts, Coaches, Erfolgsregeln, Morgenroutinen, Selbstheilungs-Tipps, „Die 10 Schritte zum Glück“.  Jeder weiß irgendetwas. Jeder hat Tipps. Jeder scheint plötzlich Experte dafür zu sein, wie man glücklich wird. Und manchmal frage ich mich: War Glück früher wirklich komplizierter? Oder machen wir es heute einfach komplizierter daraus? Denn was ist, wenn Glück gar nicht irgendwo draußen auf uns wartet? Was ist, wenn es längst in uns ist… und wir nur vergessen haben, es zuzulassen?

Glück oder Zufriedenheit?

Und vielleicht beginnt genau dort schon die erste wichtige Frage: Geht es eigentlich nur um Glück? Oder eher um Zufriedenheit? Denn wenn ich ehrlich bin, glaube ich: Glück sind oft Momente. Kurze Augenblicke. Ein Lachen. Ein schöner Tag. Eine Umarmung. Ein Sonnenstrahl. Ein Gespräch. Ein Gedanke. Aber Zufriedenheit? Die geht tiefer. Sie bleibt auch dann, wenn gerade nicht alles perfekt ist. Und vielleicht ist genau das das eigentliche Ziel. Nicht dauerhaft glücklich zu sein. Sondern innerlich ruhig.

Das Buch „Meine Reise zu mir selbst“

Ich bekam einmal ein Buch geschenkt. Von einer Freundin. Zum Geburtstag. Der Titel: „Meine Reise zu mir selbst.“ Ein Bestseller. Gut verkauft. Viel gelesen. Und wahrscheinlich für viele Menschen hilfreich. Aber wenn ich heute ehrlich darüber nachdenke, dann hat sie mir dieses Buch nicht geschenkt, um mir etwas Gutes zu tun. Nicht, weil sie wollte, dass ich glücklicher werde. Sondern eher, weil sie selbst etwas damit erreichen wollte. Ich hatte Kontakt zu Menschen, die ihr nicht gefielen. Damit kam sie nicht klar. Heute ist sie nicht mehr meine Freundin. Nicht wegen des Buches. Sondern weil wir irgendwann beide gemerkt haben: Es passt nicht mehr. Und weißt du? Das ist manchmal völlig in Ordnung. Nicht jede Verbindung ist für immer gedacht.

Warum mich viele „Glücklich-sein“-Bücher müde machen

Ich habe in das Buch hineingeschaut. Und es ist gut geschrieben. Wirklich. Aber es erinnert mich an viele andere Bücher dieser Art. Wie ein Tagebuch. Schreib hier deine Gefühle auf. Mach dort eine Liste. Beantworte diese Fragen. Schreibe jeden Tag drei Dinge auf, für die du dankbar bist. Und vielleicht hilft das manchen Menschen wirklich. Aber ich habe irgendwann gemerkt: Ich habe keine Lust, mein ganzes Leben in irgendwelche Bücher einzutragen. Vor allem frage ich mich dabei oft: Ist man dort überhaupt wirklich ehrlich? Oder schreibt man dort vielleicht eher die Version hinein, die man selbst gerne von sich sehen möchte? Denn echte Ehrlichkeit ist unbequem. Und manchmal glaube ich, dass wir selbst vor uns selbst am meisten weglaufen.

Die Suche nach dem größten Glück

Was mir außerdem auffällt: Viele Menschen suchen ständig nach dem „größtmöglichen Glück“. Und oft suchen sie es im Außen. In Beziehungen. In Menschen. In Aufmerksamkeit. In Anerkennung. Es gibt Menschen, die springen von einer Beziehung in die nächste. Immer auf der Suche nach diesem einen Gefühl. Nach Vollkommenheit. Nach Bestätigung. Nach Liebe. Aber funktioniert das wirklich? Kann ein anderer Mensch uns dauerhaft glücklich machen? Ich glaube nicht. Denn ich hörte einmal einen Satz in einem Film von einem berühmten Schauspieler: „Niemand, wirklich niemand, kann dich glücklich machen, wenn du es nicht selber bist.“ Und dieser Satz blieb. Weil so viel Wahrheit darin steckt.

Das gespielte Lächeln

Und damit meine ich nicht dieses aufgesetzte Glück. Nicht dieses: „Ich lächle alles weg.“ Denn genau das tun heute unglaublich viele Menschen. Sie lächeln: Stress weg, Überforderung weg, Einsamkeit weg, Traurigkeit weg. Sie lächeln Menschen an, die sie eigentlich gar nicht näher an sich heranlassen wollen. Und irgendwann merkt man: Das ist kein echtes Glück. Das ist Funktionieren.

Was macht mich wirklich zufrieden?

Und genau darüber habe ich lange nachgedacht. Was macht mich eigentlich wirklich zufrieden? Und weißt du was? Ein Punkt ist für mich tatsächlich: Geld. Das klingt vielleicht unromantisch. Romantik hat auch nichts mit Glück zu tun. Aber es ist ehrlich. Denn wenn du nachts wach liegst und nicht weißt, wie du deine Rechnungen bezahlen sollst… dann macht das krank. Wenn du jeden Tag Angst hast: ob das Geld reicht, ob etwas kaputt geht, ob du alles schaffst, dann entsteht keine innere Ruhe. Natürlich macht Geld alleine nicht glücklich. Aber Sorgen machen definitiv unglücklich. Und deshalb glaube ich: Finanzielle Sicherheit ist ein wichtiger Schritt zur Zufriedenheit. Nicht Luxus. Nicht Reichtum. Sondern Sicherheit.

Der nächste Schritt: Menschen bewusst auswählen

Der nächste Punkt ist für mich: Menschen. Und zwar nicht: wie viele Menschen ich kenne, wie viele Nachrichten ich bekomme, wie viele Kontakte ich habe. Sondern: Wen lasse ich wirklich in mein Leben? Das ist ein riesiger Unterschied. Denn nicht jeder Mensch, der in unser Leben tritt, tut uns gut. Manche kosten Kraft. Manche machen innerlich laut. Manche bringen Unruhe. Und irgendwann beginnt man zu verstehen: Man darf auswählen. Nicht aus Arroganz. Nicht aus Kälte. Sondern aus Selbstschutz.

Warum Ruhe heute so wertvoll geworden ist

Vielleicht ist genau das ein großes Problem unserer Zeit: Es ist ständig laut. Nachrichten. Meinungen. Social Media. Diskussionen. Vergleiche. Und zwischen all dem vergessen viele Menschen, wie sich Ruhe eigentlich anfühlt. Nicht äußere Ruhe. Sondern innere Ruhe. Dieses Gefühl: Ich muss gerade niemandem etwas beweisen.

Was mich wirklich glücklich macht

Und wenn ich ehrlich bin, dann ist die Antwort am Ende eigentlich ganz einfach: Ich selbst sein dürfen. So wie ich bin. Ohne dauernd eine Rolle zu spielen. Denn genau dann passiert etwas: Ich habe Kraft für mein Kind. Mein Kopf wird frei für Ideen. Ich fühle mich gesünder. Ich komme gerne nach Hause. Ich führe gerne Gespräche. Nicht, weil ich muss. Sondern weil ich möchte. Und vielleicht ist genau das echtes Glück. Nicht dieses riesige, perfekte Lebensgefühl. Sondern innerer Frieden.

Warum wir ständig nach mehr suchen

Ich glaube, viele Menschen suchen dauerhaft nach einem Zustand, der gar nicht existiert. Dieses: „Wenn ich DAS habe, bin ich endlich glücklich.“ die perfekte Beziehung, der perfekte Körper, mehr Geld, mehr Anerkennung, mehr Erfolg. Aber was passiert meistens? Kurz danach beginnt die nächste Suche. Weil das eigentliche Problem oft nicht im Außen liegt. Sondern innen.

Social Media und die Vermarktung des Glücks

Social Media verstärkt das noch mehr. Denn dort wird Glück inzwischen verkauft. Wie ein Produkt. Mit: Routinen, Programmen, Kursen, Motivation, Selbstoptimierung. Und manchmal frage ich mich: Wann haben wir eigentlich angefangen zu glauben, dass wir ständig besser werden müssen? Warum reicht „einfach sein“ nicht mehr?

