Vielleicht bist du gar nicht zu wenig. Vielleicht bist du nur am falschen Ort.

Gestern bin ich über einen Spruch gestolpert.
Eigentlich wollte ich nur fünf Minuten durch Instagram scrollen. So wie man das eben macht. Aus fünf Minuten wurden zwanzig, das kennen wir ja alle.
Und dann blieb ich an einem Bild hängen.
Eine Flasche Wasser.
Im Supermarkt kostet sie einen Euro.
Im Fitnessstudio drei.
Im Kino fünf.
Im Flugzeug sechs.
Dasselbe Wasser.
Der einzige Unterschied?
Der Ort.
Und plötzlich musste ich nachdenken.
Eigentlich sind wir Menschen ganz genauso.
Wie oft zweifeln wir an uns?
Wir denken, wir seien nicht gut genug.
Nicht erfolgreich genug.
Nicht schön genug.
Nicht klug genug.
Nicht liebenswert genug.
Dabei liegt das Problem vielleicht gar nicht bei uns.
Vielleicht stehen wir einfach nur am falschen Ort.
Doch je länger ich darüber nachdachte, desto mehr bekam dieser Spruch für mich eine ganz andere Bedeutung.
Ich arbeite in der Pflege.
Und dort begegnen mir Menschen, deren Wert man mit keinem Geld der Welt bezahlen könnte.
Da sitzt eine Frau, die ihr Leben lang gearbeitet hat.
Sie hat Kinder großgezogen.
Steuern gezahlt.
Ihre Eltern gepflegt.
Vielleicht Nachtschichten gemacht, damit andere nachts ruhig schlafen konnten.
Heute braucht sie Hilfe beim Anziehen.
Ein Mann hat vierzig Jahre auf dem Bau gearbeitet. Seine Hände erzählen Geschichten von harter Arbeit. Heute zittert er, wenn er versucht, eine Tasse Kaffee zu halten.
Und ich frage mich immer häufiger:
Was passiert eigentlich mit dem Wert eines Menschen, wenn er nichts mehr leisten kann?
Gerade jetzt beschäftigt mich diese Frage mehr denn je.
In den Nachrichten hört man ständig von Reformen.
Von Einsparungen.
Von neuen Gesetzen.
Von Pflegekosten.
Von Finanzierung.
Von Beträgen.
Von Leistungen.
Und manchmal habe ich das Gefühl, wir sprechen nur noch über Zahlen.
Aber kaum noch über Menschen.
Da sitzt jemand, der dieses Land jahrzehntelang mit aufgebaut hat.
Und plötzlich kostet er Geld.
Plötzlich ist er auf Hilfe angewiesen.
Plötzlich stellt sich eine Frage, die kaum jemand laut ausspricht:
„Bin ich jetzt überhaupt noch etwas wert?“
Allein diese Frage macht mich traurig.
Denn wie kann es sein, dass ein Mensch, der sein ganzes Leben gegeben hat, irgendwann das Gefühl bekommt, er müsse seinen Wert rechtfertigen?
Ich glaube, genau da läuft etwas schief.
Denn der Wert eines Menschen verändert sich nicht.
Nicht durch sein Alter.
Nicht durch eine Krankheit.
Nicht durch einen Rollator.
Nicht durch eine Demenz.
Nicht durch einen Schlaganfall.
Nicht einmal dadurch, dass er Hilfe braucht.
Nur seine Lebenssituation verändert sich.
Sein Wert bleibt derselbe.
Und trotzdem vermittelt unsere Gesellschaft manchmal etwas anderes.
Solange wir arbeiten, gelten wir als wichtig.
Solange wir Leistung bringen, werden wir gebraucht.
Doch was passiert, wenn der Körper irgendwann nicht mehr mitmacht?
Sind wir dann weniger wert?
Nein.
Wir sind nur verletzlicher geworden.
Vielleicht sollten wir endlich damit aufhören, den Wert eines Menschen an seiner Produktivität zu messen.
Denn wenn wir ehrlich sind, wünschen wir uns doch alle dasselbe.
Gesehen zu werden.
Respektiert zu werden.
Geliebt zu werden.
Nicht wegen dessen, was wir leisten.
Sondern wegen dessen, wer wir sind.
Und weißt du, was ich in der Pflege immer wieder erlebe?
Die schönsten Menschen sind oft diejenigen, die gar nichts mehr leisten können.
Sie schenken dir ein ehrliches Lächeln.
Drücken deine Hand.
Freuen sich, wenn du fünf Minuten länger bleibst.
Erinnern dich daran, dass Menschlichkeit keinen Kontostand kennt.
Vielleicht sollten wir genau das wieder lernen.
Nicht ständig zu fragen:
„Was bringt mir dieser Mensch?“
Sondern:
„Was macht diesen Menschen aus?“
Ich glaube nämlich, dass wir viel zu oft am falschen Maßstab messen.
Eine Rose würde niemals glauben, weniger wert zu sein, weil sie neben einer Sonnenblume wächst.
Ein Apfelbaum versucht nicht, Kirschen zu tragen.
Er wächst einfach.
An dem Ort, an dem er Wurzeln schlagen durfte.
Und vielleicht gilt das auch für uns.
Nicht jeder Ort erkennt unseren Wert.
Nicht jeder Mensch sieht unsere Stärken.
Nicht jede Lebensphase fühlt sich leicht an.
Aber das bedeutet nicht, dass wir weniger wert sind.
Vielleicht bedeutet es nur, dass wir lernen dürfen, unseren Wert nicht von Leistung abhängig zu machen.
Denn irgendwann wird jeder von uns älter.
Jeder von uns wird Hilfe brauchen.
Jeder von uns wird hoffen, dass dann noch jemand da ist, der nicht zuerst fragt, was wir kosten.
Sondern erkennt, was wir wert sind.


