Nach welchem persönlichen Mantra oder welcher Lebensphilosophie lebst du?
Wenn ich heute gefragt werde, nach welchem Mantra oder welcher Lebensphilosophie ich lebe, muss ich eigentlich nicht lange überlegen:
Leben und leben lassen.
Früher hätte man wahrscheinlich gesagt: „Kehr erst einmal vor deiner eigenen Tür, da hast du genug zu tun.“ Im Grunde meint es etwas Ähnliches, nur klingt meine Variante ein bisschen freundlicher.
Ich glaube, jeder Mensch sollte versuchen, aus seinem Leben das Beste zu machen, nach seinen eigenen Möglichkeiten. Nicht nach meinen. Nicht nach deinen. Nicht nach dem, was Instagram, die Nachbarn oder Tante Gertrud für richtig halten.
Wir dürfen unser Leben verändern, Dinge anpacken, Chancen nutzen, Fehler machen, wieder von vorne anfangen oder auch einmal eine Entscheidung treffen, die andere überhaupt nicht verstehen.
Aber genauso wichtig finde ich den zweiten Teil:
Andere leben lassen.
Ohne ständig zu urteilen. Ohne ungefragte Verbesserungsvorschläge. Ohne dieses ewige: „Also ICH würde das ja ganz anders machen.“
Ja.
Dann mach es anders.
In deinem Leben.
Ich muss nicht jede Entscheidung eines anderen Menschen verstehen, um sie respektieren zu können. Und ich muss auch nicht neidisch auf das schauen, was jemand anderes hat, erlebt oder sich aufgebaut hat.
Jeder von uns hat schließlich genug mit seinem eigenen kleinen Lebensbaustellenbereich zu tun.
Vielleicht bedeutet Freiheit genau das für mich inzwischen:
Mein Leben so zu gestalten, dass es sich für mich richtig anfühlt und anderen dieselbe Freiheit zuzugestehen.
Leben. Genießen. Verändern, was ich verändern möchte. Akzeptieren, was ich gerade nicht ändern kann. Und vor allem: andere Menschen ihr eigenes Leben leben lassen.
Denn am Ende muss keiner von uns das Leben des anderen führen.
Wir haben mit unserem eigenen schließlich genug zu tun.