Vielleicht ist Glück viel leiser

Vielleicht ist Glück gar nicht: laut, perfekt, spektakulär. Vielleicht ist Glück: ein ruhiger Abend, ein ehrliches Gespräch, ein Kaffee auf dem Sofa, ein Moment ohne Druck, Frieden im Kopf. Vielleicht ist Glück nicht das, was wir ständig suchen. Sondern das, was wir übersehen, weil wir dauernd nach „mehr“ schauen.

Und jetzt du

Was macht dich eigentlich wirklich glücklich? Nicht gesellschaftlich. Nicht für Instagram. Nicht für andere. Sondern wirklich? Wann fühlst du dich ruhig? Wann fühlst du dich frei? Und wie viel von deinem Glück hängt vielleicht noch davon ab, was andere Menschen über dich denken?

Kann ein Buch Glück geben?

Und damit zurück zur eigentlichen Frage: Kann ein Buch glücklich machen? Vielleicht manchen Menschen. Vielleicht kann es Gedanken anstoßen. Fragen öffnen. Perspektiven verändern. Aber ich glaube nicht, dass irgendein Buch dieser Welt uns dauerhaft glücklich machen kann. Denn am Ende müssen wir uns selbst begegnen. Ohne Rolle. Ohne Anleitung. Ohne perfekte Antworten.

Vielleicht liegt genau dort die Wahrheit

Vielleicht ist Glück nichts, das man lernen muss. Vielleicht ist es etwas, das entsteht, wenn: der Kopf ruhiger wird, die richtigen Menschen bleiben, die falschen gehen, man aufhört, ständig jemand anderes sein zu wollen. Und vielleicht ist genau das die schwierigste Reise überhaupt: Nicht die Suche nach Glück. Sondern die Suche nach sich selbst.

Und während du vielleicht gerade darüber nachdenkst, was dich wirklich glücklich macht, sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel ganz leise am Rand deiner Gedanken, schaut dich ruhig an und flüstert:

„Vielleicht beginnt echtes Glück genau dort, wo du aufhörst, ständig danach zu suchen.“

Schön das du hier bist 🩶

Narzissmus oder einfach nur Mensch

Je älter ich werde, desto mehr verändern sich meine Ansichten über Menschen. Früher habe ich vieles mit mir machen lassen. Heute nicht mehr. Und ich glaube, das hat nicht nur etwas mit dem Älterwerden zu tun. Sondern auch mit Erfahrungen. Mit dem Leben. Mit den Dingen, die man irgendwann einfach verstanden hat. Vielleicht kennst du das auch. Man wird ruhiger. Aber gleichzeitig klarer. Man trennt sich schneller von Menschen, wenn es nicht mehr passt. Nicht aus Bosheit. Sondern aus Selbstschutz.
Früher hätte ich mich gefragt:
„Was habe ich falsch gemacht?“
„Warum reicht das nicht?“
„Warum versteht mich der Mensch nicht?“
Heute denke ich oft: Vielleicht passt es einfach nicht. Und weißt du was? Das macht vieles leichter. Aber gleichzeitig fällt mir etwas anderes auf. Der Begriff „Narzissmus“ bekommt plötzlich immer schneller Bedeutung. Nicht unbedingt, weil es mehr Narzissten gibt. Sondern weil es einfacher geworden ist, Menschen einzuordnen. Vielleicht sogar einfacher, als sich wirklich mit ihnen auseinanderzusetzen. Denn wenn etwas zwischen Menschen nicht funktioniert, ist die Frage oft nicht mehr:
Warum hat es nicht gepasst?
Sondern sofort: „Der ist narzisstisch.“ Und genau darüber denke ich oft nach.

Menschen waren schon immer kompliziert
Ich weiß manchmal gar nicht, ob Menschen schon immer so schwierig waren. Oder ob sich unsere Gesellschaft einfach verändert hat. Mit Social Media. Mit dem Internet. Mit der Geschwindigkeit unseres Lebens. Denn heute geht alles schneller.
Nachrichten.
Meinungen.
Kontakte.
Verurteilungen.
Und vielleicht achten wir dadurch immer weniger auf uns selbst. Wir funktionieren. Wir reagieren. Wir konsumieren. Aber nehmen wir uns eigentlich noch wirklich Zeit, Menschen zu verstehen?

Das Internet macht vieles leichter, auch das Urteilen
Durch das Internet ist es unglaublich leicht geworden, Menschen zu beurteilen. Ein Video. Ein Kommentar. Ein Satz. Und plötzlich glauben wir, einen Menschen zu kennen. Aber tun wir das wirklich? Oder kennen wir nur die Rolle, die dieser Mensch dort gerade spielt? Denn Social Media zeigt selten das Ganze. Es zeigt Ausschnitte. Momente. Inszenierungen. Und trotzdem entstehen daraus komplette Urteile. Vielleicht sogar Diagnosen.

Wann ist ein Mensch plötzlich ein Narzisst?
Ich lese diesen Begriff inzwischen überall.
„toxisch“
„Gaslighting“
„Narzisst“
Und ehrlich? Manchmal wirkt es fast so, als wäre heute jeder ein Narzisst. Dabei frage ich mich oft: Wo beginnt das eigentlich wirklich? Ich bin manchmal egoistisch. Ja. Aber nicht, weil ich Menschen absichtlich verletzen möchte. Sondern weil ich gelernt habe, auf mich selbst aufzupassen. Vor allem in bestimmten Bereichen meines Lebens. Im Job. Bei bestimmten Menschen. Bei Situationen, die mir nicht guttun. Aber macht mich das automatisch zu einem Narzissten?

Darf ich an mich denken?
Das ist doch eigentlich die eigentliche Frage. Darf ich Bedürfnisse haben?
Darf ich sagen:
„Das ist mir zu viel.“
„Das möchte ich nicht.“
„Das tut mir nicht gut.“
Oder gilt das heute sofort als egoistisch? Und wenn ich egoistisch bin… bin ich dann automatisch narzisstisch?

Aufmerksamkeit wollen, etwas völlig Menschliches?
Ich bin auf Social Media aktiv. Natürlich möchte ich Aufmerksamkeit für meine Arbeit. Warum sollte ich schreiben, wenn ich nicht möchte, dass Menschen es lesen? Ich freue mich, wenn Menschen meine Texte mögen. Wenn sie sich verstanden fühlen. Wenn sie mir schreiben. Bin ich deswegen narzisstisch? Oder einfach ein Mensch, der gesehen werden möchte?
Denn wenn wir ehrlich sind: Wollen wir das nicht alle ein bisschen?

Wenig Empathie in einem Moment
Es gibt Momente, in denen ich wenig Empathie habe. Ja. Und ich glaube, das geht vielen Menschen so. Muss ich immer für jeden Verständnis haben? Jederzeit? Darf ich Menschen auch mal unsympathisch finden? Oder Abstand wollen? Oder genervt sein? Macht mich das zu einem schlechten Menschen? Oder einfach zu einem normalen Menschen?

Mein Blick durch meinen Beruf
Durch meinen Job lerne ich unglaublich viele Menschen kennen. Unterschiedliche Charaktere. Unterschiedliche Familien. Unterschiedliche Ängste. Und dort beobachte ich oft etwas sehr Menschliches. Angehörige versuchen manchmal, ihre Kontakte spielen zu lassen.
Sie erzählen:
wen sie kennen
wo sie gearbeitet haben
wer wichtig ist
Oft mit dem Versuch, uns einzuschüchtern. Damit ihre Mutter oder ihr Vater „besser“ behandelt wird. Besonders behandelt wird. Und natürlich könnte man jetzt schnell sagen:
manipulativ
narzisstisch
überheblich
Aber weißt du, was ich darin meistens sehe? Sorge. Angst. Hilflosigkeit. Denn wenn Menschen Angst um jemanden haben, versuchen sie Kontrolle zu bekommen. Und Kontrolle zeigt sich bei jedem anders.

Menschen handeln oft aus Angst
Das ist etwas, was mir mein Beruf beigebracht hat. Viele Verhaltensweisen entstehen nicht aus Bosheit. Sondern aus:
Unsicherheit
Angst
Überforderung
Hilflosigkeit
Aber heute wird oft sofort bewertet. Nicht verstanden.