Und vielleicht sitzt gerade irgendwo ein kleiner Wichtel auf dem Rand einer Wasserflasche, schaut nachdenklich in die Welt und flüstert:


„Vergiss nie: Der Wert eines Menschen wird nicht kleiner, nur weil seine Kräfte kleiner werden. Das Kostbarste an uns war nie das, was wir leisten konnten, sondern das, was wir im Herzen tragen.“

Schön das du hier bist 🩶

7 Kommentare zu „Vielleicht bist du gar nicht zu wenig. Vielleicht bist du nur am falschen Ort.

  1. Ja die kosten gehen defenitiv soweit auseinander das mist ist. Ich finde sogar das man wissenschaft einfach endweder kosten gänzlich geben sollte so das die Bürgergeld Leute die sich mit sinnvollen humanisten oder nachdenklichen beiträgen oder eben wissenschaftliche beiträge am kapital beteiligt werden. denn mit jeder information verdienen die Großkonzerne Geld. Wie deine beiträge sie sind etwas nachdenkliches humanistisches. Oder aber das Wissenschaft kostenlos wird und von neutralen instituten jederzeit abrufbar sind und wieder gegeben werden. Soll heißen man kann sich jederzeit kostenlos weiter bilden um dann einen besseren beruf bekommen zu können. Vielleicht sogar beides.

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    1. Das stimmt. Ja es musste sich so einiges ändern und bevor man bei denen Ran geht dir nichts haben und hart dafür gearbeitet haben, sollte man vielleicht, so wie du schon sagt entweder bei den großkonzernen Ran gehen oder den reichen die sowieso nichts zum Steuersystem beitragen. Und dann hätten wir etwas das funktionieren könnte

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      1. sie werden aus deutschland raus gehen auser die guten die deutschlandoder europa lieben. diese revolution ist wie die französische revolution. wenn du zu schnell ran gehst hast die napolion. Denn brauchen wir nicht wir wollen das volk weiter hin reich halten. also brauchen wir wissen. Wissen um alles mögliche. Wir müssen so gebildet sein das wir uns selber helfen können ohne einen Anführer oder führer. Wir müssen humanistisch bleiben also die revolution durch geld macht usw nicht zerstören und wenn dann kannst du das machen und das land nicht in ein schlamasel zu führen. Dafür muss man wissen das man einen wert hat ohne geld. Geld ist eine illusion, wissen ist macht und der mensch ist es wert

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      2. Ich bin dafür das wissen verstaatlicht und neutrall gehalten wird und kostenlos. Am besten ist fasst jeder ein humanist. Wenn wir das weltweit machen wollen brauchen wir sogar soldaten denn viele mächtige denken das wir es nicht wert sind. also ran an die bücher und vergiess nicht das mittelalter voller fakenews dennen die uns geben damit wir abgelenkt sind. Geld ist etwas wofür nur der untere seine mutter verkaufen würde und töten würde. weil er denkt der zauberstein ( https://thueringerweib.wpcomstaging.com/2026/07/17/das-geld-und-die-bibel/ ) hätte wert. Deshalb ist der mensch nicht frei. Er braucht eine ordung um nicht pleite zu gehen das heißt er muss wenn er essen, trinken usw so weiterhin haben will arbeiten aber warum nicht kostenlos und ausliebe wiedie ersten menschen? warum neidet man? stelle dir vor du bekommst es einfach geschenkt

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      3. Das Thema wissen ist so eine Sache, weil ich denke das die Schüler heutzutage und auch vielleicht auch schon länger bewusst kein wissen mehr vermittelt bekommen. Wenn ich nicht selber bilde oder lese dann habe ich verloren und kann komplett gelenkt werden. Richtiges wissen wird doch gar nicht mehr gewährleistet und so wie die schon sagst, wissen sollte verstaatlicht werden und allen zur Verfügung stehen.

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      4. An sich braucht man auch nur das Rechnen, Lesen und die Grundbegriffe. Ich habe in der Schule viel gefehlt, weil ich gemobbt wurde, da Erwachsene Differenzen hatten. Ich habe meine Sechsen schöngeschrieben – das war auf der Hauptschule. Ich wechselte dann die Schule, machte die Realschule und hatte mehrere Einsen. Das Abi habe ich abgebrochen und ein Studium absolviert, in dem ich nur Einser hatte. Was mir noch zu schaffen macht, sind die Menschen an sich. Ich bin aufgrund meiner Erfahrungen nur unter wenigen Menschen gerne.

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