Tut uns ein bisschen Chaos vielleicht sogar gut?

Heute bin ich über genau diese Frage gestolpert:
Tut uns ein bisschen Chaos vielleicht sogar gut?
Meine erste Reaktion?
„Moment mal… welches Chaos?“
Denn Chaos gibt es schließlich in ganz unterschiedlichen Varianten.
Da wäre zum Beispiel das Chaos in meiner Küche, nachdem ich gekocht habe.
Das Chaos im Kinderzimmer meines Exemplars…
…darüber habe ich ja bereits einen eigenen Roman geschrieben.
Oder das Chaos in meinem Kopf.
Und ich glaube tatsächlich, genau dort fängt alles an.
Es gibt ein Lied aus den Bibi-und-Tina-Filmen.
Ja… ich kenne es.
Nicht, weil ich heimlich jeden Abend auf meinem Besen durchs Wohnzimmer reite.
Sondern weil mein Exemplar diese Filme ungefähr fünfhundertmal geschaut hat.
Und irgendwann konnte ich sie auswendig.
Unfreiwillig.
Aber es gibt eine Passage daraus, die mir bis heute im Kopf geblieben ist:
„Chaos im Kopf, das kennen wir alle…“
Und wisst ihr was?
Ich glaube, das stimmt.
Denn jeder von uns hat irgendwann Kopfsalat.
Gedanken, die durcheinanderlaufen.
Sorgen.
Ideen.
Pläne.
Zweifel.
Und manchmal fühlt sich das Gehirn an wie eine Schublade, in die seit Jahren einfach alles hineingeworfen wurde.
Ich kenne das.
Wenn ich viel arbeite.
Wenn mein Exemplar gerade wieder eine neue kreative Idee hat.
Wenn die Wäsche ruft.
Wenn ich einen Artikel schreiben möchte.
Wenn ich darüber nachdenke, was ich morgen kochen soll.
Oder wenn ich zum fünften Mal am Tag meine Haarbürste suche.
Dann herrscht da oben absolutes Verkehrschaos.
Und wisst ihr, was spannend ist?
Oft spiegelt sich das auch im Außen wider.
Wenn mein Kopf chaotisch ist…
…dann dauert es meistens nicht lange, bis meine Wohnung ebenfalls beschließt, sich solidarisch zu zeigen.
Plötzlich liegen überall Dinge.
Ich suche ständig irgendetwas.
Ich fange drei Sachen gleichzeitig an.
Und am Ende weiß ich nicht mehr, warum ich eigentlich ins Badezimmer gegangen bin.
Ich glaube deshalb, wenn man weniger Chaos im Leben möchte, muss man zuerst im Kopf anfangen.
Nicht im Kleiderschrank.
Nicht im Keller.
Nicht in der Küchenschublade.
Sondern dort oben.
Denn wenn im Kopf langsam wieder Ruhe einkehrt, folgt der Rest oft ganz von allein.
Aber…
Und jetzt kommt die eigentliche Frage.
Muss wirklich immer alles perfekt sortiert sein?
Ich glaube nicht.
Ein bisschen Chaos gehört zum Leben.
Ich möchte gar nicht jeden Tag geschniegelt, geschniegelt und geschniegelt sein.
Ich möchte auch mal spontan sein.
Ich möchte Ideen haben, die völlig verrückt sind.
Ich möchte lachen, obwohl gerade eigentlich keine Zeit dafür ist.
Ich möchte Fehler machen.
Ich möchte mich verlaufen.
Und manchmal auch einfach auf dem Sofa sitzen und nichts tun.
Denn genau in diesem kleinen Chaos entstehen oft die schönsten Dinge.
Die besten Ideen kommen selten dann, wenn alles geschniegelt und geschniegelt ist.
Sie kommen beim Spazierengehen.
Unter der Dusche.
Beim Autofahren.
Oder mitten in der Nacht, wenn das Gehirn plötzlich beschließt:
„Jetzt lösen wir mal eben alle Probleme dieser Welt.“
Leider schläft es die Lösung meistens bis zum Morgen wieder aus.
Vielleicht braucht unser Kopf genau dieses Durcheinander.
Vielleicht ist Chaos gar nicht unser Feind.
Sondern manchmal unser Motor.
Denn wer nie etwas durcheinanderbringt…
…wird vielleicht auch nie etwas Neues entdecken.
Natürlich gibt es Grenzen.
Wenn das Chaos beginnt, uns zu überrollen.
Wenn wir uns nur noch gestresst fühlen.
Dann sollten wir hinschauen.
Aber dieses kleine, liebevolle Alltagschaos?
Das gehört irgendwie dazu.
Es zeigt doch nur, dass wir leben.
Dass wir denken.
Dass wir träumen.
Dass wir Pläne schmieden.
Dass wir Menschen sind.
Und vielleicht sollten wir aufhören, ständig perfekt sein zu wollen.
Perfekt sortierte Wohnungen sind schön.
Perfekt sortierte Gedanken bestimmt auch.
Aber das echte Leben…
…hat eben manchmal einen Fleck auf dem T-Shirt.
Einen Stapel Wäsche im Flur.
Einen Holzlöffel mit Herz.
Und ganz viel Chaos.
Zum Glück.
Denn genau daraus entstehen später die Geschichten, über die wir lachen.
Und wenn irgendwo ein kleiner Wichtel heute sein Wichtelhaus aufräumen wollte, dann hat er unterwegs eine Eichel gefunden, daraus ein Boot gebaut, einen Schmetterling beobachtet und das Aufräumen völlig vergessen. Manchmal lächelt das Leben eben genau dort, wo nicht alles nach Plan läuft.
Schön das du hier bist 🩶