Der Unterschied zur Persönlichkeitsstörung
Und genau deshalb finde ich den Unterschied wichtig. Zwischen: narzisstischen Anteilen und einer echten narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Denn narzisstische Anteile hat fast jeder Mensch. Stolz. Anerkennung wollen. Sich wichtig fühlen. Aufmerksamkeit mögen. Das ist menschlich. Eine Persönlichkeitsstörung hingegen geht viel tiefer. Dort geht es oft um:
extreme Manipulation
fehlende Empathie
Kontrolle
Macht
emotionale Ausnutzung
Und vor allem: um ein Verhalten, das sich durch das ganze Leben zieht. Nicht nur durch einzelne Situationen.

Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Was ich ebenfalls spannend finde: Narzissmus wirkt oft unterschiedlich. Und genau deshalb wird er vielleicht auch unterschiedlich wahrgenommen. Wenn Menschen an Narzissmus denken, denken viele zuerst an Männer. An Dominanz. An Lautstärke. An Kontrolle. An Menschen, die sich größer machen als andere. Und deshalb wird männlicher Narzissmus oft schneller erkannt. Weil er sichtbarer ist. Direkter. Lauter. Aber wie ist es eigentlich bei Frauen? Darüber wird viel weniger gesprochen. Vielleicht, weil weiblicher Narzissmus oft subtiler wirkt. Emotionaler. Schwieriger greifbar. Zum Beispiel durch:
Schuldgefühle
emotionale Kontrolle
Opferrollen
soziale Manipulation
Und trotzdem glaube ich, dass wir auch hier vorsichtig sein müssen. Denn nicht jede manipulative Frau ist narzisstisch. Und nicht jeder dominante Mann ebenfalls. Menschen sind kompliziert. Nicht alles ist sofort krankhaft.

Das eigentliche Problem unserer Zeit
Ich glaube, dass wir heute verlernt haben,
differenziert zu denken.
Alles ist sofort:
toxisch
narzisstisch
krank
problematisch
Aber Menschen funktionieren nicht so einfach.
Menschen sind:
widersprüchlich
verletzlich
kompliziert
manchmal schwierig ohne gleich krank zu sein.

Vielleicht sollten wir wieder mehr verstehen
Vielleicht brauchen wir: mehr Zuhören, mehr echtes Hinsehen, mehr Verständnis. Und weniger schnelle Diagnosen. Denn nicht jeder schwierige Mensch ist narzisstisch. Manche Menschen sind einfach verletzt. Manche egoistisch. Manche überfordert. Und manche… einfach nur Menschen.

Vielleicht ist genau das der Punkt
Nicht jeder Mensch, der aneckt, ist krank. Nicht jeder Mensch, der Grenzen setzt, ist toxisch. Und nicht jeder Mensch, der Aufmerksamkeit möchte, ist narzisstisch. Vielleicht leben wir einfach in einer Zeit, in der Begriffe schneller verteilt werden als echtes Verständnis. Und vielleicht sollten wir genau da wieder anfangen: beim Menschen.


Und während du vielleicht gerade an Menschen denkst, die du vorschnell beurteilt hast, oder die dich beurteilt haben, sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel ganz leise am Rand deiner Gedanken, schaut dich ruhig an und flüstert:
„Nicht alles, was unbequem ist, ist krank, manchmal ist es einfach nur menschlich.“

Schön das du hier bist 🩶

„Mach dir die Welt wie sie dir gefällt“

Gibt es ein Zitat, nach dem du dein Leben lebst oder an das du oft denkst?

Gibt es ein Zitat, nach dem ich mein Leben lebe?

Ja.

Und tatsächlich muss ich darüber gar nicht lange nachdenken.

👉 „Mach dir die Welt, wie sie dir gefällt.“

Eines der wohl bekanntesten Zitate überhaupt.

Und gleichzeitig eines, das für mich unglaublich viel Bedeutung bekommen hat.

Vielleicht gerade deshalb, weil es auf den ersten Blick so leicht klingt.

Fast kindlich.

Fast zu einfach.

Aber wenn man wirklich darüber nachdenkt…

dann steckt unglaublich viel Wahrheit darin.

Wann habe ich angefangen, so zu leben?

Eigentlich erst relativ spät.

Mit der Corona-Zeit.

Und ich glaube, damit bin ich nicht alleine.

Denn diese Zeit hat viele Menschen verändert.

Manche laut.

Manche still.

Und ich gehörte eher zu den Stillen.

Während draußen plötzlich alles hektisch wurde, ständig neue Nachrichten kamen, Menschen diskutierten, urteilten, Angst hatten oder wütend wurden…

habe ich irgendwann angefangen, mich zu fragen:

👉 Was tut mir eigentlich noch gut?

Nicht der Welt.

Nicht anderen Menschen.

Sondern mir.

🌙 Meine eigene kleine Welt

Und genau dort begann es.

Ich fing an, mir meine eigene kleine Welt zu bauen.

Nicht perfekt.

Nicht luxuriös.

Aber passend für mich.

Ich hörte auf, ständig Nachrichten zu schauen.

Nicht, weil mir alles egal wurde.

Sondern weil ich merkte, wie sehr mich die ständige Negativität belastet.

Kennst du das?

Dieses Gefühl, dass die Welt plötzlich nur noch aus Problemen besteht?

Krisen.

Angst.

Diskussionen.

Und irgendwann merkt man:

👉 Die Seele wird müde.

Fernsehen, das mir gefällt

Also fing ich an, nur noch Dinge zu schauen, die mir guttun.

Keine dauerhafte Reizüberflutung mehr.

Keine ständigen Diskussionen.

Keine permanente Schwere.

Einfach Dinge, die Ruhe bringen.

Die leicht sind.

Oder ehrlich.

Und plötzlich merkte ich:

👉 Wie viel Einfluss das hat.

Denn das, was wir jeden Tag konsumieren, macht etwas mit uns.

Mit unseren Gedanken.

Mit unseren Gefühlen.

Mit unserer Energie.

Ausgewählte Menschen

Auch bei Menschen wurde ich bewusster.

Früher dachte ich oft: 👉 Man muss Kontakte halten. 👉 Man muss funktionieren. 👉 Man muss sich erklären.

Heute sehe ich das anders.

Nicht jeder Mensch passt dauerhaft ins eigene Leben.

Und das ist okay.

Manche Menschen tun uns gut.

Andere rauben Energie.

Und irgendwann beginnt man zu verstehen:

👉 Nicht jede Verbindung muss gehalten werden.

Das bedeutet nicht Hass.

Nicht Streit.

Sondern manchmal einfach nur: 👉 Abstand.

Ruhe.

Selbstschutz.

🌙 Mein Hobby

Dann gibt es noch mein Hobby.

Eines, das nicht jedem gefällt.

Und weißt du was?

Das muss es auch nicht.

Früher hätte mich das vielleicht verunsichert.

Heute denke ich:

👉 Es gefällt mir.

Und das reicht.

Warum verbringen wir eigentlich so viel Zeit damit, darüber nachzudenken, ob andere etwas gut finden?

Warum brauchen wir so oft Zustimmung?

Selbstbewusstsein verändert alles

Ich glaube, das Wichtigste an diesem Satz ist nicht:

👉 „Mach dir die Welt, wie sie dir gefällt.“

Sondern:

👉 Trau dich auch dazu zu stehen.

Mit Freude.

Mit Selbstbewusstsein.

Denn genau daran scheitern viele Menschen.

Nicht daran, dass sie nicht wissen, was ihnen gefällt.

Sondern daran, dass sie Angst haben, wie andere darauf reagieren.

Was bedeutet Freiheit eigentlich wirklich?

Viele Menschen verbinden Freiheit mit:

  • Geld
  • Reisen
  • Möglichkeiten

Aber vielleicht beginnt Freiheit viel früher.

Im Kleinen.

Zum Beispiel dort:

👉 Nur noch Menschen nah an sich heranzulassen, die guttun.
👉 Nein zu Dingen zu sagen, die Kraft rauben.
👉 Sich nicht mehr ständig erklären zu müssen.
👉 Dinge zu mögen, obwohl andere sie komisch finden.

Vielleicht ist genau das echte Freiheit.

