
Manchmal beginnt etwas ganz Großes mit etwas ganz Kleinem.
Mit einer Idee.
Mit einem Gefühl.
Oder mit einem Fund, der eigentlich unscheinbar wirkt und doch so viel in Bewegung bringt.
Gestern war so ein Moment.
Ich habe ein Schneckenhaus gefunden.
Ein ganz kleines.
Leer.
Verlassen.
Und natürlich war mir eines sofort wichtig:
Ich vertreibe keine Schnecke aus ihrem Zuhause.
Schon gar nicht in Zeiten wie diesen.
Die Immobiliensuche ist schließlich nicht nur für uns Menschen schwierig geworden.
Also lag es da.
Still.
Leicht.
Und irgendwie perfekt.
Ich habe es in die Hand genommen und sofort gemerkt:
Das ist nicht einfach nur ein Schneckenhaus.
Das ist ein kleines Zuhause.
Und plötzlich war da dieser Gedanke.
Ganz leise.
Und gleichzeitig ganz klar:
„Hier könnte jemand wohnen.“
Vielleicht muss man dafür ein bisschen verrückt sein.
Oder fantasievoll.
Oder einfach jemand, der noch an kleine Geschichten glaubt.
Denn wenn ich ehrlich bin, hatte ich diesen Traum schon immer.
Ein eigenes Haus.
Am liebsten irgendwo im Wald.
Mit einem Garten.
Ein Ort, an dem man sich selbst versorgen kann.
An dem alles ein bisschen ruhiger ist.
Ein bisschen echter.
Ein Ort, an dem man ankommt.
Schon als Kind hatte ich dieses Bild im Kopf.
Ein kleines Haus.
Natur.
Freiheit.
Und dann wird man erwachsen.
Und merkt:
So einfach ist das alles nicht.
Die Realität sieht anders aus.
Häuser sind teuer.
Grundstücke selten.
Und das Leben… läuft einfach weiter.
Mit Verpflichtungen.
Mit Alltag.
Mit all den Dingen, die dazugehören.
Aber vielleicht verschwinden Träume nicht.
Vielleicht verändern sie sich nur.
Vielleicht werden sie kleiner.
Oder kreativer.
Und genau so wurde aus meinem Traumhaus…
ein Schneckenhaus.
Ich habe mich hingesetzt.
In meiner Küche.
An meinem einzigen freien Tag der Woche.
Zwischen Haushalt.
Zwischen „Ich müsste eigentlich noch…“
Und dem Versuch, einfach mal kurz durchzuatmen.
Denn ehrlich gesagt:
Ich hatte das Bedürfnis, mich ein bisschen zurückzuziehen.
Von Menschen.
Von Geräuschen.
Von allem, was gerade ein bisschen zu viel ist.
Und dann lag es da.
Dieses kleine Schneckenhaus.
Und plötzlich wurde alles leiser.

Ich begann zu basteln.
Ganz ohne Plan.
Einfach aus dem Gefühl heraus.
Mit kleinen Materialien.
Mit Ideen, die einfach entstanden sind.
Und während meine Hände beschäftigt waren, wurde auch mein Kopf ruhiger.
Ich habe Wege gebaut.
Einen kleinen Eingang gestaltet.
Ein kleines Zuhause entstehen lassen.
Für jemanden, den es vielleicht noch gar nicht gibt.
Oder vielleicht doch.
Herr Schneck.
So habe ich ihn genannt.
Und natürlich bleibt er nicht allein.
Er hat eine Familie.
Ein Leben.
Ein Zuhause.
Und dieses Zuhause ist jetzt… mein kleines Schneckenhaus.
Natürlich wird es vermietet.
Aber keine Sorge:
Kostenlos.
Ich bin ja kein Unmensch.
Und während ich da saß und gebastelt habe, ist mir etwas aufgefallen.
Wie viel in meinem Kopf passiert.
Wie viele Gedanken kommen und gehen.
Wie schnell sich aus einem kleinen Gegenstand eine ganze Welt entwickeln kann.
Denn für mich ist das mehr als Basteln.
Es ist ein Ausgleich.
Ein Rückzugsort.
Ein kleiner Moment, in dem ich einfach nur bin.
Gerade in einer Zeit, in der so viel gleichzeitig passiert.
Im Kopf.
Im Körper.
Im Alltag.
Das Schneckenhaus wurde zu einem Symbol.
Für meinen eigenen Wunsch nach Ruhe.
Nach einem Ort, an dem ich einfach sein kann.
Und vielleicht ist das genau das, was wir alle manchmal brauchen.
Kein großes Haus im Wald.
Kein perfektes Leben.
Sondern kleine Momente.
Kleine Räume.
Kleine Geschichten.
Aus diesem Schneckenhaus wird eine Geschichte entstehen.
Das weiß ich jetzt schon.
Eine von denen, die leicht sind.
Die ein bisschen Magie in sich tragen.
Die den Alltag für einen Moment vergessen lassen.
Und genau das ist mir wichtig.
Denn die Welt da draußen ist oft laut genug.
Schnell genug.
Und manchmal auch schwer genug.
Ich möchte etwas anderes schaffen.
Mit meinen Geschichten.
Mit meinen Bildern.
Mit Lulu, Tilda und Bruno.
Mit all den kleinen Figuren, die in meiner Welt leben.
Geschichten, die verbinden.
Die ein kleines Lächeln bringen.
Die zeigen, dass es auch anders geht.
Für Kinder.
Und für Erwachsene.
Für alle, die sich ein Stück Fantasie bewahren möchten.
Und vielleicht ist genau das mein Weg.
Mit all dem umzugehen, was gerade ist.
Nicht alles zu schwer zu nehmen.
Sondern es umzuwandeln.
In etwas Schönes.
In etwas Leichtes.
Während ich also in meiner Küche saß, zwischen Wäsche, Gedanken und diesem kleinen Schneckenhaus, habe ich gemerkt:
Manchmal braucht es gar nicht viel.
Kein großes Projekt.
Kein perfektes Ergebnis.
Manchmal reicht ein kleines Schneckenhaus.
Und die Idee, daraus ein Zuhause zu machen.
Und vielleicht sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel, beobachtet mich dabei, wie ich Herrn Schneck einziehe, und denkt sich schmunzelnd:
„Manche bauen Häuser… und manche bauen kleine Welten.“
Und vielleicht ist genau das… genug.
Schön das du hier bist🩶
Eigene Werbung:
