Hormone, Entscheidungen und mein eigener Weg

Warum es nicht nur richtig oder falsch gibt, sondern nur ehrlich


Wenn es um Hormone geht, um die Pille, um den eigenen Körper, dann gibt es selten ein neutrales Gespräch. Es gibt Meinungen. Starke Meinungen. Und oft gibt es zwei Seiten.
Die einen sagen: „Auf keinen Fall Hormone.“
Die anderen sagen: „Das ist doch völlig normal.“
Und irgendwo dazwischen sitzt man selbst.
Mit seinem Körper. Seinen Erfahrungen. Seinen Beschwerden.
Und der einen Frage: Was ist eigentlich der richtige Weg für mich?
Ein Thema, das viele betrifft, aber selten ehrlich besprochen wird. Vielleicht kennst du das.
Man spricht über die Pille oft so, als wäre sie eine einfache Entscheidung.
Nehmen oder nicht nehmen.
Gut oder schlecht.
Aber so einfach ist es nicht.
Denn hinter dieser Entscheidung steckt oft viel mehr:
Schmerzen
Unsicherheiten
Erfahrungen
und manchmal auch Verzweiflung
Und genau deshalb schreibe ich diesen Artikel.
Nicht, um dir zu sagen, was du tun sollst.
Nicht, um eine Seite zu verteidigen.
Sondern um dir zu zeigen:
Es gibt nicht nur richtig oder falsch.
Es gibt deinen Weg.


Mein Weg und warum ich mich so entschieden habe
Ich nehme die Pille. Und ich weiß, dass dieser Satz bei vielen direkt etwas auslöst.
Vielleicht Zustimmung.
Vielleicht Ablehnung.
Vielleicht Zweifel.
Und ich verstehe das. Denn Hormone stehen im Verruf.
Krebsrisiko
Nebenwirkungen
Eingriff in den Körper
All das sind reale Themen. Wichtige Themen. Und trotzdem habe ich mich dafür entschieden. Ganz bewusst. Ich nehme die Pille schon seit vielen Jahren. Durchgehend. Ohne Pause. Und ja, auch das ist für viele ein Punkt, der Fragen aufwirft.
Warum ich das tue?
Weil mein Körper mir lange etwas anderes gezeigt hat.
Wenn der eigene Körper zur Belastung wird
Meine Periode war nie einfach. Sie war:
schmerzhaft
belastend
unberechenbar
Starke Schmerzen.
Depressive Phasen.
Blutdruckschwankungen.
Und immer wieder: Blasenentzündungen in der Phase.
Vielleicht kennst du das. Dieses Gefühl, dass dein eigener Körper gegen dich arbeitet. Dass du nicht einfach „funktionierst“, sondern jeden Monat kämpfst. Und irgendwann kommt ein Punkt, an dem du dich fragst: Muss ich das wirklich so hinnehmen? Für mich war die Antwort irgendwann: Nein. Und genau da habe ich eine Entscheidung getroffen.


Eine Entscheidung für mich
Ich habe mich für die Pille entschieden. Nicht, weil es der einfachste Weg war. Sondern weil es sich für mich richtig angefühlt hat. Und weil es mir geholfen hat. Meine Beschwerden wurden weniger. Mein Körper ruhiger. Mein Alltag leichter. Und plötzlich war da etwas, das ich lange nicht kannte: Stabilität.
Und jetzt du
Vielleicht liest du das und denkst: „Das würde ich nie machen.“
Oder: „Ich überlege auch schon lange…“
Beides ist völlig in Ordnung. Denn die eigentliche Frage ist nicht:
Was machen andere? Sondern:
Was brauchst du?


Verantwortung statt Angst
Ich habe mich für diesen Weg entschieden. Aber ich gehe ihn nicht leichtfertig. Ich gehe regelmäßig zur Untersuchung.
Einmal im Jahr.
Krebsvorsorge.
Kontrolle.
Denn ich weiß: Eine Entscheidung bedeutet auch Verantwortung. Und gerade bei Hormonen ist es wichtig, hinzuschauen. Nicht wegzuschauen.