Die Welt wird immer lauter

Und vielleicht ist genau deshalb dieses Zitat heute wichtiger denn je.

Denn die Welt ist laut geworden.

Schnell.

Überfordernd.

Jeder hat eine Meinung.

Jeder bewertet.

Jeder kommentiert.

Und zwischen all dem vergessen viele Menschen, sich eine einfache Frage zu stellen:

👉 Was tut mir eigentlich gut?

Nicht gesellschaftlich.

Nicht perfekt.

Sondern wirklich.

Sich die Welt schön machen ist kein Egoismus

Das wird oft falsch verstanden.

Sich die Welt schön zu machen bedeutet nicht: 👉 alles auszublenden
👉 egoistisch zu sein
👉 sich von allem abzuschotten

Es bedeutet eher:

👉 bewusst auszuwählen.

Was lasse ich in mein Leben?

Welche Menschen?

Welche Gedanken?

Welche Energie?

Denn nicht alles verdient einen Platz in uns.

Und jetzt du

Wann hast du das letzte Mal darüber nachgedacht, ob dein Leben wirklich zu dir passt?

Oder funktionierst du einfach nur?

Machst du Dinge, weil sie dir gefallen?

Oder weil man sie eben macht?

Und wie würde deine Welt aussehen, wenn du sie wirklich nach dir gestalten würdest?

Vielleicht beginnt genau dort etwas Neues

Nicht in großen Veränderungen.

Sondern in kleinen Entscheidungen.

Weniger Druck.

Mehr Ruhe.

Mehr du selbst.

Und vielleicht ist genau das die eigentliche Bedeutung dieses Satzes:

👉 Sich selbst die Erlaubnis zu geben, ein Leben zu führen, das sich richtig anfühlt.

Und während du vielleicht gerade darüber nachdenkst, wie deine eigene kleine Welt aussehen würde, sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel ganz leise am Rand deiner Gedanken, schaut dich ruhig an und flüstert:

„Vielleicht ist Glück manchmal einfach der Mut, das eigene Leben mehr nach dem Herzen als nach den Erwartungen anderer zu gestalten.“ 💛

Philosophisches Gespräch mit meinem Kind über den Tod und die Spiritualität

Es war ein ganz normaler Moment. So einer, der einfach passiert. Ohne Ankündigung. Ohne Vorbereitung.
Ich saß mit meinem 12-jährigen Exemplar zusammen. Und dann fragte sie mich: „Du Mama? Du hast doch schon viele Tote gesehen, oder?“ Ich sagte: „Ja.“ Und in diesem Moment wusste ich noch nicht, worauf sie hinaus wollte.


Tatsächlich habe ich schon viele Menschen in den Tod begleitet. Viele Tote gesehen. Und auch viele Tote gewaschen und neu gekleidet. Ich muss dazu sagen: Ich mache das bewusst. Nicht, weil ich es muss. Sondern weil ich es möchte. Es ist meine Art, einen Abschluss zu finden.
Ich arbeite als Pflegefachkraft, seit vielen Jahren. Mit Menschen die an ihrem Lebensende stehen, die alles gesehen haben. Und dadurch habe ich unweigerlich mit dem Tod zu tun. Aber wenn ich Menschen oft über Jahre begleite, dann kenne ich sie. Ich kenne ihr Leid. Ihr Leben. Ihre Ängste. Und wenn dieser Moment kommt… dann ist es für mich mehr als nur ein „Job“. Die Menschen nach ihrem Ableben zu waschen und zu kleiden, gibt mir die Ehre, ihnen die letzte Ehre zu erweisen. Ein stiller Moment. Ein würdevoller Moment.


Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie du dich von einem Menschen verabschieden würdest?


Und dann kam ihre eigentliche Frage. Sie wollte etwas wissen, was ich so nicht erwartet hätte.
Andere Kinder wollen wissen:
Warum man stirbt
Oder ob das weh tut
Diese Fragen kann ich oft gar nicht richtig beantworten. Obwohl ich manchmal das Gefühl habe, dass es leicht ist. Aber sie… sie fragte mich etwas anderes. „Hattest du schon spirituelle Momente?“ Und ich musste kurz innehalten. „Ja“, sagte ich. „Sehr oft.“ Und natürlich wollte sie wissen, welche. Und ich erzähle sie dir jetzt genauso, wie ich sie erlebt habe.


Die Uhr
Ich habe schon öfter stillstehende Uhren erlebt. Oder Uhren, die plötzlich wieder anfangen zu laufen. Obwohl sie ausgestellt wurden. Ein Erlebnis ist mir besonders im Kopf geblieben. Eine Ehefrau begleitete ihren Mann in den Tod. Und als er ging… ging die Uhr an. Die Uhr, die sie vorher ausgestellt hatte. Ein Moment, den man nicht erklären kann.
Glaubst du, dass solche Dinge Zufall sind oder spürst du manchmal auch, dass es mehr sein könnte?
Und vielleicht musst du ihn auch nicht erklären.


Die Krähen
Ich erlebe es immer wieder, dass Krähen sich vor unserer Einrichtung aufhalten. Und wenn sie da sind… dann weiß man oft: Es ist soweit. Nur wer geht, ist manchmal eine Überraschung. Oder auch nicht. Ich mag Krähen. Und mein Exemplar sagte daraufhin: „Du bist eine Hexe.“ Ich musste schmunzeln. Nein, bin ich nicht. Ich kann weder zaubern noch fliegen. Und wenn ich zaubern könnte… würde sich meine Wohnung alleine putzen. Wirklich. Also nein. Keine Hexe.


Der Schmetterling
Was ich letztes Jahr erlebt habe, war für mich sehr magisch. Ich muss dafür ein bisschen weiter ausholen. Wir waren im Urlaub in Bayern. Und sind in der Geisterklamm in Österreich wandern gewesen. Ein wunderschöner Ort und sehr empfehlenswert. Und plötzlich… kam ein Schmetterling. Er setzte sich auf meine Jacke ohne Angst zu haben. Und blieb. Ich nahm ihn auf meinen Finger. Und trug ihn. Die ganze Zeit. 30 Minuten lang. Bis ich ihn irgendwann absetzen konnte.Warum kann ich nicht sagen. Für mich stehen Schmetterlinge für Spiritualität, für die Verbindung zwischen dem Leben und dem Tod. Und das war schon ein besonderer Moment.
Hast du schon einmal etwas erlebt, das du nicht erklären kannst, aber nie vergessen hast?
Aber es ging noch weiter. Als eine Bewohnerin im Sterben lag, saß an ihrer Gardine ein Schmetterling. Jeder hätte gesagt: Zufall. Ich sah ihn. Und sagte zu ihr: „Du musst keine Angst haben. Dein Mann holt dich ab.“ Einen Tag später ging sie und der Schmetterling auch. Und dieser Moment… war ruhig. Sanft. Und für mich… magisch.


3 Gleichzeitig
Was ich in meiner Zeit als Pflegefachkraft immer wieder erlebe, ist das nie einer alleine geht. Einer schließt auf, einer geht durch und einer schließt ab. Es gehen immer drei. Ich weiß nicht was das für ein Gesetz des Lebens ist. Aber es ist so. Es gibt verschiedene Denk und Glaubensansätze dazu. Im spirituellen glaubt man, das die ersten beiden Wegweiser sind oder Begleiter für den dritten verstorbenen, um den Übergang in das jenseits zu erleichtern.


Und dann kam ihre Angst
Sie hörte mir zu. Ganz still. Und dann sagte sie: „Ich habe Angst, euch zu verlieren.“ Und plötzlich war alles anders. Nicht mehr meine Geschichten. Sondern ihre Angst. Eine echte Angst. Und ich verstand sie. Denn ja… Menschen müssen gehen. Manchmal viel zu früh. Ich hatte auch schon öfter die Angst meinen Vater zu verlieren, zumal er chronisch krank ist und wir schon oft die Generalprobe hatten. Aber es gehört dazu und wir können es nicht aufhalten.
Hattest du diese Angst auch schon einmal?


