Loyale Abonnenten? Vielleicht geht es gar nicht darum.

Wie baust du dir loyale Abonnent:innen auf?

Heute wurde die Frage gestellt:

„Wie baust du dir loyale Abonnentinnen und Abonnenten auf?“

Und ganz ehrlich? Ich glaube, ich habe darauf keine klassische Antwort.

Mein Blog ist noch jung. Ich habe ihn erst in diesem Jahr gegründet. Es gibt Menschen, die bloggen schon seit vielen Jahren, kennen alle Tricks, verstehen Suchmaschinen, Reichweitenstrategien und Algorithmen. So ist es oft auf anderen Social Media Plattformen.

Ich gehöre nicht dazu.

Als ich meinen Blog gegründet habe, hatte ich keinen Businessplan. Ich wollte keine Marke aufbauen und auch keine möglichst hohen Klickzahlen erreichen.

Ich hatte einfach das Gefühl, dass manche Themen mehr Aufmerksamkeit verdienen. Themen, über die viel zu wenig ehrlich gesprochen wird.

Vor allem die Wechseljahre. Aber auch Pubertät, Hochsensibilität, Pflege, das Älterwerden, Sorgen, Ängste und all die kleinen Dinge des Alltags, die uns manchmal mehr beschäftigen als die großen Schlagzeilen der Welt.

Gerade die Wechseljahre werden oft belächelt.

Da wird über Hitzewallungen gewitzelt, über Stimmungsschwankungen gelacht und oft so getan, als wäre das alles nur ein kleiner Abschnitt, den Frau eben überstehen muss.

Dabei erleben viele Frauen in dieser Zeit körperliche und emotionale Veränderungen, die ihr gesamtes Leben beeinflussen.

Ähnlich ist es bei der Pubertät.

Auch dort spielen Hormone plötzlich verrückt, Gefühle fahren Achterbahn und Familien versuchen gemeinsam durch eine Lebensphase zu navigieren, die manchmal gleichzeitig wunderschön und anstrengend ist.

Genau darüber wollte ich schreiben. Nicht wissenschaftlich. Nicht belehrend. Sondern ehrlich. So, wie ich es selbst erlebe.

Und wenn sich jemand in meinen Geschichten wiederfindet, dann freue ich mich darüber.

Wenn jemand einen Artikel liest und denkt: „Endlich spricht es mal jemand aus.“

Dann hat sich das Schreiben bereits gelohnt. Natürlich freue ich mich über jeden Abonnenten. Das wäre gelogen, etwas anderes zu behaupten.

Jeder Mensch, der sich entscheidet zu bleiben, ist ein Zeichen dafür, dass die eigenen Gedanken irgendwo angekommen sind.

Aber noch wichtiger als die Zahl hinter dem Wort „Abonnenten“ sind für mich die Menschen dahinter.

Menschen, die kommentieren. Menschen, die schreiben. Menschen, die erzählen, dass sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Menschen, die sich verstanden fühlen.

Das sind für mich keine Follower. Das sind Begegnungen. Auf Instagram ist das manchmal etwas anders. Dort ist alles schneller. Heute folgt jemand. Morgen nicht mehr. Follow. Unfollow. Weiter zum nächsten Beitrag.

Manchmal wirkt es fast so, als würden Menschen nur kurz durch ein Schaufenster schauen und dann wieder verschwinden. Und natürlich gehört das dazu. Denn Reichweite entsteht nun einmal durch Sichtbarkeit. Aber Reichweite allein bedeutet noch keine Verbindung. Ich finde es besonders schön wenn meine Follower im Anschluss mit mir über die Geschichte in den Austausch gehen, mir Gedanken dazu mitteilen. Das ist oft wichtiger als tausende von Followern, weil man jemanden erreicht hat. 

Deshalb versuche ich dort meinen eigenen Weg zu gehen. Viele denken vielleicht, meine Seite handelt von kleinen Mäusen. Von Bruno, Tilda und Lulu. Und natürlich tun sie das.

Aber eigentlich erzählen diese Geschichten etwas ganz anderes. Die Mäuse sind nur die Erzähler. Sie erleben Abenteuer. Sie begegnen Herausforderungen. Sie machen Fehler. Sie helfen einander. Sie entdecken die Welt.

Und zwischen all diesen Geschichten verstecken sich Botschaften, die auch für uns Menschen wichtig sind. Botschaften über Freundschaft. Über Mut. Über Verlust. Über Hoffnung. Über Zusammenhalt. Über das Anderssein. Über das Leben.

Manchmal lassen sich schwierige Themen durch eine kleine Maus leichter erzählen als durch einen langen Vortrag. Kinder sehen vielleicht ein Abenteuer. Erwachsene erkennen oft die Bedeutung dahinter. Und genau das liebe ich an diesen Geschichten. Sie dürfen fantasievoll sein. Sie dürfen warm sein. Sie dürfen Menschen zum Lächeln bringen.

Aber sie dürfen gleichzeitig auch etwas hinterlassen. Einen Gedanken. Ein Gefühl. Eine Erinnerung. Vielleicht ist genau das der Grund, warum manche Menschen bleiben.

Nicht weil die Bilder perfekt sind. Nicht weil ich jeden Trend mitmache. Nicht weil ich irgendwelche Geheimnisse des Internets kenne. Sondern weil sie spüren, dass hinter den Geschichten ein echter Mensch sitzt. Jemand, der nicht versucht, perfekt zu sein. Jemand, der auch mal über seine Hitzewallungen schreibt.

Über sein pubertierendes Exemplar. Über Bauchschmerzen. Über Pflege. Über Sorgen. Über Freude. Über ganz normales Leben. Ich glaube nämlich, dass Menschen sich nicht an Perfektion binden.

Sie binden sich an Ehrlichkeit. An Wärme. An Authentizität. An das Gefühl, gesehen zu werden. Und vielleicht entstehen genau so loyale Leser. Nicht durch Strategien. Nicht durch Tricks. Sondern durch Vertrauen.

Deshalb freue ich mich über jeden Menschen, der meinen Blog besucht. Über jeden Kommentar. Über jede Nachricht. Über jeden stillen Leser.

Und wenn jemand bleibt, weil er sich in meinen Geschichten wiederfindet, dann ist das wahrscheinlich das Schönste, was einem Autor passieren kann. Denn am Ende sind loyale Abonnenten keine Zahlen. Es sind Menschen. Menschen, die sich in einer Geschichte selbst begegnen. Und genau dafür schreibe ich.

Schön das du hier bist 🩶

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