Es gibt Veränderungen im Leben, die kommen laut.
Kinder werden geboren.
Neue Wege beginnen.
Manchmal stehen wir an großen Kreuzungen unseres Lebens und wissen ganz genau: Jetzt beginnt etwas Neues.
Und dann gibt es Veränderungen, die kommen leise.
Fast unbemerkt.
Die Wechseljahre gehören für viele Frauen genau zu dieser Art von Veränderung.
Am Anfang merkt man vielleicht nur kleine Dinge.
Manchmal wird einem plötzlich warm, obwohl im Raum eigentlich alles ganz normal ist.
Manchmal fühlt sich der Schlaf anders an.
Und manchmal hat man das Gefühl, dass der eigene Kopf plötzlich ein bisschen mehr Gedanken gleichzeitig sortieren muss.
Bei mir begann diese leise Veränderung… gar nicht so leise.
Ich war 38.
Und plötzlich lagen da mehr Haare in meiner Bürste, als ich es gewohnt war.
Ich stand davor, schaute sie an und dachte:
„Das gehört jetzt aber nicht zum Plan.“
Auch die Nächte wurden anders.
Einschlafen war plötzlich keine Selbstverständlichkeit mehr.
Mein treuester Begleiter wurde ein kleines Melatoninspray, das ich fast schon liebevoll neben mein Bett gelegt habe.
Als würde es mir zuflüstern:
„Keine Sorge, ich helfe dir heute wieder.“
Und dann war da noch dieses neue… Schwitzen.
Ganz unerwartet.
Als hätte mein Körper beschlossen, alte Funktionen noch einmal ganz neu zu entdecken.
Und als wäre das nicht genug, meldete sich auch meine Haut zu Wort.
Ein Kribbeln.
Ein Jucken.
Manchmal fühlte es sich an, als würden kleine Ameisen unter der Haut spazieren gehen und dabei ihren ganz eigenen Weg suchen.
Ich erinnere mich, wie ich da saß und dachte:
„Was passiert hier eigentlich gerade?“
Der Körper verändert sich.
Und mit ihm auch ein Stück unseres Lebens.
Wenn man darüber nachdenkt, ist die Zeit dazwischen eigentlich gar nicht so lang.
Gerade erst ist man selbst erwachsen geworden.
Hat angefangen, sein Leben zu sortieren.
Hat Entscheidungen getroffen, eine Familie gegründet, Kinder bekommen.
Man hat das Gefühl, endlich angekommen zu sein.
Der Kopf denkt klarer, das Leben läuft in geordneten Bahnen.
Und plötzlich passiert etwas Unerwartetes.
Der Kopf wird manchmal wieder ein wenig verwirrt.
Gedanken springen durcheinander.
Der Körper sendet neue Signale.
Und man merkt, dass eine neue Lebensphase beginnt.
Früher wurde über diese Zeit kaum gesprochen.
Fast so, als wäre sie etwas, das man lieber still für sich behält.
Dabei gehört sie doch genauso zum Leben wie viele andere Phasen auch.
Vielleicht ist sie sogar eine Zeit, in der man sich selbst noch einmal ganz neu begegnet.
Eine Zeit, in der man merkt, dass sich Dinge verändern, aber auch, dass neue Gedanken entstehen.
Dass man manchmal ruhiger wird.
Nachdenklicher.
Vielleicht auch ein bisschen weiser.
Natürlich gibt es Tage, an denen alles ein wenig durcheinander wirkt.
Tage, an denen das eigene kleine „Hochspannungswerk“ im Kopf kurz einen Stromausfall hat.
Und an anderen Tagen denkt man sich:
„Heute läuft hier wieder alles ein bisschen anders.“
Doch vielleicht steckt auch darin eine Botschaft.
Dass wir nicht immer funktionieren müssen.
Dass wir uns selbst mit etwas mehr Geduld begegnen dürfen.
Und vielleicht sitzt irgendwo ein kleiner Wichtel auf einer Fensterbank, beobachtet das Ganze, sieht die Bürste mit den Haaren, das Melatoninspray auf dem Nachttisch und das kleine Hautkribbeln und denkt sich mit einem leisen Lächeln:
„Menschen verändern sich ständig… und genau das macht sie so besonders.“
Denn jede Lebensphase hat ihre eigene Magie.
Und manchmal beginnt eine neue Zeit genau dann, wenn wir lernen, die Veränderung einfach anzunehmen.
Schön das du hier bist 🩶