Meine Antwort
Leise. Wir können es nie wissen. Aber ich bin da und das sollten wir immer genießen.
Ich erinnerte mich an einen Satz. Vom antiken Philosophen Epikur. „Solange wir da sind, ist der Tod nicht da. Und wenn der Tod da ist, sind wir nicht mehr da.“ Sein Ziel war es, den Menschen die Angst zu nehmen. Und vielleicht… liegt darin etwas. Denn wir wissen es nicht vorher. Und vielleicht ist genau das ein Schutz.


Gibt es ein Leben nach dem Tod?
Dann kam die nächste Frage. „Gibt es ein Leben nach dem Tod?“ Und ich war ehrlich. Niemand weiß das. Niemand konnte es bisher sagen. Niemand konnte es erforschen. Und trotzdem… habe ich manchmal das Gefühl, dass Menschen wiederkommen. Die Bewohner, die gehen… und die neuen, die kommen… sind sich manchmal so ähnlich. In ihrem Handeln. In ihrem Denken. In ihrem Reden. Und ich frage mich: Ist das Zufall? Oder mehr? Ist es Wiedergeburt? Oder einfach ein Gefühl?
Was glaubst du?


Das Universum
Ich habe neulich etwas gehört.
68% des Universums besteht aus dunkler Energie
27% aus dunkler Materie
Das sind 95%… die wir nicht verstehen. Und wenn wir das Universum nicht verstehen… wie wollen wir dann den Tod verstehen?


Meine Tochter meint es ernst
Sie meint es also wirklich ernst. Sie glaubt wirklich ich sei eine Hexe. Nicht so eine die eine Warze auf der Nase hat und eine Krähe auf der Schulter. Sondern eine andere. Und so hat sie sich die Mühe gemacht, das Internet zu befragen woran sie das Fest machen kann. Tja sie wurde nicht enttäuscht. Das Internet ist auf ihrer Seite. Ich muss schmunzeln bei dem Gedanken.


Mein Gedanke
Vielleicht geht es nicht darum, alles zu wissen. Vielleicht geht es darum, damit zu leben, dass wir es nicht wissen.


Und jetzt du
Was glaubst du?
Gibt es ein Leben nach dem Tod?
Oder endet alles hier?
Und wie gehst du mit dieser Frage um?
Verdrängst du sie?
Oder lässt du sie zu?
Vielleicht ist genau das der Punkt
Nicht die Antwort. Sondern die Frage. Und das Gefühl, dass wir nicht alleine damit sind.


Und während du vielleicht noch über deine eigene Antwort nachdenkst, sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel ganz leise am Rand deiner Gedanken, schaut dich ruhig an und flüstert: „Manche Fragen sind nicht dazu da, beantwortet zu werden, sondern gefühlt zu werden.“

So stellt sie sich mich als Hexe vor.

Schön das du hier bist 🩶

Hormone, Entscheidungen und mein eigener Weg

Warum es nicht nur richtig oder falsch gibt, sondern nur ehrlich


Wenn es um Hormone geht, um die Pille, um den eigenen Körper, dann gibt es selten ein neutrales Gespräch. Es gibt Meinungen. Starke Meinungen. Und oft gibt es zwei Seiten.
Die einen sagen: „Auf keinen Fall Hormone.“
Die anderen sagen: „Das ist doch völlig normal.“
Und irgendwo dazwischen sitzt man selbst.
Mit seinem Körper. Seinen Erfahrungen. Seinen Beschwerden.
Und der einen Frage: Was ist eigentlich der richtige Weg für mich?
Ein Thema, das viele betrifft, aber selten ehrlich besprochen wird. Vielleicht kennst du das.
Man spricht über die Pille oft so, als wäre sie eine einfache Entscheidung.
Nehmen oder nicht nehmen.
Gut oder schlecht.
Aber so einfach ist es nicht.
Denn hinter dieser Entscheidung steckt oft viel mehr:
Schmerzen
Unsicherheiten
Erfahrungen
und manchmal auch Verzweiflung
Und genau deshalb schreibe ich diesen Artikel.
Nicht, um dir zu sagen, was du tun sollst.
Nicht, um eine Seite zu verteidigen.
Sondern um dir zu zeigen:
Es gibt nicht nur richtig oder falsch.
Es gibt deinen Weg.


Mein Weg und warum ich mich so entschieden habe
Ich nehme die Pille. Und ich weiß, dass dieser Satz bei vielen direkt etwas auslöst.
Vielleicht Zustimmung.
Vielleicht Ablehnung.
Vielleicht Zweifel.
Und ich verstehe das. Denn Hormone stehen im Verruf.
Krebsrisiko
Nebenwirkungen
Eingriff in den Körper
All das sind reale Themen. Wichtige Themen. Und trotzdem habe ich mich dafür entschieden. Ganz bewusst. Ich nehme die Pille schon seit vielen Jahren. Durchgehend. Ohne Pause. Und ja, auch das ist für viele ein Punkt, der Fragen aufwirft.
Warum ich das tue?
Weil mein Körper mir lange etwas anderes gezeigt hat.
Wenn der eigene Körper zur Belastung wird
Meine Periode war nie einfach. Sie war:
schmerzhaft
belastend
unberechenbar
Starke Schmerzen.
Depressive Phasen.
Blutdruckschwankungen.
Und immer wieder: Blasenentzündungen in der Phase.
Vielleicht kennst du das. Dieses Gefühl, dass dein eigener Körper gegen dich arbeitet. Dass du nicht einfach „funktionierst“, sondern jeden Monat kämpfst. Und irgendwann kommt ein Punkt, an dem du dich fragst: Muss ich das wirklich so hinnehmen? Für mich war die Antwort irgendwann: Nein. Und genau da habe ich eine Entscheidung getroffen.


Eine Entscheidung für mich
Ich habe mich für die Pille entschieden. Nicht, weil es der einfachste Weg war. Sondern weil es sich für mich richtig angefühlt hat. Und weil es mir geholfen hat. Meine Beschwerden wurden weniger. Mein Körper ruhiger. Mein Alltag leichter. Und plötzlich war da etwas, das ich lange nicht kannte: Stabilität.
Und jetzt du
Vielleicht liest du das und denkst: „Das würde ich nie machen.“
Oder: „Ich überlege auch schon lange…“
Beides ist völlig in Ordnung. Denn die eigentliche Frage ist nicht:
Was machen andere? Sondern:
Was brauchst du?


Verantwortung statt Angst
Ich habe mich für diesen Weg entschieden. Aber ich gehe ihn nicht leichtfertig. Ich gehe regelmäßig zur Untersuchung.
Einmal im Jahr.
Krebsvorsorge.
Kontrolle.
Denn ich weiß: Eine Entscheidung bedeutet auch Verantwortung. Und gerade bei Hormonen ist es wichtig, hinzuschauen. Nicht wegzuschauen.


Ein weiterer Teil meiner Geschichte
Vor zwei Jahren kam ein neues Thema dazu. Die Wechseljahre. Und mit ihnen:
jeden Monat eine Blasenentzündung. Wirklich. Jeden Monat.
Vielleicht kannst du dir vorstellen, was das bedeutet. So regelmäßig wie die Periode konnte ich mich auf meine Blase verlassen. Von jetzt auf gleich, irgendwo wo ich gerade war. So stark, das es meinen Körper zerreißen wollte.
Schmerzen.
Einschränkung.
Rückzug.
Ich habe mich immer mehr zurückgezogen. Das gesellschaftliche Leben wurde anstrengend. Nicht, weil ich nicht wollte. Sondern weil mein Körper nicht mehr mitgemacht hat. Ich habe alles versucht, von Homöpatischen Mitteln bis Darmaufbaukuren, nichts unversucht gelassen und nichts half. Und dann kam die Suche. Ich war bei Ärzten. Viele Ärzte. Und jedes Mal hatte ich das Gefühl:
Jeder schaut nur auf seinen Bereich. Und wenn nichts gefunden wird, dann kannst du gehen. Bis in einem Jahr. Das wars.
Der eine auf die Blase. Der andere auf Hormone. Der nächste auf Symptome. Aber niemand schaut auf das Ganze. Kennst du das? Dieses Gefühl, dass du nicht als Mensch gesehen wirst… sondern als „Fall“? Als Symptom?