Ein weiterer Teil meiner Geschichte
Vor zwei Jahren kam ein neues Thema dazu. Die Wechseljahre. Und mit ihnen:
jeden Monat eine Blasenentzündung. Wirklich. Jeden Monat.
Vielleicht kannst du dir vorstellen, was das bedeutet. So regelmäßig wie die Periode konnte ich mich auf meine Blase verlassen. Von jetzt auf gleich, irgendwo wo ich gerade war. So stark, das es meinen Körper zerreißen wollte.
Schmerzen.
Einschränkung.
Rückzug.
Ich habe mich immer mehr zurückgezogen. Das gesellschaftliche Leben wurde anstrengend. Nicht, weil ich nicht wollte. Sondern weil mein Körper nicht mehr mitgemacht hat. Ich habe alles versucht, von Homöpatischen Mitteln bis Darmaufbaukuren, nichts unversucht gelassen und nichts half. Und dann kam die Suche. Ich war bei Ärzten. Viele Ärzte. Und jedes Mal hatte ich das Gefühl:
Jeder schaut nur auf seinen Bereich. Und wenn nichts gefunden wird, dann kannst du gehen. Bis in einem Jahr. Das wars.
Der eine auf die Blase. Der andere auf Hormone. Der nächste auf Symptome. Aber niemand schaut auf das Ganze. Kennst du das? Dieses Gefühl, dass du nicht als Mensch gesehen wirst… sondern als „Fall“? Als Symptom?


Das Problem mit der Ganzheitlichkeit
Und genau hier liegt für mich eines der größten Probleme im Gesundheitssystem.
Es fehlt die Ganzheitlichkeit.
Es fehlt jemand, der sagt: „Ich schaue mir alles an.“ Denn unser Körper funktioniert nicht in Einzelteilen. Alles hängt zusammen.
Hormone.
Psyche.
Körper.
Erfahrungen.
Und wenn man nur einen Teil betrachtet, verpasst man oft das Wesentliche.


Meine Rettung
Nach einer Tortur der Ärzte googelte ich aus Verzweiflung und stieß auf einen Blog. Eine Frau in meinem Alter mit der gleichen Erfahrung und den gleichen Problemen. Und dann die Lösung. Also bin ich mit dem Wissen zu meiner Frauenärztin gegangen. Meine Frauenärztin war meine letzte Hoffnung. Und sie hat etwas anders gemacht. Sie hat zugehört. Wirklich zugehört. Und dann hat sie eine Lösung vorgeschlagen:
Östrogensalbe. Lokal. Nicht als Tablette. Nicht systemisch. Sondern gezielt. Und weißt du was? Es hat funktioniert. Die Blasenentzündungen waren weg. Einfach weg. Nach so langer Zeit.
Und plötzlich war da wieder: Lebensqualität.

Was ich daraus gelernt habe
Es geht nicht darum, gegen Hormone zu sein. Oder dafür. Es geht darum, den eigenen Weg zu finden. Und es geht darum, Ärzte zu finden, die dich als Ganzes sehen.
Eine ehrliche Frage an dich
Fühlst du dich medizinisch gut begleitet? Oder hast du manchmal das Gefühl:
Da fehlt etwas?
Dass du mehr bist als nur ein Symptom?


Mein Fazit
Ich nehme Hormone. Und ich stehe dazu. Nicht, weil sie für jeden richtig sind. Sondern weil sie für mich richtig sind. Ich habe meinen Weg gefunden.
Mit Verantwortung.
Mit Kontrolle.
Mit Bewusstsein.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft:
Du musst nicht den perfekten Weg finden.
Du musst deinen Weg finden.
Einen, der sich für dich richtig anfühlt. Einen, der dir hilft. Einen, der dich nicht einschränkt, sondern dich leben lässt.
Und jetzt du
Hast du deinen Weg schon gefunden? Oder bist du noch auf der Suche? Hör auf deinen Körper. Und vor allem:
Nimm dich selbst ernst.
Denn niemand kennt dich so gut wie du dich selbst.


Und während du vielleicht noch darüber nachdenkst, welcher Weg sich für dich richtig anfühlt, sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel ganz leise am Rand deiner Gedanken, lächelt dich an und flüstert:
„Es gibt nicht den einen richtigen Weg, nur den, der sich für dich wahr anfühlt.“

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