Das Problem mit der Ganzheitlichkeit
Und genau hier liegt für mich eines der größten Probleme im Gesundheitssystem.
Es fehlt die Ganzheitlichkeit.
Es fehlt jemand, der sagt: „Ich schaue mir alles an.“ Denn unser Körper funktioniert nicht in Einzelteilen. Alles hängt zusammen.
Hormone.
Psyche.
Körper.
Erfahrungen.
Und wenn man nur einen Teil betrachtet, verpasst man oft das Wesentliche.


Meine Rettung
Nach einer Tortur der Ärzte googelte ich aus Verzweiflung und stieß auf einen Blog. Eine Frau in meinem Alter mit der gleichen Erfahrung und den gleichen Problemen. Und dann die Lösung. Also bin ich mit dem Wissen zu meiner Frauenärztin gegangen. Meine Frauenärztin war meine letzte Hoffnung. Und sie hat etwas anders gemacht. Sie hat zugehört. Wirklich zugehört. Und dann hat sie eine Lösung vorgeschlagen:
Östrogensalbe. Lokal. Nicht als Tablette. Nicht systemisch. Sondern gezielt. Und weißt du was? Es hat funktioniert. Die Blasenentzündungen waren weg. Einfach weg. Nach so langer Zeit.
Und plötzlich war da wieder: Lebensqualität.

Was ich daraus gelernt habe
Es geht nicht darum, gegen Hormone zu sein. Oder dafür. Es geht darum, den eigenen Weg zu finden. Und es geht darum, Ärzte zu finden, die dich als Ganzes sehen.
Eine ehrliche Frage an dich
Fühlst du dich medizinisch gut begleitet? Oder hast du manchmal das Gefühl:
Da fehlt etwas?
Dass du mehr bist als nur ein Symptom?


Mein Fazit
Ich nehme Hormone. Und ich stehe dazu. Nicht, weil sie für jeden richtig sind. Sondern weil sie für mich richtig sind. Ich habe meinen Weg gefunden.
Mit Verantwortung.
Mit Kontrolle.
Mit Bewusstsein.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft:
Du musst nicht den perfekten Weg finden.
Du musst deinen Weg finden.
Einen, der sich für dich richtig anfühlt. Einen, der dir hilft. Einen, der dich nicht einschränkt, sondern dich leben lässt.
Und jetzt du
Hast du deinen Weg schon gefunden? Oder bist du noch auf der Suche? Hör auf deinen Körper. Und vor allem:
Nimm dich selbst ernst.
Denn niemand kennt dich so gut wie du dich selbst.


Und während du vielleicht noch darüber nachdenkst, welcher Weg sich für dich richtig anfühlt, sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel ganz leise am Rand deiner Gedanken, lächelt dich an und flüstert:
„Es gibt nicht den einen richtigen Weg, nur den, der sich für dich wahr anfühlt.“

Freundlichkeit, mehr als ein Lächeln

Wenn ich an Freundlichkeit und Höflichkeit denke, denken viele zuerst an ein Lächeln. Ein kurzes Hochziehen der Mundwinkel. Ein schneller Blick. Ein „passt schon“. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich: Da steckt so viel mehr dahinter. Und vielleicht ist genau das das Problem.


Ein ganz normaler Moment oder vielleicht doch nicht?
Ich stehe an einer Kasse. Ein ganz normaler Ort. Ein ganz normaler Moment. So einer, den wir alle kennen. Vor mir das Band. Hinter mir Menschen. Der Alltag läuft. Und dann fällt mir etwas auf. Die Verkäuferin schaut mich nicht an. Sie scannt die Produkte. Routiniert. Schnell. Und währenddessen unterhält sie sich mit ihrer Kollegin. Über irgendetwas. Irgendetwas Belangloses vielleicht. Und ich stehe da. Als Kundin. Als Mensch. Und werde nicht wirklich wahrgenommen. Ist mir leider schon öfter passiert und ich finde es furchtbar.
Kennst du solche Situationen?
Diese Momente, in denen du da bist… aber irgendwie auch nicht?
Nicht, weil jemand böse ist.
Nicht, weil jemand dich absichtlich ignoriert.
Sondern einfach… weil es passiert.
Weil der Moment an dir vorbeigeht.


Ein Blick, der fehlt
Ich gehe zur nächsten Kasse. Und dort ist es anders. Die Verkäuferin schaut mich an. Aber nicht wirklich. Ihr Blick ist müde. Ihr Gesicht angespannt. Sie wirkt genervt. Kein Lächeln. Eher dieses Gefühl von: „Ich funktioniere.“ Und ganz ehrlich? Ich kann das verstehen. Diese Zeit ist anstrengend. Für viele. Für uns alle. Aber trotzdem frage ich mich: Sucht sich nicht jeder seinen Job aus? Oder anders gefragt: Was ist eigentlich unsere Verantwortung im Alltag?
Eine ehrliche Frage an dich
Wie begegnest du anderen Menschen?
Im Supermarkt.
Auf der Straße.
Im Alltag.
Bist du freundlich?
Und jetzt nicht dieses schnelle „Ja“.
Sondern wirklich ehrlich: Nimmst du dir die Zeit, Menschen anzusehen?
Sagst du bewusst „Guten Tag“?
Sagst du „Danke“ und meinst es auch so?
Oder bist du manchmal auch einfach im Autopilot?
So wie viele von uns?


Wenn Freundlichkeit leiser wird
Ich habe das Gefühl, dass sich etwas verändert. Nicht laut. Nicht plötzlich. Aber spürbar. Freundlichkeit wird… weniger. Oder vielleicht nicht weniger. Vielleicht wird sie oberflächlicher. Ein Lächeln ohne Gefühl. Ein „Danke“ ohne Blickkontakt. Ein „Tschüss“, das mehr Gewohnheit ist als Begegnung. Und ich frage mich: Wann haben wir angefangen, so miteinander umzugehen?


Höflichkeit, ein altes Wort?
Wenn ich an Höflichkeit denke, denke ich an Anstand. Ein Wort, das man heute kaum noch benutzt. Anstand. Was bedeutet das eigentlich noch?
Früher war es selbstverständlich:
Man grüßt
Man bedankt sich
Man schaut sich an
Man begegnet sich auf Augenhöhe
Heute? Ist es oft optional. Oder es geht im Alltag einfach unter. Und vielleicht ist genau das das Problem. Nicht, dass wir unhöflich geworden sind. Sondern dass wir aufgehört haben, bewusst höflich zu sein. Ich erlebe das oft in unserer Senioreneinrichtung. Dort leben die Menschen, die ihren Kindern Höflichkeit beigebracht haben und wenn es dafür eine an den Hinterkopf gab. Heute erlebe ich auch da sehr viel Unhöflichkeit. Beim Frühstück wird nach der Servicekraft geschrien, weil sie noch keinen Kaffee haben. Es wird laut über den Service gemeckert. Das Essen wird so schnell gegessen, damit sie schnell wieder weg kommen. Als wenn sie zum nächsten Termin müssten. Da fehlen mir oft die Worte.


Die nächste Generation
Und dann sehe ich Jugendliche. Sie lachen. Sie sind laut. Sie sind lebendig. Aber manchmal wirken sie auch… unhöflich. Nicht absichtlich. Sondern eher so, als hätten sie es nie richtig gelernt. Oder vielleicht anders gelernt. Und dann frage ich mich: Haben wir etwas verloren? Oder hat sich einfach nur etwas verändert? Ich erinnere mich da an meine eigene Kindheit und Jugend. Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen in den 90er Jahren. Uns wurde beigebracht jeden zu grüßen den wir kennen. Wenn wir das nicht getan haben, gab es zu Hause richtig Ärger, weil sich darüber direkt bei den Eltern beschwert wurde. Uns wurde das in die Wiege gelegt. Wir mussten das tun, sonst wurde daraus auch Mal schnell ein privater Skandal.


Ein Satz, der hängen bleibt
In einem Podcast habe ich einmal einen Satz gehört:
„Du bist nicht die Welt, wie sie ist- sondern wie du bist.“
Und dieser Satz hat mich nicht mehr losgelassen. Denn was bedeutet das? Bedeutet es, dass ich die Welt durch meine Haltung beeinflusse? Dass meine Freundlichkeit etwas verändert? Oder bedeutet es, dass ich das sehe, was ich selbst mitbringe?


Eine Einladung an dich
Lass uns das mal gemeinsam betrachten. Wenn du durch deinen Alltag gehst: Was nimmst du wahr? Freundlichkeit? Oder eher das Gegenteil? Und jetzt die wichtigere Frage: Was bringst du selbst mit?


Kleine Momente, große Wirkung
Freundlichkeit beginnt nicht im Großen. Sie beginnt im Kleinen. Ein Blick. Ein Lächeln. Ein ehrliches „Guten Tag“. Ein Moment, in dem du jemandem wirklich zuhörst. Ohne nebenbei aufs Handy zu schauen. Ohne schon die nächste Antwort im Kopf zu haben. Einfach da sein. Für einen kurzen Augenblick.
Warum ist das so schwer geworden?
Vielleicht, weil wir müde sind. Weil der Alltag laut ist. Weil so viel auf uns einprasselt.
Nachrichten.
Social Media.
Erwartungen.
Und irgendwo dazwischen… verlieren wir uns. Und damit vielleicht auch ein Stück von dem, was uns verbindet.


Hass vs. Freundlichkeit
Ich habe oft das Gefühl: Hass ist lauter geworden. Sichtbarer. Präsenter. Er bekommt Raum. Auf Plattformen. In Gesprächen. Im Alltag.
Und Freundlichkeit? Die ist leise. Unauffällig. Fast unscheinbar. Aber vielleicht ist genau das ihre Stärke. Denn Hass trennt. Freundlichkeit verbindet. Hass baut Mauern. Freundlichkeit baut Brücken. Und jetzt mal ganz ehrlich: Was braucht eine Gesellschaft mehr?


Eine funktionierende Gesellschaft
Besteht eine funktionierende Gesellschaft aus Perfektion? Oder aus Menschlichkeit? Aus Regeln? Oder aus Respekt? Ich glaube: Freundlichkeit ist die Grundlage. Nicht als Pflicht. Sondern als Haltung.


Und jetzt wieder du
Wann hast du dich das letzte Mal wirklich gesehen gefühlt? Nicht oberflächlich. Sondern wirklich. Wann hat dich jemand angeschaut und du hattest das Gefühl: „Ich bin gemeint.“ Und wann warst du dieser Mensch für jemand anderen?
Vielleicht beginnt es genau hier
Vielleicht müssen wir nicht die Welt verändern.
Vielleicht reicht es, wenn wir bei uns anfangen.
Ein bisschen mehr hinschauen.
Ein bisschen mehr zuhören.
Ein bisschen mehr fühlen.
Nicht perfekt. Aber bewusst.


Mein Fazit
Freundlichkeit ist kein Lächeln. Sie ist eine Entscheidung. Eine Haltung. Ein kleiner Moment, der mehr bewirken kann, als wir oft glauben. Und vielleicht… ist genau das der Anfang. Nicht im Großen. Sondern genau hier. In deinem nächsten „Guten Tag“. In deinem nächsten Blick. In deinem nächsten Moment.


Und während du vielleicht das nächste Mal an einer Kasse stehst und kurz innehältst, sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel auf dem Rand des Förderbands, schaut dich an und flüstert leise: „Manchmal reicht ein echter Moment, um die Welt für jemanden ein kleines bisschen freundlicher zu machen.“

Schön das du hier bist 🩶

Teil 6: Ende der Reihe und meine Botschaft an dich

Wenn du das liest und vielleicht selbst so etwas erlebst oder erlebt hast und nicht weißt, warum du so fühlst, wie du fühlst, dann möchte ich dir etwas mit auf den Weg geben. Vielleicht sitzt du gerade da und erkennst dich in manchen Teilen wieder. Vielleicht auch nicht ganz, aber irgendetwas fühlt sich vertraut an. Dieses Gefühl, anders zu reagieren als „man sollte“. Dieses Hinterfragen. Dieses Suchen nach Antworten, die man nicht greifen kann. Und genau dafür sind diese Worte gedacht. Man sollte nie über Menschen urteilen, deren Geschichte man nicht kennt. Und man sollte immer den Weg der Freundlichkeit wählen. Denn jeder Mensch trägt etwas mit sich, das man von außen nicht sehen kann. Etwas, das sein Denken, sein Fühlen und sein Handeln beeinflusst.

Du weißt nie, was jemand durchgemacht hat. Du weißt nie, welche Kämpfe im Inneren geführt werden. Und manchmal weiß man es nicht einmal über sich selbst. Du bist perfekt, so wie du bist.

Auch wenn es sich nicht immer so anfühlt. Auch wenn du dich manchmal selbst nicht verstehst. Auch wenn du Dinge an dir hast, die du am liebsten ändern würdest. Finde den Frieden mit dir selbst. Das ist mit Abstand die wichtigste Botschaft, die ich dir mitgeben kann. Es ist kein leichter Weg. Es ist kein schneller Weg. Und es ist auch kein gerader Weg. Du kannst noch so vielen Menschen versuchen zu verzeihen, es wird dir nicht helfen, wenn du nicht bei dir selbst anfängst. Verzeihen im Außen kann wichtig sein, ja. Aber der wirkliche Frieden entsteht erst dann, wenn du aufhörst, gegen dich selbst zu kämpfen. Du musst mit dir selbst in den Frieden gehen. Und das bedeutet nicht, dass plötzlich alles gut ist. Es bedeutet, dass du dich annimmst. Mit allem, was da ist. Mit den guten Seiten, aber auch mit den dunklen. Mit den Zweifeln, den Ängsten, den Reaktionen, die du vielleicht lange nicht verstehen konntest.

Es ist egal, ob du weißt, woher deine Gene sind oder nicht. Es spielt keine Rolle. Denn du bist ein toller Mensch und das ist alles, was zählt.

Du bist nicht deine Herkunft. Du bist nicht das, was dir vielleicht gefehlt hat. Du bist nicht das, was andere aus dir gemacht haben oder nicht gemacht haben. Du bist das, was du heute bist. Und das ist genug. Halte dich nicht mit Gedanken auf wie „Was wäre wenn“ oder „Wohin gehöre ich“. Diese Fragen können dich festhalten, dich kreisen lassen, dich davon abhalten, im Jetzt anzukommen.

Du gehörst dir. Und das ist das Allerwichtigste.

Du brauchst keinen Ort, der dich definiert. Keine Herkunft, die dich vollständig macht. Keine Antwort, die dich erst zu dir selbst führt.

Du bist schon da. Hör auf dein Unterbewusstsein und dein Bauchgefühl. Es ist dein treuester Schutzengel. Es ist immer da, leise, manchmal kaum hörbar, aber präsent. Es meldet sich oft zuerst. Bevor der Kopf beginnt zu analysieren. Bevor Zweifel entstehen. Bevor du anfängst, alles zu hinterfragen. Du musst nur bereit sein, es zu erhören. Und das ist manchmal das Schwierigste. Weil wir gelernt haben, auf so vieles zu hören – auf Erwartungen, auf Meinungen, auf das, was „richtig“ sein soll. Aber dein Gefühl lügt nicht.

Und vor allem: Wenn du Kontrolle über dich erlangt hast, gib sie nicht wieder her. Dieser Satz ist wichtig. Vielleicht einer der wichtigsten.

Denn Kontrolle bedeutet nicht, dass du alles perfekt im Griff hast. Es bedeutet, dass du dich kennst. Dass du spürst, wann etwas kippt. Dass du weißt, was dir guttut und was nicht. Lass dir nichts einreden. Nicht von Menschen, die deine Geschichte nicht kennen. Nicht von Stimmen, die dich klein halten wollen. Und auch nicht von deinem eigenen inneren Zweifel, der sich manchmal meldet. Du bist perfekt, so wie du bist.

Nicht irgendwann. Nicht erst, wenn du etwas erreicht hast. Sondern genau jetzt. Du bist stark.

Auch wenn du dich schwach fühlst. Auch wenn du zweifelst. Auch wenn du manchmal denkst, dass du es nicht schaffst. Du bist stärker, als du glaubst.

Und vielleicht ist genau das der Punkt, an dem alles beginnt: Nicht, wenn alles perfekt ist. Sondern wenn du anfängst, dich selbst so zu sehen, wie du wirklich bist.

Und während du vielleicht noch über all diese Worte nachdenkst und spürst, dass in dir etwas in Bewegung gekommen ist, sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel ganz leise am Rand deiner Gedanken, lächelt dich an und flüstert:

„Du musst nichts suchen, was du längst in dir trägst, du bist schon genau da, wo du sein sollst.“

Schön das du hier bist 🩶

Teil 5: Die Geburt meiner Tochter, als großer Auslöser

Ich stand der Blüte meines Lebens. Auf dem Weg mich ganz langsam selbst zu finden, wurde ich schwanger. Es war ein Wunschkind. Es sollte immer nur eins werden. Ich war überglücklich, in absoluter Vorfreude auf mein Kind. Alles fühlte sich richtig an, ruhig, fast wie ein leises Ankommen bei mir selbst. Kein lauter Wendepunkt, sondern eher ein vorsichtiges Sich-selbst-Wiederfinden, Schritt für Schritt. Dann kam die Geburt. Schwierig, aber erfolgreich. Und da war sie, ein bezauberndes Baby. Mein Baby. Ich war mit Stolz erfüllt. Dieser Moment, in dem man glaubt, jetzt beginnt etwas Neues, etwas Reines, etwas Gutes. Und dann…. Bäng. Da sind sie. Die Dämonen. Frei, unkontrolliert.

Die Geburt meiner Tochter hat etwas in mir frei gesetzt, was ich nicht erwartet habe. Etwas, das nicht geplant war, nicht gewollt und vor allem nicht verständlich. Zwischen Freude, Stress, Angst, Wut, Hass, Träumen und Heulattacken verlor sich plötzlich alles, was vorher klar war. Es war nicht mehr nur Glück. Es war ein Chaos aus Gefühlen, die gleichzeitig da waren und sich gegenseitig widersprochen haben. Meine Tochter löste Gefühle in mir aus, die ich eigentlich nicht haben sollte. Ich sollte mich freuen. Aber es ging nicht. Und genau das war der Punkt, an dem ich merkte: Ich muss mich mit mir auseinandersetzen. Es zerfrisst mich sonst. Innerlich. Als meine Tochter auf der Welt war, bekam ich plötzlich Alpträume. Jede Nacht den gleichen Traum, zwei Jahre lang. Zwei Jahre ohne Pause, ohne Kontrolle, ohne Möglichkeit, dem zu entkommen. Ich hatte in dem Traum einen Vater, der mich geschlagen hat und zwei Brüder, die mich beschützen. Beides hatte ich in echt nicht. Aber was bedeutet es? Diese Frage war immer da. Jede Nacht aufs Neue. Es hat mir Angst gemacht. Aber ich konnte es nicht kontrollieren. Es war da und so real, dass es sich nicht wie ein Traum angefühlt hat, sondern wie eine Erinnerung, die ich nie hatte.

Irgendwann ging es nicht mehr so weiter. Ich brauchte Hilfe. Und zwar schnell. Es war keine Option mehr, das einfach auszuhalten oder zu hoffen, dass es von alleine verschwindet. Also fand ich eine Therapeutin, die von Anfang an Vertrauen aufbaute. Und dieses Vertrauen war entscheidend, denn ohne Vertrauen hätte ich mich nie öffnen können. Sie fing langsam an. Wir sprachen über meine Finger, meine Familie und schließlich meine Vergangenheit und meine Träume. Es war kein plötzliches Aufreißen aller Wunden, sondern ein vorsichtiges Herantasten. Und mit jeder Sitzung wurde mein Weinen weniger. Nicht, weil alles gut war, sondern weil ich begann zu verstehen.

Sie erzeugte große Wut in mir und Hass, aber nur damit kann man wirklich arbeiten. Und sie hatte Recht. Diese Gefühle, vor denen ich mich lange gefürchtet habe, waren plötzlich der Schlüssel. Nicht das Problem, sondern der Zugang. Sie verstand meine Träume sofort. Für mich waren sie unverständlich, beängstigend und verwirrend. Für sie hatten sie eine klare Bedeutung. Und sie gab mir eine Hausaufgabe. Von meiner biologischen Mutter kannte ich den Namen und die damalige Adresse meines Erzeugers. Mein Unterbewusstsein wollte ihn finden. Also rief ich beim zuständigen Einwohnermeldeamt an und bekam die Auskunft, dass er verzogen sei vor einigen Jahren und in einer Alkoholiker Einrichtung gemeldet war. Dort lebte er dann nicht mehr und die Spur war weg.

Es war kein Ergebnis, keine Lösung, kein Abschluss. Aber es machte etwas mit mir.

Also ging ich mit dieser Information zu meiner Therapeutin. Ich sollte eine Entscheidung treffen. Und das tat ich. Ich entschied mich nicht mehr zu fragen, nicht mehr zu suchen. Ich muss mich und mein Kind schützen. Und dann geschah etwas, was ich so nicht erwartet hätte: Die Träume hörten auf.

Einfach so. Nach zwei Jahren. Als hätte mein Unterbewusstsein genau auf diese Entscheidung gewartet. Laut meiner Therapeutin war es mein Unterbewusstsein, das mich schützen wollte. Es brauchte diese Klarheit, diese Grenze, diese bewusste Entscheidung, um loslassen zu können.

Das nächste, was ich lernte, war meine panische Angst im Dunkeln zu verstehen. Eine Angst, die mich schon lange begleitet hat, ohne dass ich wusste, woher sie kommt. Sie erzählte mir, dass früher im Krankenhaus bei den Adoptivkindern die Räume dunkel waren, damit sie nicht so viel weinen. Es war meistens eine Bezugskrankenschwester für alle Kinder. Keine Nähe, keine Konstante, kein Licht. Genau das löste damals den Vorfall in der Kinderklinik aus. Auch dort war es dunkel. Plötzlich ergaben Dinge einen Zusammenhang. Nicht logisch im klassischen Sinne, sondern emotional. Körperlich. Tief verankert. Heute komme ich mit Dunkelheit etwas besser aus, wenn ich es entscheiden kann. Wenn ich die Kontrolle habe. Kontrolle wurde zu etwas sehr Wichtigem für mich. Nicht im Sinne von Zwang, sondern im Sinne von Sicherheit.

Und auch meine Finger sind ein Ventil. Das wird sich leider nie ändern, sagte sie. Weil ich gelernt habe, sie in jeder Gelegenheit einzusetzen und vor allem für meine Gefühle. Es ist ein Teil von mir geworden, etwas, das nicht einfach verschwindet, sondern mit dem ich lernen muss zu leben.

Nach der Therapie ging ich stärker raus. Nicht geheilt im perfekten Sinne, aber stabiler, bewusster, klarer. Mit etwas, woran ich arbeiten kann. Ich habe etwas verstanden. Und dieses Verstehen hat vieles verändert. Viele Jahre danach habe ich daran gearbeitet, es zu perfektionieren. Nicht perfekt zu sein, sondern besser mit mir umgehen zu können. Mich selbst zu regulieren, mich zu erkennen, bevor es kippt. Und vor allem konnte ich meine Liebe an meine Tochter richten. Die es verdient hat, dass der Kreis durchbrochen ist. Das ist vielleicht das Wichtigste an allem.

Ich habe meine Dämonen eingeschlossen. Sie sind immer noch in mir, aber nicht frei. Sie sind da, irgendwo im Hintergrund, nicht verschwunden, aber kontrollierbar. Manchmal merke ich sie, in bestimmten Situationen. Kleine Momente, Trigger, Erinnerungen ohne Bilder. Aber solange ich die Kontrolle habe, können sie nicht raus. Und genau das ist der Unterschied zu früher. Nicht, dass sie weg sind. Sondern dass ich stärker bin.

Und während du vielleicht noch spürst, wie tief manche Dinge in uns verankert sind, sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel ganz ruhig am Rand deiner Gedanken, schaut dich mit einem warmen Blick an und flüstert:

„Deine Stärke zeigt sich nicht darin, dass alles verschwindet, sondern darin, dass du gelernt hast, damit zu leben und dich selbst dabei nicht zu verlieren.“

Schön das du hier bist 🩶

Hier geht es zu Teil 6 👇

https://wichtelwechseljahre.blog/2026/04/24/teil-6-ende-der-reihe-und-meine-botschaft-an-dich/